Nach einer aktuellen Pexapark-Analyse sinken die Photovoltaik-Marktwertfaktoren in einigen der wichtigsten europäischen Strommärkte. Eine entsprechende Untersuchung des Schweizer Marktforschungsunternehmens für erneuerbare Energien der Monate April 2025 und April 2026 verdeutlichte Rückgänge in Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und Spanien. Pexapark stellte gleichzeitig einen Anstieg des Anteils der Solarstromproduktion in Stunden mit negativen Strompreisen fest.

Grafik: Pexapark
Pexapark-Analyst David Battista merkt an, dass dieser Trend trotz der allgemeinen Volatilität an den Rohstoffmärkten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt auftrat. Dies deute darauf hin, dass die Marktwertfaktoren weiterhin primär durch strukturelle Überkapazitäten in Europa und weniger durch Brennstoff- oder geopolitische Entwicklungen bestimmt werden.
Den größten Einbruch verzeichnete Frankreich: von 0,42 im April 2025 auf rund 0,10 im April 2026, also ein Rückgang um 75 Prozent. Die Anzahl der Stunden mit negativen Strompreisen stieg von 90 auf 139, während der Anteil der während dieser Zeiträume erzeugten Solarenergie von 29,2 Prozent im April 2025 auf 45,1 Prozent im April 2026 zunahm. Mildere Temperaturen, eine schwächere Nachfrage in der Ferienzeit und eine verbesserte Verfügbarkeit von Kernenergie trugen ebenfalls zum Einbruch der Marktwertfaktoren bei. „Da auch benachbarte Märkte ähnliche Solarstromüberschüsse verzeichneten, waren die Exportmöglichkeiten begrenzt, was zu häufigeren Überangeboten im Inland und stärkeren Preiseinbrüchen während der Spitzenzeiten der Solarstromproduktion führte“, schrieb Battista.
In Deutschland sanken die Marktwertfaktoren von 0,40 im April 2025 auf etwa 0,26 im April 2026, ein Rückgang um rund ein Drittel. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Stunden mit negativen Strompreisen von 75 auf 123, und der Anteil der in diesen Perioden erzeugten Solarstrommenge erhöhte sich von 32,6 Prozent im April 2025 auf 46,8 Prozent im April 2026.
In Spanien fiel der Marktwertfaktor von 0,30 im April 2025 auf 0,28 im April 2026. Pexapark verzeichnete jedoch bereits Anfang des Jahres einen deutlicheren Rückgang: 0,18 im Februar 2026, verglichen mit 0,71 im Februar 2025. Dies wird auf eine außergewöhnlich hohe Wasserkraftproduktion zurückgeführt. Im Februar gab es in Spanien 148 Stunden mit negativen Strompreisen, im Februar des Vorjahres hingegen keine. Laut Battista deutet das darauf hin, dass sich nun auch in den Wintermonaten ein Überangebot abzeichnet.
In Italien, wo einige der höchsten Strompreise Europas herrschen, sanken die Marktwertfaktoren von 0,75 im April 2025 auf rund 0,71 im April 2026. Laut Pexapark ist dies der zweitniedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Battista schreibt, dass dieser Rückgang bemerkenswert sei, da die Solarenergienutzung in Italien im Vergleich zu Deutschland und Spanien noch relativ gering ist.
Die Analyse von Pexapark schließt mit Polen ab. Dort sanken die Marktwertfaktoren von rund 0,54 im April 2025 auf etwa 0,40 im April 2026, während die Anzahl der Stunden mit negativen Preisen von 75 auf 87 stieg und der Anteil der in diesen Perioden erzeugten Solarstromproduktion von 27,1 auf 28,5 Prozent zunahm. Laut Battista deuten die Daten auf einen zunehmenden Überangebotsdruck in Polen hin. Der hohe Anteil von Kohle an der Stromerzeugung und der vergleichsweise geringe Photovoltaik-Ausbau hätten jedoch bisher dazu beigetragen, höhere Marktwertfaktoren als in den gesättigteren westeuropäischen Märkten zu erzielen. „Der zunehmende Ausbau der Solarenergie und die stärkere Integration mit benachbarten Märkten lassen jedoch vermuten, dass sich ähnliche Drucksituationen im Laufe der Zeit, insbesondere in Zeiten geringer Nachfrage, verstärken könnten“, fügte er hinzu.
Pexapark zufolge bestätigen erste Daten aus dem Mai den im April beobachteten Trend. In mehreren Märkten wurden Rekord- oder nahezu Rekordwerte bei den negativen Preisen verzeichnet, und die Photovoltaik-Marktwertfaktoren verschlechterten sich weiter. „Die Daten vom April 2026 deuten darauf hin, dass die europäischen Solarmärkte in eine neue Phase eintreten könnten, in der Phasen starker Überversorgung zur Mittagszeit keine Einzelfälle mehr sind, sondern wiederkehrende strukturelle Gegebenheiten darstellen, insbesondere in den Übergangsmonaten“, schrieb Battista. „Vor allem in Deutschland und Frankreich werden längere Negativpreisperioden immer häufiger.“
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







Auch andere Länder haben PV und Windkraft ausgebaut. Das hat den Nachteil, dass wir uns gegenseitig blockieren. Deutschland sichere Abnehmer, haben selbst zu viel EE-Strom
Die niedrigen Strompreise kommen nicht mehr nur durch fossile Energie, sondern auch, weil die Netzbetreiber den EE-Strom ins Netz drücken müssen – egal zu welchem Preis. Und nicht zu vergessen die Deindustrialisierung: Wir werden bald weniger Strom benötigen.
So geschehen am 1. Mai 26.: Wo sonst zu negativen Preisen auch mal 18 GW ins Ausland abfließen, waren es an dem Tag „nur“ 10 GW, durchgehend von 10..17:00. Den Strom wollte selbst für -500 Eur/MWh keiner mehr abnehmen. Also auch kein Verlass mehr aufs Ausland!
Ein schwarzer Tag für Stromverbraucher und Steuerzahler, mehr >100 Mio Eur verbrannt.