Bericht: Solibro GmbH wird Insolvenz anmelden

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Offenbar wird die Solibro GmbH in den kommenden Tagen Insolvenz anmelden. Die Geschäftsführung des CIGS-Photovoltaik-Herstellers habe die Belegschaft am Mittwoch in einer knappen E-Mail darüber informiert, berichtet die „Mitteldeutsche Zeitung“. Demnach soll der Insolvenzantrag noch in diesem Monat gestellt werden. Auf einer Versammlung habe die Geschäftsführung auf Druck des Betriebsrats und der Gewerkschaft IG Metall dies den 221 Beschäftigten in Thalheim bestätigt.

„Trotz unserer starken Bemühungen kann die Solibro GmbH leider keine ausreichenden Mittel beschaffen, um das Gehalt im August zu zahlen“, zitiert die Lokalzeitung aus der Mail. Die Mitarbeiter seien wochenlang über die Situation im Unklaren gewesen. Sie seien aber bereit zu kämpfen. Betriebsrat und IG Metall hätten sich anwaltliche Unterstützung geholt, um einen Interessenausgleich und Sozialplan zu erarbeiteten, heißt es in dem Bericht weiter.

Es ist nicht das erste Mal, dass Solibro in Schwierigkeiten steckt. Der Hersteller von CIGS-Dünnschichtmodule war 2012 im Zuge der Insolvenz von Q-Cells an den chinesischen Konkurrenten Hanergy verkauft worden. Bereits 2015 musste das deutsche Unternehmen wegen der schwachen Auftragslage Kurzarbeit anmelden. Danach gab es Pläne, ähnlich wie der Maschinenbauer Manz, CIGS-Turnkey-Anlagen anzubieten.

In einem Statement an pv magazine erklärte Hanergy am Freitag: „Seit Dezember 2015 ist die Solibro GmbH keine Tochtergesellschaft unserer Konzerngesellschaft mehr. Hanergy hat nur zwei mit Solibro verbundene Tochtergesellschaften, die Solibro Hi-Tech GmbH und Solibro Research AB.“*

Auch 2018 schickte der Photovoltaik-Hersteller die Mitarbeit für neun Monate wieder in Kurzarbeit, wie die Zeitung weiter berichtet. Dort heißt es unter Berufung auf ein Betriebsratsmitglied, dass vertraglich vereinbarte Zahlungen nicht erfolgt und Maschinen auch schon demontiert wurden. Seit Monaten seien nur noch CIGS-Dünnschichtmodule „in homöopathischen Mengen“ produziert worden. Nach eigenen Angaben verfügt Solibro über eine Produktionsjahreskapazität von 145 Megawatt.

Solibro bestätigte mittlerweile auf Anfrage von pv magazine, dass es Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen muss. Mehr dazu lesen Sie in diesem Artikel

*Anmerkung der Redaktion: Hanergys Erklärung zu einer Verbindung zu Solibro ist am Freitag, 23.8.2019, 10 Uhr im Artikel ergänzt worden.