Longi expandiert mit Industrie- und Gewerbe-Speichern in der DACH-Region

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Bei einem offiziellen Launch-Event hat Longi Solar sein Speicherportfolio „Longi One“ am Donnerstag offiziell im DACH-Raum vorgestellt. Die Plattform kombiniert dem Unternehmen zufolge Energiemanagement (EMS), Batteriemanagement (BMS), Leistungsumwandlung (PCS), Thermomanagement sowie die patentierte Sicherheitstechnologie iCCS (Intelligent Cell Connection System) innerhalb einer integrierten Systemarchitektur. Die zentralen Kernkomponenten stammen demnach aus eigener Entwicklung und wurden gezielt aufeinander abgestimmt, um uneingeschränkt miteinander kommunizieren zu können. Das iCCS-Frühwarnsystem soll dabei eine vorausschauende Überwachung und Sicherheitssteuerung direkt auf Zellebene ermöglichen, um potenzielle Risiken frühzeitig erkennen und Schutzmaßnahmen einleiten zu können.

Dem chinesischen Photovoltaik-Hersteller zufolge wurden die Systeme „OmniCube-L233“ und „Hi-MO One Pro“ für gewerbliche, industrielle und hybride Energieanwendungen entwickelt und sollen Anforderungen wie Lastmanagement, Backup-Versorgung, Netzstabilisierung und die intelligente Steuerung dezentraler Energiesysteme adressieren. „OmniCube-L233“ wurde demnach als kompakte und skalierbare Speicherlösung für klassische Gewerbe- und Industrieanwendungen entwickelt. Das System verfügt über eine Speicherkapazität von 233 Kilowattstunden und nutzt Flüssigkeitskühlung zur thermischen Steuerung der Batteriezellen. Die Plattform eignet sich Longi zufolge vor allem für Produktionsbetriebe, Logistikzentren, Gewerbeimmobilien sowie Unternehmen mit hohen Lastspitzen oder steigendem Eigenverbrauchsanteil, insbesondere wenn diese Unternehmen nur begrenzte Flächen- und Infrastrukturkapazitäten haben.

„Hi-MO One Pro“ ist laut Longi für komplexere hybride Energieumgebungen gedacht, in denen Speicher, Photovoltaik, Netzmanagement und Backup-Betrieb innerhalb koordinierter Energiesysteme zusammenarbeiten müssen. Die Plattform verfügt demnach über eine Speicherkapazität von 261 Kilowattstunden und basiert auf einer modularen AC/DC-Architektur mit Unterstützung für Microgrid- und Offgrid-Anwendungen. Je nach Systemkonfiguration seien Backupzeiten von bis zu 24 Stunden möglich, was das System insbesondere für kritische Infrastruktur, industrielle Produktionsumgebungen, Ladeinfrastruktur, Rechenzentren sowie Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an Versorgungssicherheit und Energieautonomie geeignet mache.

Neben diesen beiden Lösungen stellte Longi ergänzend seine Verteilerschränke D5 und D9 vor. D5 sei für klassische netzgekoppelte Anwendungen ausgelegt, während D9 hybride Microgrid-Architekturen mit Photovoltaik-Integration, Dieselgenerator-Anbindung sowie intelligenter Laststeuerung innerhalb komplexer Energieumgebungen unterstütze.

Erste deutsche Speicherinstallation in Stralsund

Seine erste gewerbliche Speicherinstallation in Deutschland hat Longi gemeinsam mit den Stadtwerken Stralsund umgesetzt: An ein bestehendes Solarthermie-Kraftwerk wurde im April 2026 ein Omnicube-Speichersystem angeschlossen. Wie Longi erläuterte, dient es als Notstrom- und Stabilisierungslösung für kritische Betriebsprozesse innerhalb der Energieinfrastruktur. Es soll die Versorgungssicherheit des Kraftwerks bei Netzschwankungen oder Stromausfällen absichern und gleichzeitig die zunehmende Integration erneuerbarer Energiequellen innerhalb der bestehenden Infrastruktur stabiler steuerbar machen.

„Während Speicherlösungen im Residential- und Utility-Segment bereits als Standard etabliert sind, wächst im gewerblichen und industriellen Bereich der Bedarf an intelligenten Gewerbespeicher-Systemen zunehmend dynamisch“, so Gerald Müller, Vice General Manager DACH bei Longi Solar. Gleichzeitig entstehe wegen des großen Bestands älterer gewerblicher Photovoltaik-Anlagen in Deutschland ein erhebliches Retrofit-Potenzial für integrierte Speicherlösungen. Müller: „Der deutsche C&I-Speichermarkt steht erst am Anfang einer deutlich größeren Entwicklung.“

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