IHS Markit erwartet globalen Photovoltaik-Zubau bei 142 Gigawatt 2020

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Der Photovoltaik-Weltmarkt wird 2020 um 14 Prozent auf 142 Gigawatt neu installierte Leistung wachsen. Diese Prognose veröffentlichte IHS Markit am Dienstag. Damit werde wie schon 2019 ein Wachstum im zweistelliges Prozentbereich erreicht. Gegenüber dem weltweiten Photovoltaik-Zubau vor zehn Jahren kommt dies einer Versiebenfachung gleich. Auch bei der regionalen Verteilung sei eine verstärkte Diversifizierung festzustellen. Während 2010 sieben Länder mit einer installierten Photovoltaik-Leistung von mehr als einem Gigawatt existierten, werden es Ende 2020 mehr als 43 Staaten sein, wie es weiter hieß.

Während die Zahl der Länder, die mehr als ein Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert haben, kontinuierlich zunimmt, haben die größten zehn Märkte einen zunehmend geringeren Anteil am Weltmarkt.

Grafik: IHS Markit

Auf absehbare Zeit werde China der weltweit größte Markt für Photovoltaik-Anlagen bleiben. Allerdings nimmt die Übermacht IHS Markit zufolge weiter ab. Gegenüber dem Peak von mehr als 50 Gigawatt neu installierter Leistung 2017 wird der Zubau 2020 deutlich zurückbleiben. Das Land befinde sich in einer Übergangsphase, um eine Photovoltaik-Politik ohne Förderung zu etablieren. Zudem müsse die Photovoltaik künftig stärker mit anderen Stromerzeugungsquellen konkurrieren.

China wird auf absehbare Zeit das Land mit der weltweit größten Photovoltaik-Nachfrage bleiben.

Grafik: IHS Markit

Für die USA erwartet IHS Markit für das kommende Jahr ein Wachstum des Zubaus um 20 Prozent. Damit werde sich das Land als zweitgrößter Photovoltaik-Markt der Welt etablieren. Europa wiederum habe bereits 2019 seine Installationszahlen fast verdoppelt. Für 2020 wird ein Zubau von 24 Gigawatt von den Analysten erwartet – ein Wachstum um weitere fünf Prozent gegenüber 2019. Spanien, Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Italien und die Ukraine werden die führenden Länder sein und für knapp zwei Drittel des Zubaus in Europa sorgen. Mit Blick auf Indien erklären die Analysten, dass nach einem Jahr mit politischen Unsicherheiten 2020 wieder mit einem Wachstum zu rechnen ist. Niedrigere Modulpreise und eine große Pipeline an Projekten werden den Zubau auf etwa 14 Gigawatt 2020 steigen lassen. Insgesamt werden die zehn größten Märkte einen Anteil von 73 Prozent des weltweiten Zubaus erreichen.

„Ein weiteres Jahr mit einem zweistelligen globalen Nachfragewachstum im Jahr 2020 ist ein Beweis für das anhaltende und exponentielle Wachstum von Photovoltaik-Installationen in den letzten zehn Jahren“, sagte Edurne Zoco, Direktor, Clean Technology & Renewables von IHS Markit. „Wenn die 2010er Jahre das Jahrzehnt der technologischen Innovation, der steilen Kostensenkungen, der großen Förderungen und der Dominanz einiger weniger Märkte waren, dann markiert 2020 das Jahrzehnt der aufkommenden, nicht-geförderten Solaranlagen, der Diversifizierung und Erweiterung der Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen weltweit, des Eintritts neuer Unternehmen und der zunehmenden Wettbewerbsfähigkeit gegenüber konventionellen Energiequellen.“