Das EEG verlangt, die Photovoltaik-Leistung bis 2040 auf 400 Gigawatt zu steigern. Die meisten deutschen Großstädte haben in den letzten zwei Jahren zu wenig getan, um ihren fairen Anteil zum Erreichen des Zieles beizutragen, wie eine Analyse der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt. Gerade einmal 17 der 82 Städte sind hier auf Kurs. 21 Städte müssten ihren Zubau um bis zu 25 Prozent steigern, 44 Städte hinken noch weiter hinterher.
Das Ranking führt Hanau an; gefolgt von Paderborn, Ulm, Münster und Trier. Schlusslichter sind Ludwigshafen, Salzgitter, Chemnitz, Rostock sowie Potsdam, das die rote Laterne trägt. Die Millionenstädte finden sich im hinteren Mittelfeld: München belegt Rang 45 von 82, Hamburg Position 48, Berlin Platz 59 und Köln die Nummer 66.
Analyse basiert auf Flächenpotenzialen
Die DUH hat für ihren „Photovoltaik-Check“ das bundesweite Ziel von 400 Gigawatt auf die Städte heruntergebrochen. Dabei ist sie von einer hälftigen Verteilung von Dach- und Freiflächen-Photovoltaik ausgegangen. Bei der Berechnung des „Fair Share“-Anteils einer Stadt hat sie sich zum einen an dem jeweiligen Anteil am gesamten deutschen Ausbaupotenzial für Dach-Photovoltaik orientiert; zum anderen an verfügbaren, geeigneten Freiflächen, die sich ohne neue Flächenkonflikte nutzen lassen.
„Deutschlands Städte könnten Motor der Energiewende sein – stattdessen bremsen Politik und fossile Lobby den Solar-Ausbau aus“, sagt Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. Gerade in dicht besiedelten Räumen, wo besonders viel Strom verbraucht wird und riesige Dachflächen ungenutzt bleiben, müsse der Ausbau von Photovoltaik jetzt oberste Priorität haben. Denn mit Wärmepumpen, Elektromobilität und der Elektrifizierung der Wärmeversorgung steige der Strombedarf in Städten massiv. „Wer jetzt Solarstrom direkt auf den Dächern erzeugt, macht Menschen unabhängiger von Öl- und Gasimporten und schützt sie vor den explodierenden Energiepreisen, wie wir sie infolge fossiler Krisen gerade wieder erleben“, so Metz.
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Ich verstehe den ganzen Ansatz nicht. Es gibt im EEG keine Vorgabe, wie viel PV Großstädte zubauen sollten und es ist auch völlig widersinnig, da jetzt eine Gleichverteilung anzustreben. Strom aus Dach-PV ist fast doppelt so teuer wie Strom aus Freiflächen-PV. Warum sollten wir da anstreben, dass Großstädte ihren „fairen Anteil“ erreichen, also wir besonders viel Dach-PV-Strom bekommen, wenn wir auf dem Land deutlich billigeren Freiflächen-PV-Strom bekommen können?
Wenn wir etwa 15 % der heute in Deutschland ineffizient für Energiepflanzen ver(sch)wendete Ackerfläche mit PV bestücken (ggf. Agri-PV), dann haben wir das 400 GW-PV-Ziel erreicht, der Strom ist billiger und die Stromerzeugung ist besser steuerbar, als wenn Großstädte PV auf die Dächer packen.
Natürlich kann man in Städten auch Parkplätze mit PV überdachen, aber mir leuchtet einfach nicht ein, welchem Ziel eine Gleichverteilung der PV-Produktion dienen soll? Das Ziel ist eine Energiewende, die durch Elektrifizierung von Verkehr, Wirtschaft und Heizungen fossile Energieträger durch Strom aus erneuerbaren Quellen ersetzt und dabei so günstig wie möglich realisiert wird. Das Großstädte einen herbei fabulierten „fairen Anteil“ an der PV-Stromerzeugung haben sollten, gehört weder zu gesetzlich formulierten Zielen, noch zu den Zielen, die wir als Gesellschaft anstreben sollten. Dann kann man genau so fordern, dass Großstädte einen fairen Anteil an der Produktion von Getreide, Obst, Gemüse, Milch, Fleisch, Holz leisten sollen. Auch in der Vergangenheit haben Großstädte nie „ihren fairen Anteil“ an der Stromproduktion erbracht und es war nie ein Problem. Am Marktplatz in München stand kein Atomkraftwerk und am Brandenburger Tor kein fettes Kohlekraftwerk.
Wir haben bewusst eine gewisse Aufgaben-Teilung. Flächen für viel PV gibt es nun mal eher in ländlichen Regionen als in dicht besiedelten Großstädten mit im Innenstadtbereich vorherrschender MFH-Bebauung.
Die DUH leistet im Allgemeinen gute Arbeit, aber diese Studie ist kompletter Müll.
Hört sich logisch an, was Du schreibst. Aber Du vergisst die Netze.
Hast Du einen PV-Anlage auf dem Dach, ist die Erzeugung dort, wo auch der Verbrauch statt findet.
Bei einer Anlage auf dem Land, wo kaum jemand wohnt und es wenig bis keine Betriebe gibt, mußt Du die Energie erst einmal weit durch die Netze leiten. Abgesehen davon, dass das Leistung kostet, sind die Netze eben nicht dafür ausgebaut.
Daher ist die dezentrale Erzeugung ein sehr großer Vorteil. Du sparst den Netzausbau, der Hauseigentümer die Netzgebühren und hat dennoch seinen günstigen Strom. WinWinWin
“ stattdessen bremsen Politik und fossile Lobby den Solar-Ausbau aus“
Das ist das Mantra der DUH, der Grünen und der EE-Lobby, steht inzwischen wohl in jedem Artikel, Gas-Kathi fehlt diesmal.
Man sollte sich mal fragen, warum bisher in den Großstädten praktisch nie etwas richtig gelaufen ist.
Was auf dem EFH ein Nobrainer ist und bleibt, ist auf dem MFH einfach zu teuer. Hier sind auch nicht die bösen Lobbies und Städte „Schuld“, sondern die Eigentümer haben einfach keine Lust sich Kosten und Ärger aufzuhalsen, billiger Strom kommt aus Dachanlagen auch nicht raus.
Baut die PV auf dem Lande, wie @Gernot richtig bemerkt, da kann sie billig produziert werden.
Was dauerhaft fehlt, sind allerdings die billigen KWhs auf der Stromrechnung, die werden auch so schnell nicht kommen, leider.