Eine Welt ohne Gasinfrastruktur: Elektrifizierung mit Methanol für den Rest
Was ist ein kosteneffizienter Weg, um schwer zu elektrifizierende Sektoren tiefgreifend zu dekarbonisieren? Dieser Fragen gingen die Wissenschaftler um Tom Brown, Professor am Fachbereich für digitale Transformation im Energiesystem an der TU Berlin, nach. Im Interview erklärt er die Ergebnisse der Studie und warum es sinnvoll sein kann, einen „minimalen Methanol-Backstop“ zu haben, um den Restbedarf in hochgradig elektrifizierten Systemen zu decken.

Foto: Christian Kielmann
pv magazine: Sie haben das Paper „A minimal methanol backstop for high electrification scenarios“ mit verfasst und veröffentlicht. Was ist Ihre Kernaussage in dieser Studie?
Tom Brown: Wir haben in dem Paper ein klimaneutrales Szenario für Europa simuliert und gezeigt, dass sich fast die gesamte Energienachfrage mit einer Kombination aus Elektrifizierung und Methanol decken lässt. Vor fünf Jahren gingen viele noch davon aus, dass man für Anwendungen wie Lkw-Verkehr, industrielle Prozesswärme oder Backup-Kraftwerke unbedingt Wasserstoff braucht. Inzwischen sieht man aber, dass batterieelektrische Lkws Realität werden und es auch für die Wärmebereitstellung viele elektrische Lösungen gibt. Für die verbleibenden Anwendungen braucht man eher Wasserstoffderivate wie Methanol oder Ammoniak – und weniger reinen Wasserstoff.
Was sind die Vorteile von Wasserstoff-Derivaten wie Methanol gegenüber klassischem Wasserstoff?
Wasserstoff ist wegen seiner geringen Dichte und kleinen Molekülgröße beim Transport und bei der Speicherung technisch und infrastrukturell aufwändig. Man müsste gleichzeitig ein Pipeline-Netzwerk und unterirdische Kavernenspeicher aufbauen und parallel dazu Angebot und Nachfrage hochskalieren – also im Grunde ein vierdimensionales Henne-Ei-Problem. Diese Komplexität schlägt sich am Ende auch in den Kosten für die Endkunden nieder.
Und bei Methanol?
Methanol dagegen lässt sich als Flüssigkeit sehr gut transportieren und lagern, was den Infrastrukturaufbau deutlich vereinfacht. Ein schnell gebauter oberirdischer Stahltank kann Energiemengen von bis zu einer Terawattstunde speichern. Für den Transport bietet sich eine flexible Kombination aus Schiffen, Zügen, Lkws und Pipelines an. Natürlich braucht man dafür eine nachhaltige Kohlenstoffquelle, zum Beispiel Biomasse. Aber viele Anwendungen, etwa in der Chemieindustrie oder bei synthetischen Kraftstoffen, benötigen ohnehin Kohlenstoff.
Was sehen Sie als klassische Anwendungsfelder für den Einsatz von Methanol?
Methanol wird vor allem dort eingesetzt, wo direkte Elektrifizierung schwierig oder kaum möglich ist: zum Beispiel in der Chemieindustrie als Feedstock für die Herstellung von Kunststoffen, als energiedichter Treibstoff für die Schifffahrt zwischen Kontinenten, für die Herstellung von Kerosin im Flugverkehr oder in Kraftwerken für lange dunkle und windarme Perioden, in denen Batterien allein nicht ausreichen.
Kann man das Methanol auch einfach so in den Gaskraftwerken nutzen?
Ja. Im Gegensatz zu Wasserstoff ist die Umstellung von Gaskraftwerken von Methan auf Methanol relativ einfach: Im Wesentlichen müssen nur die Brenner ausgetauscht werden. Das wurde bereits bei einem Kraftwerk in Israel demonstriert. Weil Methanol eine niedrigere Verbrennungstemperatur als Methan hat, entstehen dabei sogar weniger Stickoxide in den Abgasen. Die höheren Verbrennungstemperaturen von Wasserstoff sind in dieser Hinsicht eher ein Nachteil.
