Im vergangenen Jahr war die Photovoltaik-Nachfrage hierzulande nochmals rückläufig. Für Dezember veröffentlichte die Bundesnetzagentur nun knapp 145 Megawatt an neu gemeldeter Leistung. Bereits vier Freiflächenanlagen aus den Ausschreibungsrunden sind nach pv magazine-Informationen bis dato realisiert worden.
Der britische Photovoltaik-Projektierer vermeldete, dass er nun sein erstes Großprojekt in Deutschland umsetzen konnte. Es handelt sich um einen 4,7-Megawatt-Solarpark in Sachsen-Anhalt, der in der ersten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen einen Zuschlag erhalten hat. Es dürfte sich auch um das erste Ausschreibungsprojekt handeln, das überhaupt ans Netz gegangen ist.
Nach den vorläufigen Zahlen ist die neu installierte Leistung damit um 34 Prozent gewachsen. Die kumulierte Leistung aller Photovoltaik-Anlagen weltweit könnte bis zum Jahresende nach Angaben von GTM Research auf 321 Gigawatt. Für Deutschland erwarten die US-Analysten eine leichte Erholung des Marktes.
Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet unter Hochdruck an der EEG-Reform. pv magazine liegt Referentenentwurf vor, der an der Bagatellgrenze von einem Megawatt für die Ausschreibungen bei Photovoltaik-Anlagen festhält. Unionspolitiker üben allerdings in einem Brief an das Kanzleramt massive Kritik daran. Die Grünen und Greenpeace warnen dagegen, dass Deutschland eine Rolle rückwärts bei der Energiewende macht, wenn die Umstellung auf Ausschreibungen erfolgt.
Gibt es neue Hoffnung für die deutsche Photovoltaik-Branche? Zumindest hat es nun auf Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums einen gemeinsamen Workshop mit der Politik gegeben. Dabei ging es weniger um die Verbesserung des Photovoltaik-Marktes hierzulande, sondern eher darum, die Chancen deutscher Solartechnik im Ausland zu erhöhen.
Ab Mai wird wieder ein ehemaliger Spitzenfunktionär der deutschen Politik an die Spitze des Verbands treten. Die bisherige Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller hört zum Monatsende auf und soll dann bei RWE den Aufbau des Geschäfts mit erneuerbaren Energien koordinieren.
Die Gegner der erneuerbaren Energien vergessen und verschweigen gern, dass auch Atom und Kohle in der Vergangenheit stark subventioniert worden sind. Kemfert spricht hier von einem dreistelligen Milliardenbetrag, wobei die Kosten für den Rückbau und Endlagerung dazu kommen. Sie plädiert dafür, dass trotz niedrigem Ölpreis genau jetzt in die Energiewende investiert werden muss.
Nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat die Regierung den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft massiv gefördert. Erneuerbare-Energien-Projekte mit einer Gesamtleistung von mehr als 85 Gigawatt profitieren davon, die meisten davon sind Photovoltaik-Anlagen.
Interview: Nach einer längeren Durststrecke ist für die französische Solarbranche nun wieder eine Aufbruchsstimmung greifbar, sagt Sven Rösner, stellvertretender Geschäftsführer des Deutsch-französischen Büros für erneuerbare Energien (DFBEE). Die Regierung in Paris sendet deutliche Signale, dass sie auf einen verstärkten Photovoltaik-Ausbau setzen will. Damit könnte Frankreich zu einem wichtigen Wachstumsmarkt in Europa werden.
Der Bundeswirtschaftsminister zeigte auf einer Konferenz in Berlin auf, wie aus seiner Sicht die Energiewende nun langfristig zu einem Erfolg gemacht werden kann. Er betonte dabei, dass die Bundesregierung den Weg der marktwirtschaftlichen Ausrichtung beim Ausbau der Erneuerbaren konsequent weitergehen wird. Einen schnelleren Ausbau von Photovoltaik und Windkraft will Gabriel nicht, damit die Schere mit dem Netzausbau nicht noch weiter auseinandergeht.