Cyberangriffe auf industrielle Steuerungssysteme in der Energie- und Wasserversorgung stehen im Zentrum des Projekts Enercise III. Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB hat im Auftrag des Future Energy Labs der Dena (Deutsche Energie-Agentur) ein Übungskonzept entwickelt, mit dem Betreiber kritischer Infrastrukturen ihre Fähigkeiten zur schnellen Reaktion auf solche Attacken (Incident Response) unter praxisnahmen Bedingungen erproben und weiterentwickeln sollen. Am 23. Juni findet eine Enercise III-Cybersicherheitsübung statt, zu der nach Angaben des Fraunhofer IOSB – anders als derzeit noch auf der Website vermerkt – noch kostenfreie Anmeldungen möglich sind.
Das Übungskonzept kombiniert drei didaktische Ansätze, nämlich erstens „Technische Hands-on-Phasen“ an Trainingsplattformen für operative und analytische Rollen, zweitens „Tabletop-Elemente“ für Lagebewertung, Entscheidungsfindung und strategische Koordination sowie drittens einen „Capture-the-Flag-Ansatz“ als übergreifendes Feedback- und Motivationsinstrument.
Das Fraunhofer IOST nennt die entweder rein technischen oder rein administrativen Aspekte als ein häufiges Manko bestehender Schulungsformate. Realitätsnahe Übungen zum Zusammenspiel zwischen Leitwarte, Operational Technology- (OT-) Betrieb, OT-Security, IT-Administration, Informationssicherheitsmanagement und Geschäftsführung fehlten bislang weitgehend. Beim Enercise-Konzept sollen hingegen „Personen aus verschiedenen Organisationen und Positionen zusammenkommen und gemeinsam für den Ernstfall zu trainieren“, erklärt Dena-Mitarbeiter Marius Dechand: „Dadurch entstehen branchenweite Austausche und neue Netzwerke, die auch nach den Übungen bestehen bleiben.“
Bei den für 11 bis 25 Teilnehmer konzipierten Übungen werden den Angaben zufolge bis zu acht funktionale Rollen vom Leitstellenpersonal über OT-Security-Analyse und Incident Coordinator bis zum Krisenstab einbezogen.
Die Übung wird im weiteren Verlauf des Projekts mit Betreibern aus der Energie- und Wasserversorgung durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen wissenschaftlich ausgewertet werden. „Hybride Bedrohungen erfordern hybride Übungsformate“, so Thomas Bauer vom Fraunhofer IOSB-AST. „Wer Incident Response nur am Schreibtisch plant, wird im Ernstfall an den Schnittstellen zwischen Technik und Organisation scheitern.“ Deshalb solle das EnerCise III-Format gezielt diese Schnittstellen adressieren und es Betreibern Kritischer Infrastrukturen ermöglichen, „ihre Reaktionsfähigkeit unter realistischen Bedingungen zu stärken“.
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