Power-to-Gas kann Abregelung von Windparks deutlich verringern

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Allein im ersten Quartal sind durch die Abregelung der Windparks in Deutschland mehr als 3,2 Milliarden Kilowattstunden sauberer Strom verloren gegangen.  Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mussten die Windparks deutlich häufiger abgeregelt werden als in den Monaten davor. Die vorhandenen Netzkapazitäten konnten den Strom nicht mehr abtransportieren. Die Abregelung der erneuerbaren Anlagen – die unter das Einspeisemanagement fällt – ist die letzte Maßnahme, die Netzbetreiber wählen dürfen, um ihre Netze zu stabilisieren.

Der BDEW hat die 3,23 Milliarden Kilowattstunde als seine „Zahl der Woche“ veröffentlicht und mit der Forderung verbunden, den Ausbau der Stromnetze mittels akzeptanzbildender Maßnahmen endlich voranzutreiben. Zugleich müsse die Politik auch den Weg für Alternativen frei machen. So könnte der abgeregelte Strom auch an privaten Ladesäulen oder durch Power-to-Gas-Anlagen genutzt werden. So hätten die 3,2 Milliarden Kilowattstunden gereicht, um 2 Milliarden Kilowattstunden grünes Gas zu produzieren, um 100.000 Haushalte damit zu beheizen, so der BDEW weiter.

Genau diese Wandlung von Windstrom in grünen Wasserstoff treibt Greenpeace Energy voran. Am Donnerstag nahm der Ökoenergieanbieter dafür einen neuen Elektrolyseur in Schleswig-Holstein mit 2,4 Megawatt unter Vertrag. Die Anlage in Brunsbüttel wird von Wind2Gas Energy betrieben. Greenpeace Energy wird den größten Teil der ins Erdgasnetz eingespeisten Wasserstoffmenge abnehmen, wie es hieß. Es sollen jährlich bis zu 1800 Megawattstunden sein. Die Produktion des grünen Wasserstoffs wird dabei durch den Strom aus dem nahen Windpark mit 15 Megawatt Leistung angetrieben.

„Der neue Elektrolyseur ist für die Region auch deshalb ein wichtiges Projekt, weil er den Zielen der Energiewende dient und hilft, die Netze zu entlasten“, sagt Nils Müller, Vorstand von Greenpeace Energy. Die Anlage werde demnach immer einspringen, bevor die Windkraftanlagen aufgrund der hohen Netzauslastung abgeschaltet werden müssten. Der überschüssige Windstrom gelange per Direktleitung zum Elektrolyseur und werde dann zur Produktion des Wasserstoffs genutzt. Der grüne Wasserstoff könnte dann wiederum in die nahe gelegene Erdgaspipeline eingespeist werden.