GTM Research: Weltweiter Photovoltaik-Zubau 2015 bei 59 Gigawatt

GTM Research geht nach vorläufigen Berechnungen von einem globalen Photovoltaik-Zubau von 59 Gigawatt im vergangenen Jahr aus. Dies bedeute einen Anstieg von 34 Prozent gegenüber 2014. „Das vierte Quartal 2015 zeigte, dass die weltweite Photovoltaik-Nachfrage sehr von der Gnade staatlicher Unterstützung abhängt, die oftmals sehr unvorhersehbar und eigenwillig ist“, erklärte Mohit Anand, Senior Solar Analyst bei GTM Research, am Freitag. Als Beispiel nennt er etwa die Verlängerung der Photovoltaik-Steuervergünstigungen ITC in den USA, wie sie im Dezember beschlossen wurden. Dies habe gezeigt, welche Aufschwünge von Photovoltaik-Märkten mit der Unterstutzung der Regierung möglich seien. Aufgrund der Verlängerung des ITC über 2017 hinaus sei nun davon auszugehen, dass der Anteil der USA am Photovoltaik-Weltmarkt von derzeit etwa 10 Prozent auf 20 Prozent bis 2020 steigen werde. Dies sei ein substanzieller Anstieg, da auch in der Asien-Pazifik-Region – jenseits von China – mit einem deutlichen Anstieg der Nachfrage zu rechnen sei, so Anand weiter. Etwas gedämpfte Erwartungen gebe es angesichts der Kürzungen der Solarförderung in Japan, Großbritannien und China.

Für dieses Jahr gehen die US-Analysten davon aus, dass China und die USA weiterhin führend bleiben werden. Insgesamt sei eine neu installierte Leistung von 64 Gigawatt weltweit zu erwarten. Aufstrebende Märkte in Lateinamerika und Asien würden dabei eine wichtige Rolle spielen. Zudem werde sich Indien als großer Photovoltaik-Markt weiter etablieren und eine Multi-Gigawatt-Nachfrage. Für Deutschland rechnet GTM Research in diesem Jahr mit einer leichten Erholung und einer Nachfrage von zwei Gigawatt, sagte Anand auf Anfrage von pv magazine. Insgesamt sei global mit einer kumulierten Leistung von 321 Gigawatt bis zum Jahresende zu rechnen. Bis 2020 gehen die Analysten in ihrer derzeitigen Prognose dann bereits von fast 800 Gigawatt aus.

Optimistisch zeigt sich GTM Research, das die Ergebnisse des Klimagipfels in Paris den globalen Photovoltaik-Zubau beschleunigen werden. Viele Länder müssten nun auf erneuerbare Energien setzen, um den Verpflichtungen nachzukommen. Photovoltaik werde dabei als schnelle und kostengünstige Variante gesehen, so Anand weiter. (Sandra Enkhardt)