Die Staatsanwaltschaft Dresden hat wegen des Verdachts auf Betrug im besonders schweren Fall in 41 Fällen Anklage gegen zwei Beschuldigte erhoben. Eine 61-jährige Beschuldigte ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Geschäftsführerin eines in Dresden ansässigen und mit dem Vertrieb von Photovoltaik-Anlagen befassten Unternehmens. Ein 64-jähriger Beschuldigter ist Prokurist dieses Unternehmens.
Beide waren im März letzten Jahres festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft macht weiterhin keine Angaben zum Namen des Unternehmens. Verschiedenen Quellen zufolge – darunter eine Mitteilung der Rechtsanwaltskanzlei Lindenfels legal aus Frankfurt (Main), die Geschädigte in dem Fall vertritt – handelt es sich um die Sense4Energy GmbH, gegen die im vergangenen Mai ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Geschädigte durch Sense4Energy ist auch die Solar Direktinvest GmbH, der nach eigenen Angaben „ein Schaden in Höhe von mehreren Millionen Euro“ entstand. Die Firma habe auch „vereinzelte Angebote“ über die Plattform Milk the Sun verkauft; Solar Direktinvest gehört zur Milk the Sun-Unternehmensgruppe. Die von Solar Direktinvest erworbenen Projekte seien „äußerst überzeugend“ dokumentiert gewesen, man habe „jedes einzelne Dachprojekt, das von Seiten der sense4energy verkauft wurde, einer umfangreichen Prüfung unterzogen, sowohl technisch als auch in Bezug auf die Vertragsgestaltung“.
Die Dresdener Staatsanwaltschaft schildert das Vorgehen der Beschuldigten allerdings so, dass es einer eingehenden Prüfung durch Fachleute eigentlich nicht hätte standhalten dürfen. Sie sollen „zumindest seit dem Jahr 2020“ schlüsselfertige Photovoltaik-Anlagen zum Festpreis an Interessenten im gesamten Bundesgebiet angeboten haben, zu den Angeboten habe neben dem Bau der Anlage auch die Dachsanierung gehört und vor allem „der Trassenbau zur Einspeisung ins Netz und die Anmeldung bei den jeweiligen Netzbetreibern“. Hierfür hätten sie „erhebliche Anzahlungen“ kassiert – aber nicht geliefert: Den Vorwurf, dass sie die versprochenen Leistungen gar nicht – oder nicht vollständig – erbringen wollten, stützt die Staatsanwaltschaft unter anderem darauf, dass es bei allen Bauprojekten am zugesagten Netzabschluss fehlte.
Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden auf mehr als zwölf Millionen Euro. Die beiden Beschuldigten bestreiten den Angaben zufolge die Vorwürfe. Der 64-jährige Prokurist sei bereits teilweise einschlägig vorbestraft, er befinde sich weiter in Untersuchungshaft. Die 61-jährige Geschäftsführerin sei hingegen nicht in Untersuchungshaft.
Nunmehr werde das Landgericht Dresden über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. Den Termin zur Hauptverhandlung wird das Landgericht demnach noch festlegen.
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