Bloomberg NEF: Photovoltaik und Windkraft sind die kostengünstigsten Energiequellen in den meisten Volkswirtschaften

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Jedes halbe Jahre nimmt Bloomberg New Energy Finance (NEF) eine Analyse zur Entwicklung der Stromgestehungskosten für die wichtigsten Energiequellen und Batteriespeicher vor. Das Ergebnis: Im zweiten Halbjahr 2018 sind Photovoltaik und Windkraft zur günstigen Energiequelle in allen wichtigen Volkswirtschaften geworden – Ausnahme ist Japan. Auch in China und Indien, wo lange Zeit die Kohle die günstigste Energiequelle war, sind Photovoltaik und Windkraft nun vorbeigezogen. Nach Angaben von Bloomberg NEF kosten die günstigen Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Indien nun nur noch die Hälfte neuer Kohlekraftwerke. Bloomberg NEF hat für seine Analyse nach eigenen Angaben etwa 7000 Projekte mit 20 verschiedenen Technologien in 46 Ländern weltweit untersucht.

Der Politikwechsel in China von Ende Mai in der Photovoltaik-Politik habe dazu geführt, dass wegen der bestehenden Überkapazitäten die Preise weltweit gefallen seien. Die globalen Stromgestehungskosten für neue große Photovoltaik-Anlagen seien gegenüber dem ersten Halbjahr nochmals um 13 Prozent gesunken und lägen nun bei durchschnittlich sechs US-Dollarcent pro Kilowattstunde. Dies bezieht sich auf nicht-nachgeführte Solarparks, wobei die niedrigsten Kosten in Indien (2,8), Chile (3,5) und Australien (4,0 US-Dollarcent pro Kilowattstunde) erzielt worden sein, erklärt Analyst Tifenn Brandily auf Nachfrage von pv magazine. Die höchsten Stromgestehungskosten seien mit 27,9 US-Dollarcent pro Kilowattstunde in Japan zu verzeichnen gewesen. Die Onshore-Windkraft komme auf Stromgestehungskosten von 5,2 US-Dollarcent pro Kilowattstunde im zweiten Halbjahr – ein Rückgang um sechs Prozent zum Jahresbeginn.

Bloomberg NEF verweist noch darauf, dass höhere Zinssätze in China und den USA in den vergangenen zwei Jahren den Druck auf die Finanzierungskosten für Photovoltaik und Windkraft erhöht hätten. Die niedrigeren Anschaffungskosten für die Anlagen hätten dies aber mehr als kompensiert.

Kurzzeitbatteriespeichern seien die günstigste Art für neue schnelle Reaktions- und Speicherkapazitäten in allen wichtigen Volkswirtschaften, nur nicht in den USA, wo dank des billigen Gases diese Kraftwerke noch im Vorteil seien. Mit Anlaufen der Elektrofahrzeugproduktion erwarten die Analysten, dass die Kosten für Batterien bis 2030 um weitere 66 Prozent sinken. Damit werde Batteriespeicherung im Energiesektor zunehmend für die Kappung von Spitzenleistungen attraktiv. Immer häufiger würden Batterien auch zusammen mit Photovoltaik- und Windkraftanlagen installiert. In Australien und Indien sei die Kombination von Solar- und Windparks mit vierstündigen Batteriespeichersystemen im Vergleich zu neuen Kohle- und Gaskraftwerken bereits heutzutage wettbewerbsfähig und ohne Förderung für Netzdienstleistungen realisierbar.

*Anmerkung der Redaktion: Der Beitrag ist am 20.11.2018 mit weiteren Zahlen von BNEF-Analyst Tifenn Brandily ergänzt worden.