Easyjet will Elektro-Flieger auf Kurzstrecken

Geht es nach Easyjet, wird der Flugverkehr in zehn Jahren sehr viel leiser und emissionsärmer sein – zumindest auf Verbindungen mit unter zwei Stunden Flugdauer. Bis dahin will die Fluggesellschaft gemeinsam mit dem US-Unternehmen Wright Electric ein elektrisch betriebenes Passagierflugzeug entwickeln, das auf Easyjets europäischen Kurzstrecken eingesetzt werden soll. Easyjet zufolge wird für den Elektro-Flieger eine Reichweite von 335 Meilen (etwa 540 Kilometer) angestrebt. Damit könnte etwa ein Fünftel aller Easyjet-Flüge in nicht allzu ferner Zukunft mit Elektroantrieb erfolgen. Der Elektrojet, dessen Entwürfe Easyjet und Wright Electric jetzt vorgestellt haben, soll nicht von zwei großen Triebwerken angetrieben werden, sondern von vielen kleinen Antrieben in den Tragflächen. Die Batterien sollen im Rumpf untergebracht werden.

Wright Electric hat bereits einen elektrischen Zweisitzer als Prototypen gebaut und will daraus einen kommerziellen Passagierjet mit bis zu 120 Plätzen entwickeln. Das Unternehmen wurde 2016 von einem Team aus Luftfahrt-Ingenieuren und Batterie-Chemikern gegründet, die Erfahrungen aus Unternehmen wie Cessna, Boeing und Nasa mitbringen. Auf welche Speichertechnik Easyjet und Wright Electric setzen wollen, ist noch nicht bekannt – und auch nicht, wo die Batterien produziert und wie sie geladen werden sollen. Eine Möglichkeit zur Energieversorgung wären Photovoltaik-Kraftwerke im Umfeld der Hangars, in den die Elektro-Flieger untergestellt und gewartet werden. Auf den Flugzeugen selbst sind den Entwürfen zufolge keine Solarzellen geplant.