In seinem wöchentlichen Update für pv magazine gibt OPIS, ein Unternehmen von Dow Jones, einen kurzen Überblick über die wichtigsten Preistrends in der weltweiten Photovoltaik-Industrie.
US-Präsident Donald Trump hat mit einer Durchführungsverordnung neue Zölle in Höhe von 10 Prozent auf chinesische Solarmaterialien eingeführt, während ähnliche Zölle auf kanadische und mexikanische Erzeugnisse zunächst aufgeschoben werden. Die Maßnahme folgt auf die Zollerhöhungen durch den ehemaligen Präsidenten Joe Biden. Damit steigen die Zölle auf Polysilizium, Wafer und Zellen aus China gemäß „Section 301“ auf insgesamt 60 Prozent.
Beim Treffen der EU-Energieminister kristallisieren sich zwei Punkte heraus: Die EU will schnell Maßnahmen zur Unterstützung der heimischen Photovoltaik-Industrie ergreifen. Importzölle gehören aber definitiv nicht dazu.
Eine neue Studie hat errechnet, dass die globalisierte Lieferkette für Solarmodule den Photovoltaik-Installateuren in Deutschland, den USA und China Einsparungen in Milliardenhöhe gebracht hat. Sie zeigt auch, dass die Kosten für Solarmodule bis 2030 um 20 bis 25 Prozent steigen würden, wenn eine starke nationale Politik in Zukunft umgesetzt würde.
Die beiden Photovoltaik-Hersteller waren federführend bei den ursprünglichen Bemühungen für die Einführung von Zöllen. Sie behaupten nun, dass sie angesichts der Corona-Pandemie, angeblicher Verdrängungspreise und anderer Faktoren nicht in der Lage waren, ihre Pläne zur Anpassung an die Importkonkurrenz abzuschließen.
China hatte die Importauflagen für EU-Polysilizium im Mai 2014 eingeführt. Der deutsche Produzent Wacker Chemie hatte daraufhin mit dem chinesischen Handelsministerium eine eigene Mindestimportpreisregelung ausgehandelt.
Die Regierung in Peking hat mit zwei Schreiben bei der Welthandelsorganisation (WTO) auf die von den USA verhängten Zölle von 30 Prozent nach Section 201 und 25 Prozent nach Section 301 reagiert.
Nach Ansicht des Handelsministeriums in Peking widersprechen die Importzölle von 30 Prozent auf Photovoltaik-Produkte den internationalen WTO-Regeln. Es sieht zudem die Interessen der heimischen Photovoltaik-Hersteller ernsthaft beschädigt.
Im Zuge der jüngsten Eskalation des Handelskriegs könnten Wechselrichter das nächste Opfer werden.
Die USA verhandeln damit mit Korea, der EU, China, Malaysia und Thailand über eine Beilegung des Streits über die Importzölle von 30 Prozent auf Photovoltaik-Produkte.