In ihrer nächsten Sitzung will die Länderkammer selbst abschließend über die Maßnahmen zur Beschleunigung des Photovoltaik-Zubaus beraten. Im „Solarpaket 1“ sollten dabei auch „Resilienzinstrumente“ zur Stärkung der heimischen Solarindustrie aufgenommen werden.
Der Verband plädiert für den Einsatz „einer zeitlich definierten, einmaligen Fördermaßnahme“ für die deutsche und europäische Photovoltaik-Industrie.
Der LEE NRW bilanziert zwar ein Rekordjahr beim Photovoltaik-Zubau, nach Bayern belegte das Land im Bundesvergleich den zweiten Platz. Auf Freiflächen werde aber viel zu wenig installiert.
Nur wenn die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen für einen fairen Wettbewerb mit Photovoltaik-Herstellern in China und den USA schafft, wird Solarwatt auch im nächsten Jahr noch Solarmodule in Dresden fertigen. Unabhängig von dieser Entscheidung wird das Unternehmen aber auch in Zukunft seine ganzheitlichen Photovoltaik-Lösungen anbieten, denn „Solarwatt ist schon lange viel mehr als ein reiner Modulproduzent“, wie Geschäftsführer Detlef Neuhaus im pv magazine-Interview erklärt.
Im Förderprogramm sind damit bislang 26 Photovoltaik-Projekte zum Zuge gekommen. Die Anlagen zur Überdachung mit Parkplätzen ab 35 Stellplätzen erhalten vom Landesumweltministerium insgesamt 3,55 Millionen Euro.
Der Photovoltaik-Industrieverband appelliert in einem Brief an die Europäische Kommission, innerhalb von zwei Monaten zu handeln. Sonst seien Handelsbarrieren unvermeidbar.
Interview: Die Solarindustrie in Deutschland steht massiv unter Druck. Resilienzboni werden von vielen Photovoltaik-Herstellern als kurzfristig wirkende Maßnahmen gesehen, um die Unternehmen im Wettbewerb zu stützen und gleichzeitig Transparenz für die Endkunden zu schaffen, wie Eric Quiring, Global Public Affairs Manager bei SMA, erklärt. Den Druck, unter dem Installationsunternehmen stehen, kann er durchaus nachvollziehen, nicht aber ihre Vorbehalte gegen die Resilienzboni.
Die jüngste Ausschreibungsrunde für Solarparks war dreieinhalb Mal überzeichnet. Deshalb fordert Naturstrom nun Änderungen der Ausschreibungspraxis. So soll die Marktdynamik für einen schnelleren Erneuerbaren-Ausbau genutzt werden.
Der zusätzliche Finanzierungsbedarf liegt nach Einschätzung des energiepolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion Michael Kruse bei 17 Milliarden Euro – gut doppelt so viel wie die Annahme der Übertragungsnetzbetreiber. Diese setzen den Börsenpreis zu hoch an, kritisiert Kruse.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hat Vorschläge veröffentlicht, wie sich die Solarindustrie in Deutschland und Europa stärken lässt. Es gehe darum, Abhängigkeiten bei Energiewendetechnologien zu verringern und die Resilienz zu erhöhen.