Erneuerbare verdrängen die Steinkohle

Die erneuerbaren Energien haben im vergangenen Jahr ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch 2017 um gut sechs Prozent gesteigert. Grund dafür waren gute Windverhältnisse, eine etwas höhere Zahl von Sonnenstunden und der Anlagenzubau, wie die vorläufigen Berechnungen der AG Energiebilanzen zeigen. Die Solarenergie wuchs demnach um fünf Prozent, dabei erreichten die Photovoltaik 143 Petajoule (plus vier Prozent) und die Solarthermie 29 Petajoule (plus fünf Prozent). Im vergangenen Jahr waren vor allem die Monate März, Mai und Juni im Vergleich zu 2016 besonders sonnenreich. Der Jahresrekord sei im Juni mit rund 250 Sonnenstunden erreicht worden.

Den größten Zuwachs unter den erneuerbaren Energien hatte jedoch die Windkraft mit 34 Prozent. Die Geothermie konnte um sieben Prozent zulegen. Biomasse und Abfälle verharrten auf Vorjahresniveau. Die Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) sank witterungsbedingt um etwa vier Prozent. Mit 1773 Petajoule erreichten die erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch in Deutschland 2017 einen Anteil von 13,1 Prozent.

Der Primärenergieverbrauch in Deutschland lag Bericht zufolge 2017 mit insgesamt 13.525 Petajoule um 0,8 Prozent höher als im Vorjahr. Grund dafür sei vor allem die positive Konjunkturentwicklung gewesen. Zunahmen verzeichneten Mineralöl und Erdgas. Der Verbrauch von Mineralöl erhöhte sich 2017 in Deutschland insgesamt um drei Prozent auf 4675 Petajoule. Der Erdgasverbrauch stieg unter anderem wegen der vergleichsweise kühlen Wetterbedingungen um rund fünf Prozent auf 3200 Petajoule.

Rückgänge beim Verbrauch gab es bei der Kohle und der Kernenergie. Die Steinkohle ging um über zehn Prozent auf 1489 Petajoule zurück. Die Abschaltung mehrerer Steinkohlekraftwerke sowie die höheren Stromeinspeisungen aus erneuerbaren Energien und die gestiegene Stromerzeugung bei den Erdgas-KWK-Anlagen hätten die Steinkohle zurückgedrängt. Die Eisen-und Stahlindustrie hat den Einsatz von Kohle und Koks hingegen leicht um etwa 0,6 Prozent erhöht, heißt es in dem Bericht.

Nur leicht um 0,6 Prozent runter auf 1510 Petajoule ging es für die Braunkohle. Dabei habe unter anderem die Überführung der ersten Kraftwerksblöcke in die vierjährige Sicherheitsbereitschaft im vergangenen Jahr für einen leichten Rückgang der Stromerzeugung aus Braunkohle um ein Prozent auf 148 Terawattstunden gesorgt.

Bei der Kernenergie kam es wegen Kraftwerksrevisionen zu einem Minus von rund zehn Prozent. Insgesamt leistete die Kernenergie 2017 noch einen Beitrag von 828 Petajoule. Bei den energiebedingten CO2-Emissionen rechnet die AG Energiebilanzen mit einer stagnierenden Entwicklung.

Im vergangenen Jahr haben sowohl die Stromexporte um rund zwei Prozent als auch die Stromimporte um rund fünf Prozent zugelegt, wobei der Exportüberschuss bei 54 Milliarden Kilowattstunden lag. Die Stromexporte stiegen im vergangenen Jahr insbesondere in die Länder Österreich (plus 13 Prozent), Frankreich (plus 17 Prozent) und vor allem Tschechien (plus 42 Prozent).

Die AG Energiebilanzen hat sich auch die Entwicklung der Beheizungsstruktur im Wohnungsneubau angeschaut, wobei hier bisher nur die Zahlen aus den ersten drei Quartalen vorliegen. Mit einem Anteil von 27,5 Prozent aller neu installierten Heizungssysteme erzielten die Wärmepumpen demnach ein Rekordjahr. 2016 kamen die Wärmepumpen auf 24 Prozent. Zwar dominieren weiter die Erdgas-Heizungen, ihr Anteil ging aber bei den Neubauten zwischen 2015 und 2017 deutlich von rund 50 Prozent auf unter 40 Prozent. Im Wohnungsbestand halten sich die Erdgasheizungen indes seit Jahren konstant bei knapp unter 50 Prozent.