Nach Angaben des BDEW sind im ersten Quartal 2019 die Windkraft-Anlagen mehr als in den Vormonaten abgeregelt worden. Greenpeace Energy hat einen neuen Elektrolyseur in Schleswig -Holstein unter Vertrag genommen, der den Überschuss eines angrenzenden Windparks direkt in grünen Wasserstoff wandeln soll.
Der Ökostrom-Anbieter hat selbst ein Konzept erarbeitet, wie das Rheinische Revier für Photovoltaik und Windkraft genutzt werden soll. Mit einer Petition verleiht Greenpeace Energy diesem Anliegen nun Nachdruck.
Einer Analyse von Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace Energy müsste dafür ein ehrgeiziger Ausbau erneuerbarer Energien über die bisherige EEG-Planung hinaus den geplanten Kohleausstieg begleiten.
Nach einer repräsentativen Umfrage könnten sich rund ein Drittel der Bundesbürger vorstellen, Geld in den Aufbau der großen Photovoltaik-Kraftwerke und Windparks zu investieren. Diese will Greenpeace Energy bauen, wenn RWE zur Abgabe der Braunkohlesparte bereit wäre, die dann sukzessive stillgelegt werden soll.
Der Hamburger Ökostromanbieter will die Kraftwerke und Tagebaue im Rheinischen Revier bis 2025 stilllegen. Im Gegenzug sollen auf den Flächen neue Photovoltaik- und Windkraftanlagen mit etwa 8,2 Gigawatt Leistung für rund sieben Milliarden Euro entstehen, die ohne EEG-Förderung auskommen sollen. Ein zentraler Punkt in dem Projekt wird die Bürgerbeteiligung sein.
Die beiden Unternehmen wollen die Versorgung ihrer Kunden mit erneuerbarem Strom und Elektromobilität vorantreiben. Dafür wollen sie sich jeweils auf ihre Stärken konzentrieren und ihre Kompetenzen bündeln.
Statt Erneuerbare-Energien-Anlagen abzuregeln, wenn das Netz den Strom nicht aufnehmen kann, will Greenpeace Energy mit dem überschüssigen Strom einen Elektrolyseur betreiben.
Nach Medienberichten erwägt das Bundeswirtschaftsministerium im Zuge einer Gesetzesreform den Einspeisevorrang für erneuerbare Energien abzuschaffen. Das Ministerium dementiert dies per Twitter. Erneuerbaren-Organisationen fordern, die vorrangige Einspeisung von Photovoltaik, Windkraft und Co. beizubehalten.
Zum Tschernobyl-Jahrestag am 26.4. hat Energy Brainpool in einer Studie den Kostenvergleich zwischen den geplante AKW-Projekten in Osteuropa und einer alternativen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien inklusive Elektrolyseuren zur Speicherung gezogen. Ein flexibel steuerbares Erneuerbaren-System würde im Idealfall 100 Euro pro Megawattstunde kosten, die AKW-Projekte kämen hingegen auf bis zu 126 Euro pro Megawattstunde.
Deutschland blockiert nach Auffassung mehrerer Erneuerbaren-Organisationen derzeit bei den EU-Verhandlungen die Pläne, Energie-Prosumern mehr Rechte einzuräumen. Das Bündnis Bürgerenergie startete deshalb eine Petition, um die Bundesregierung zum Umdenken zu bewegen sowie finanzielle und bürokratische Hemmnisse beim Handel mit selbst erzeugtem Strom abzubauen.