Welche Alternativen neben Methanol sehen sie noch zu Wasserstoff und wie lassen diese sich herstellen?
Für die Herstellung synthetischer Kohlenwasserstoffe bietet sich zum Beispiel die Fischer-Tropsch-Synthese an. Allerdings entsteht dabei immer eine ganze Bandbreite an Produkten, die anschließend weiterverarbeitet und getrennt werden müssen. Hier hat die Methanolsynthese wegen ihrer hohen Selektivität einen klaren Vorteil. Eine weitere Option ist Ammoniak. Das könnte man ebenfalls in Kraftwerken und möglicherweise auch in der Schifffahrt einsetzen. Allerdings ist Ammoniak unter normalen Bedingungen ein toxisches Gas, das entweder gekühlt oder unter Druck gespeichert werden muss.
Brauchen wir für die Herstellung von Bio- oder E-Methan staatliche Subventionen und welche Vor- oder Nachteile haben diese gegenüber Methanol?
Methan könnte man natürlich auch weiterhin für Gaskraftwerke nutzen, die während Dunkelflauten laufen. Allerdings kann Methan die deutlich größeren Nachfragen nach Flugtreibstoffen, Schiffstreibstoffen und chemischen Grundstoffen nicht direkt bedienen. Dafür eignet sich Methanol deutlich besser. Außerdem muss man sowohl bei Verbrennungsmotoren als auch entlang der gesamten Lieferkette darauf achten, dass kein Methan entweicht, weil es ein sehr potentes Treibhausgas ist. Subventionen für die Herstellung von Biogas und Biomethan gibt es heute bereits, etwa für die Stromerzeugung über das EEG oder den THG-Quotenhandel im Verkehrssektor. Ich sehe manche dieser Anwendungen allerdings kritisch: Biogasanlagen mit hohen Volllaststunden passen nicht besonders gut in ein Energiesystem mit sehr viel Wind- und Solarstrom sowie hoher Flexibilität. Sinnvoller wäre es oft, das aufbereitete Methan ins Gasnetz einzuspeisen und gezielt für die wenigen hundert Stunden einer Dunkelflaute zu nutzen. Auch im Straßenverkehr haben wir inzwischen bessere elektrische Alternativen.
Gibt es Mechanismen der EU, die eine Änderung in Richtung Methanol oder anderer Wasserstoff-Derivate fördern könnten?
Ja, die steigenden Quoten für „Sustainable Aviation Fuels“ in der „ReFuelEU“-Aviation-Verordnung sowie für klimaneutrale Treibstoffe in der Schifffahrt im Rahmen von „FuelEU“-Maritime begünstigen Methanol. Diese Regelungen haben mit dazu beigetragen, dass die ersten großen Projekte für grünes Methanol finanziert werden konnten. Auch die European Hydrogen Bank hat Projekte für Methanol und Ammoniak mit direkten Subventionen unterstützt.
Wie hoch wer der Bedarf an Methanol in Ihren Szenarien?
Der Methanolbedarf liegt in unseren Szenarien zwischen 1100 und 1360 Terawattstunden pro Jahr – abhängig davon, ob Methanol zusätzlich auch in Backup-Kraftwerken eingesetzt wird. Zum Vergleich: Die Stromnachfrage liegt in diesen Szenarien bei etwa 5400 Terawattstunden pro Jahr.
Wie wäre die Entwicklung der Kosten, wenn man auf Methanol statt Wasserstoff setzt?
Wenn man die Gesamtsystemkosten betrachtet, ist unser „Minimal-Methanol“-Szenario nur etwa 2,4 Prozent teurer als ein Szenario, das sich für die Backup-Kraftwerke auf eine Kombination aus Wasserstoff und Methan stützt. Allerdings sind die Kosten für Wasserstoffpipelines seit der Festlegung unserer Annahmen deutlich gestiegen. Deshalb würden wir heute wahrscheinlich eine noch kleinere Kostendifferenz erwarten.
Gibt es Vorteile von Methanol gegenüber Wasserstoff, die in Ihren Berechnungen noch nicht eingepreist sind?
