SMA erwartet leichte Einbußen im US-Geschäft wegen Zöllen

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Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte der Vorstand der SMA Solar Technology AG die vorläufigen Geschäftszahlen für 2017 und wagte eine Prognose für das laufende Jahr. Am Freitag präsentierte er auf dem 10. Capital Markets Day die Pläne und Strategien ausführlich. So soll der Umsatz in diesem Jahr wieder gesteigert werden und zwischen 900 und 1000 Millionen Euro liegen. Die in dieser Woche von US-Präsidenten Donald Trump angekündigten Importzölle für Solarzellen und Solarmodule von 30 Prozent hätten dabei ein „leicht negativen Einfluss“ auf die Erwartungen, wie es in der Präsentation des Vorstands hieß. Konkrete Zahlen zu den Auswirkungen veröffentlichte SMA zunächst jedoch nicht.

Mit Blick auf das vergangene Jahr zeigte sich, dass die regulatorischen Unsicherheiten in den USA die Wechselrichter-Verkäufe des Unternehmens in dieser Region zurückgehen ließen. Gegenüber 2016 hat SMA in den Americas einen Absatzrückgang von 50 Prozent verzeichnet. Dieser war aber über höhere Verkäufe in Europa (plus 40 Prozent) und der APAC-Region (plus 30 Prozent) kompensiert worden. Nach den vorläufigen Berechnungen erreichte SMA im vergangenen Jahr mit 8,5 Gigawatt einen neuen Rekordabsatz. Zugleich verwies das Unternehmen darauf, dass die Nachfrage nach SMA-Produkten noch größer als die ausgelieferte Menge gewesen sei. Ein weiteres Problem seien Lieferengpässe im vergangenen Jahr gewesen. So habe die starke Nachfrage nach Haushaltselektronik und Sicherheitsequipment in der Autobranche zu einer Knappheit bei elektronischen Komponenten geführt.

Erfreulich aus Sicht von SMA – alle Segmente waren im vergangenen Jahr profitabel, wie aus der Präsentation hervorgeht. Sowohl EBIT als auch EBITDA werden höher ausfallen als in den ersten Prognosen angenommen, zugleich aber hinter den Ergebnissen von 2016 zurückbleiben. Für 2018 wird nun eine Steigerung der Ergebnisse angestrebt, dennoch werden sie voraussichtlich weiter hinter denen von 2016 zurückbleiben. Nach eigenen Schätzungen hat SMA auch im vergangenen Jahr seine Marktführerschaft – bezogen auf den Anteil des weltweiten Umsatzes – bei den Photovoltaik-Wechselrichterherstellern verteidigt. Allerdings ging der Anteil auf 14 Prozent zurück und die chinesische Konkurrenz rückte näher. Sie hat angesichts der weiter gestiegenen Nachfrage im Heimatmarkt ihre Anteile auf 13 und 11 Prozent steigern können. Namen der Konkurrenten veröffentlichte SMA dabei nicht.

Für die Steigerung des Umsatzes in diesem Jahr wolle SMA vor allem seinen Marktanteil in der APAC-Region – insbesondere in China, Japan und Australien – weiter ausbauen. Im Bereich der Wechselrichter für große Photovoltaik-Anlagen sei dabei von einem weiter hohen Preisdruck auszugehen. In allen anderen Segmenten rechnet der SMA-Vorstand eher mit moderaten Entwicklungen. Auch bei Batteriespeichern sei im Zuge der allgemein positiven Marktentwicklung von einer weiter steigenden Nachfrage auszugehen. Für die neuen SMA-Produkte, inklusive Optimizer, für gewerbliche und private Dachanlagen sei ein starkes Wachstum zu erwarten. Dagegen würden die Energie-Management-Systeme und digitalen Lösungen nur begrenzt zum Umsatz in diesem Jahr beitragen. Gerade im Bereich Energie-Management-Technologien und O&M sowie für neue Optimizer-Technologie sind weitere Übernahmen wahrscheinlich. Für die Akquisitionen will der Vorstand zwischen 50 und 100 Millionen Euro ausgeben.