Power-to-Gas kann Abregelung von Windparks deutlich verringern

Nach Angaben des BDEW sind im ersten Quartal 2019 die Windkraft-Anlagen mehr als in den Vormonaten abgeregelt worden. Greenpeace Energy hat einen neuen Elektrolyseur in Schleswig -Holstein unter Vertrag genommen, der den Überschuss eines angrenzenden Windparks direkt in grünen Wasserstoff wandeln soll.
Die Power-to-Gas-Anlage ging heute in Betrieb und soll künftig überschüssigen Windstrom in grünen Wasserstoff wandeln. | Foto: Wind2Gas Energy

Allein im ersten Quartal sind durch die Abregelung der Windparks in Deutschland mehr als 3,2 Milliarden Kilowattstunden sauberer Strom verloren gegangen.  Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mussten die Windparks deutlich häufiger abgeregelt werden als in den Monaten davor. Die vorhandenen Netzkapazitäten konnten den Strom nicht mehr abtransportieren. Die Abregelung der erneuerbaren Anlagen – die unter das Einspeisemanagement fällt – ist die letzte Maßnahme, die Netzbetreiber wählen dürfen, um ihre Netze zu stabilisieren.

Der BDEW hat die 3,23 Milliarden Kilowattstunde als seine „Zahl der Woche“ veröffentlicht und mit der Forderung verbunden, den Ausbau der Stromnetze mittels akzeptanzbildender Maßnahmen endlich voranzutreiben. Zugleich müsse die Politik auch den Weg für Alternativen frei machen. So könnte der abgeregelte Strom auch an privaten Ladesäulen oder durch Power-to-Gas-Anlagen genutzt werden. So hätten die 3,2 Milliarden Kilowattstunden gereicht, um 2 Milliarden Kilowattstunden grünes Gas zu produzieren, um 100.000 Haushalte damit zu beheizen, so der BDEW weiter.

Genau diese Wandlung von Windstrom in grünen Wasserstoff treibt Greenpeace Energy voran. Am Donnerstag nahm der Ökoenergieanbieter dafür einen neuen Elektrolyseur in Schleswig-Holstein mit 2,4 Megawatt unter Vertrag. Die Anlage in Brunsbüttel wird von Wind2Gas Energy betrieben. Greenpeace Energy wird den größten Teil der ins Erdgasnetz eingespeisten Wasserstoffmenge abnehmen, wie es hieß. Es sollen jährlich bis zu 1800 Megawattstunden sein. Die Produktion des grünen Wasserstoffs wird dabei durch den Strom aus dem nahen Windpark mit 15 Megawatt Leistung angetrieben.

„Der neue Elektrolyseur ist für die Region auch deshalb ein wichtiges Projekt, weil er den Zielen der Energiewende dient und hilft, die Netze zu entlasten“, sagt Nils Müller, Vorstand von Greenpeace Energy. Die Anlage werde demnach immer einspringen, bevor die Windkraftanlagen aufgrund der hohen Netzauslastung abgeschaltet werden müssten. Der überschüssige Windstrom gelange per Direktleitung zum Elektrolyseur und werde dann zur Produktion des Wasserstoffs genutzt. Der grüne Wasserstoff könnte dann wiederum in die nahe gelegene Erdgaspipeline eingespeist werden.

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Kommentare

Power-to-Gas kann Abregelung von Windparks deutlich verringern
Aug 30, 2019

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Horst Addix
Aug 09, 2019

Es ist doch immer wieder dasselbe: unsere Regierungen besetzen die Ministerien mit Personen nach dem Parteienproporz und in den seltensten Fällen mit kompetenten geeigneten Persönlichkeiten. Es sind häufig kleine Mittelständler die tolle Ideen und Erfindungen entwickeln , denen leider das Venture Capital für die weitere Entwicklung und Marktreife fehlt, die jedoch letztlich am Bürokratosmus scheitern, weil die Ministerien von der einflussreichsten Lobby der Grosskonzerne “ beraten werden“. Denken wir an den Wankelmotor!!!!! Dann hätte es “ Dieselgate“ nicht gegeben.

Thomas Wagner
Aug 09, 2019

Mit dem Hochlauf der Elektromobilität stellt dieses Szenario ein Auslaufmodell dar.
Denn mit flexiblen Ladetarifen können diese Strommengen mit minimalen Wandlungsverlusten in die Akkus der Elektroauto geladen werden und stehen für die emissionfreie Mobilität zur Verfügung.

SATFVT
Aug 09, 2019

So hätten die 3,2 Milliarden Kilowattstunden gereicht, um 2 Milliarden Kilowattstunden grünes Gas zu produzieren.
Aber mit Power2Heat könnte man mehr als 3,2 Milliarden kWh von fossilen Brennstoffen einsparen.