Genau. Wir argumentieren, dass diese geringen Mehrkosten gerechtfertigt sind, weil Methanol eine Reihe von Vorteilen bietet, die unser Modell gar nicht vollständig abbilden kann. Zum Beispiel wird derzeit ein enormes und sehr kostspieliges Wasserstoffnetz in Deutschland geplant und aufgebaut, obwohl die zukünftige Wasserstoffnachfrage wahrscheinlich überschätzt wurde. Methanol hat dagegen den Vorteil, dass man die Infrastruktur sehr flexibel an die tatsächliche Nachfrage anpassen kann. Bei geringer Nachfrage kann Methanol per Schiff oder Bahn transportiert werden, und bei höherer Nachfrage könnte man bestehende Ölpipelines umwidmen. Auch Speichertanks lassen sich vergleichsweise schnell bauen. Wasserstoff hängt dagegen stark von großer Infrastruktur ab, deren Aufbau viele Jahre dauert – und die am Ende vielleicht gar nicht in diesem Umfang benötigt wird.
Könnte Methanol auch bei Anwendungen zum Zug kommen, die heute noch durch Biomasse gedeckt werden und sich damit das Thema „Teller oder Tank“ erledigen? Welche Maßnahmen sind hier aus ihrer Sicht notwendig?
Viele der heutigen Biomasse-Anwendungen sind aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß, vor allem wenn dafür Energiepflanzen wie Mais angebaut werden, die viel Fläche benötigen. Mittelfristig sollten wir weg von solchen Energiepflanzen und stattdessen vor allem Reststoffe und Abfälle nutzen. Damit würde sich auch die Debatte um „Teller oder Tank“ weitgehend entschärfen. Die verbleibende nachhaltige Biomasse sollte dann gezielt in den Anwendungen eingesetzt werden, für die wir nur wenige Alternativen haben – also etwa in der Schifffahrt, im Flugverkehr, in der Chemieindustrie oder für die wenigen Stunden einer Dunkelflaute.
Was müsste jetzt politisch getan werden, um stärker in die Richtung Methanol zu gehen? Im Moment geht die Politik doch eher in Richtung Wasserstoff, etwa mit dem Aufbau des Kernnetzes?
Wenn wir das Wasserstoff-Kernnetz ohne ausreichende Nachfrage weiter ausbauen, kommen mehrere Milliarden Euro an Kosten auf uns zu. Ich würde deshalb erst einmal eine Pause einlegen, sobald die wichtigsten Industriestandorte im Norden und Westen Deutschlands – etwa Stahlwerke und Raffinerien – angeschlossen sind. Natürlich kann man mit Wasserstoffkraftwerken in diesen Regionen experimentieren. Ich würde aber erwarten, dass wir für viele der übrigen Kraftwerke eher Methan oder Methanol nutzen werden. Damit könnte man teure Umrüstungen vermeiden. Gleichzeitig sollte man Subventionen für die Nutzung von Biomasse im Straßenverkehr, im Gebäudebereich oder für dezentrale Stromerzeugung mit hohen Volllaststunden schrittweise abbauen. Stattdessen sollte die Politik die Nutzung nachhaltiger Biomasse für Biomethanaufbereitung oder Methanolsynthese fördern – also für die Anwendungen dort, wo Elektrifizierung schwierig oder kaum möglich ist. Und natürlich müssen wir bei der Elektrifizierung weiter Tempo machen und den Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeichern vorantreiben. Gerade dort können wir in den nächsten Jahren noch sehr große Fortschritte erzielen.
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In der Studie steht dann auch zitiert „methanol should instead be used as a last-resort solution for gaps left in a highly electrified economy“.
Also ganz klar „highly electrified economy“ und last-resort solution“.
Da ist nichts mit „Methanol-basierter Wirtschaft“.
Ein solcher Versuch wäre keine Umstellung, sondern ein massiver Rückschritt.
Decarbonisierung via Kohlenwasserstoffen ist schlicht unmöglich. Accounting hin oder her, Accounting würde allerdings aufzeigen, dass es da zu keiner Reduzierung kommt.
