Lithium-Ionen-Batterien zunehmend attraktiv für Minigrids in Afrika und Asien

Teilen

Bei der Elektrifizierung ländlicher Gebiete in Afrika oder Asien werden Lithium-Ionen-Batterien die Blei-Batterien verdrängen. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, die das Beratungsunternehmen THEnergy am Montag veröffentlichte. Grund dafür sei, dass sich die Preisschere bei der Lebenszyklus-Betrachtung zwischen den beiden Technologien immer mehr schließe. Die meisten der befragten Minigrid-Entwickler gehen der Umfrage zufolge davon aus, innerhalb der nächsten zwei Jahre auf Lithium-Ionen-Lösungen umzustellen.

Für Anwendungen im Bereich der ländlichen Elektrifizierung werden THEnergy zufolge traditional Blei-Säure Batterien verwendet, um die Minigrids zu möglichst geringen Kosten zu bauen und zusätzliche Risiken durch den Einsatz neuer Technologien zu vermeiden. Vielfach bevorzugten Minigrid-Entwickler die Blei-Säure-Lösungen nur noch aufgrund ihres geringeren Kapitalbedarfs, heißt es weiter.

Beim Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien sehen die befragten Minigrid-Entwickler jedoch noch Trainingsbedarf. In vielen Zielländern gebe es noch keine Erfahrung im Umgang mit der Technologie. Dies könne zu unerwarteten Kosten bei Export und Transport führen. Andere Speicher-Technologien wie Durchfluss-Batterien spielen der Umfrage zufolge noch eine untergeordnete Rolle bei den Projekt-Entwicklern. „Bei den Flow-Batterien hat man den Vorteil, dass Leistung (Kilowatt) und Kapazität (Kilowattstunde) unabhängig voneinander skalierbar sind“, sagt THEnergy-Geschäftsführer Thomas Hillig auf Nachfrage von pv magazine. Bisher seien diese Batterien jedoch noch deutlich zu teuer. Nur das Caterpillar-Tochterunternehmen Fluidic und Henri Fraise als Caterpillar-Händler würden auf Madagaskar solche Batterien für Minigrids einsetzen.

Zu den Hauptmärkten für Energiespeicher im Minigrid-Segment zählt THEnergy Indien, Nigeria, Tansania, Kenia, Uganda, Mali, Ghana, Indonesien, Bangladesch, die Philippinen und Haiti. „Die jüngsten Investitionen im Bereich der ländlichen Elektrifizierung ermöglichen, dass jährlich mehrere hundert Mini-Grids gebaut werden können“, sagt Hillig. Kurzfristig erwartet er ein jährliches Marktpotenzial von 50 Megawattstunden – langfristig könne diese Zahl auf bis zu eine Gigawattstunde steigen.

Bis vor kurzem hätten insbesondere entwicklungspolitische Finanzinstitution und Impact Investoren in die ländliche Elektrifizierung mit Solarenergie investiert. Dies habe sich mit Investitionen von Shell, Engie, Mitsui, Total und Caterpillar geändert. „Speicherhersteller sollten überlegen, früh in das Marktsegment einzutreten“, rät der THEnergy-Geschäftsführer. Die Analyse des Beratungsunternehmens basiert auf 22 Experten-Interviews mit Entscheidungsträgern von Minigrid-Entwicklern sowie Energiespeicher-Anbietern und deckt dabei in erster Linie Märkte in Afrika und Asien ab.