Allerdings erlaubt die derzeitige Variante von Carbon-Accounting recht merkwürdige Rechnungen, indem dringend benötigte Wiederherstellung der Carbonsenken als eine Reduzierung gerechnet wird, die dem stetigen Ausstoß von neuem Kohlendioxid gegengerechnet wird. Also quasi eine Rechnung basierend auf a-b = a-b+b mit b>0.
Der Pferdefuß bei der ganzen Geschichte ist unten links in der hübschen bunten Grafik deutlich zu erkennen: Der CO2 Ausstoß des Gesamtsystems dürfte zwar geringer ausfallen, doch der CO2 Ausstoß der Industrie und der aus fossilen Kraftwerken bleibt weiterhin fest mit eingeplant.
Korrekt, in Relation gesetzt zu dem recht klein dargestellten fossilen Kraftwerk unten links, wäre die verfügbare Menge an fester Biomasse nicht so ein großes Icon sondern ein verstecktes Subpixel, wenn wir aufrunden.
Oder aber das fossile Kraftwerk würde den größten Teil der Grafik einnehmen. Bei gleichzeitigem Schrumpfen des Biomasse-Icons (und aller anderen Icons).
Tom Brown sieht zwar noch sehr jung aus, wäre aber mein Favorit, um die vakante Position der Führung des Wirtschaftsministeriums zu übernehmen. Hier bahnt sich Großes an.
Der Artikel erscheint schlüssig. In meinen Augen blendet er jedoch den wesentlichsten Aspekt aus, die Kosten. Laut Ariadne-Report 2025 ebenfalls von der TU Berlin liegen die Gestehungskosten von grünem Wasserstoff in Deutschland bei 156 EUR/MWh im Jahr 2030. Bis man daraus wieder Strom hat, liegt man über dem doppelten Wert.
Mir fehlt sehr oft die Flexibilität im Verbrauch als Lösung. Ich bin überzeugt, dass (Hochtemperatur)-Wärme als Backup oft die beste Lösung ist.
Dazu ein Beispiel: Wärmepumpe bedeutet heute meist Luftwärmepumpe. In der Dunkelflaute (kalt) kann der Verbrauch gegenüber einer Erdwärmepumpe bei guter Ausführung beim Doppelten, bei schlechter auch deutlich darüber liegen. Wenn man die Erdwärmepumpe bei großen Anlagen zusätzlich mit einem direktelektrischen Hochtemperatur-Spitzenspeicher kombiniert, kann man die Wärmepumpe in der Dunkelflaute ganz ausschalten. Wenn man so die kältesten 5 Tage im Jahr abdeckt, kann die Anlage halb so groß gebaut werden, was bei einer Erdwärmepumpe grob 30% weniger Kosen bedeutet.
Horst Kisch schrieb:
„In jeder Hinsicht besser und vor allem realistischer als Wasserstoff.“
Realistischer?
Ja, denn der benötigte Kohlenstoff in den benötigten Mengen kommt dann unweigerlich von fossilen Brennstoffen und um diese dann zu „grünen“ Energieträgern umzuwandeln, braucht es Unmengen an grünen Strom. Der massiv erhöhte Bedarf wird dann mit Strom aus fossilen Kraftwerken gedeckt. (Gut wenn man mit dem Bau von Gaskraftwerken vorgesorgt hat).
Also ja, das ist erheblich realistischer, denn da stecken Billionengewinne dahinter.
Die Kosten dafür, dass wir einfach weiter Dinge verbrennen, nicht strikt im Sinne von $$$, sind ruinös für diejenigen, die dies mit (der Verschwendung) ihrer Lebenszeit finanzieren.
Damit will ich nicht sagen, dass Methanol nicht einen kleinen sinnvollen Teil beitragen könnte, wo es Sinn macht. Sondern, dass eine Methanol-basierte Wirtschaft schlicht eine Umstellung von fossilen Brennstoffen auf fossile Brennstoffe, umgewandelt mit anderswo dringend benötigtem erneuerbarem Strom, bedeutet. Also nicht nur keine Verbesserung, sondern eine deutliche Verschlechterung darstellt. Da ist dann nichts mit „beyond oil and gas“, sondern die Abwärtsspirale wird beschleunigt.
Warten auf das Wunder, dass wir weitermachen können, wie zuvor. Das Verschlafen und Ignorieren von industriellen Revolutionen hat noch keinem gut getan.
In jeder Hinsicht besser und vor allem realistischer als Wasserstoff. Siehe das Buch von Nobelpreisträger G.A. Olah.
Beyond Oil and Gas: The Methanol Economy
Olah, George A. / Goeppert, Alain / Prakash, G. K. Surya
Cover
2. Auflage September 2009
XVI, 334 Seiten, Softcover
Die notwendigen Kohlenstoffmengen und Strommengen sind gewaltig, auch die müssen billig verfügbar sein und transportiert werden.
Umwandlung in grünes Kerosin noch mal mit Effizienzverlusten.
In einem solchen Szenario muss man mit hohen Importen rechnen, was aber auch bei allen anderen Szenarien der Fall sein wird.
Frage: bio Methanol soll pro 1000 Liter (790 kg) nur 900 Dollar kosten.
Wie kommt dann die Zahl von 2,4 mal so teuer zu Stande?
Was genau kostet wieviel.
Welche Mengen Strom werden benötigt,
wieviel Biomasse …, ?
was kostet die Anlage ?
Ein Tank soll 1 Terrawatt h speichern ? Aber 1000 kg bringen nur Maximal 6000 kW/h (1000 Liter nur 4400 kW/h) . Also 50% weniger als Benzin.
Das wäre mehr als der Strombedarf fuer einen halben Tag der Bundesrepublik
was ist das für ein riesen Tank. Oder ist die geschilderten Einheiten im Bericht ungenau , also MW an Tankgröße würde passen?
Ich habe auch Studien von 2004 und 2024 gefunden. Aber da waren die Zahlen nicht ganz so.
Wie sollen die Mengen produziert werden. Wären dann nicht Kohlekraftwerke dafür geeignet statt Biogas. Da die ja in Europa sowieso noch laufen und man so den CO2 Gehalt reduzieren könnte
Finde ich auch absolut sinnvoll via CH4O ++ (s. Grafik oben: TU Berlin)
Insbesondere auch wegen der einfachen Speicher- u. Transportfähigkeit.
H2 / Synthese vorzugsweise in Zeiten von Börse <0 € bzw. in Combi mit BESS (Battery Energy Storage Systems). Einfach ist gut, ja!
Absolut sinnvoll, leider kaum in der ernsthaften Diskussion: Gute Energiedichte, unter Normalbedingungen flüssig, sowie einfach transportabel und lagerbar, analog zum Bio-Ethanol. Einfach ist gut!
Im Methanol ist leider das böse C wieder enthalten. Das missfällt dem grünen – manchmal wohl auch leicht radikal angehauchten – Mitmenschen. Deshalb der Fokus auf das „reine“ H(2). Das war zumindest mein bisheriges Verständnis, warum man alle anderen – sehr sinnvollen Lösungen – wie Methan und Methanol bislang gar nicht diskutiert. Eben doch leider eine ideologisch eingefärbte Debatte.
Es war mir immer ein Rätsel warum man so auf der Wasserstoff-Schiene geritten ist. Man braucht Wasserstoff zwar auf jeden Fall als Grundgerüst und kann ein paar Anwendungsfälle direkt damit lösen, aber sobald man die Lagerung einbeziehen muss, sind flüssige Chemikalien viel praktischer. Außer Methanol sind die anderen Kandidaten Ammoniak und E-Fuel.
Ist halt immer noch ein C im CH3OH… gefällt nicht jedem, erst recht nicht, wenn die Null CO2 technisch stehen muss.
Guter Mann der Herr Brown. Methanol kann man sogar in alten Heizöltanks lagern. Die gesparte Infrastruktur ist ein krasser Vorteil und das das Zeugs nicht so flüchtig wie H2 ist. Also bitte direkt ins BMWE senden und das ganze H2-Pipeline-Projekt abbrechen. Das spart Milliarden für welche anderen Zwecke auch immer.