Kraftwerksstrategie passiert Bundeskabinett

Das Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz sieht für 2026 und 2027 Ausschreibungen für den Neubau von Erzeugungsanlagen vor. Favorisiert werden vor allem Gaskraftwerke. Diese Kraftwerksstrategie stößt auf Kritik.
Die Bundesregierung setzt für gesicherte Kapazitäten bei der Stromerzeugung vor allem auf Erdgas. | Foto: Pixabay

Zum 1. September 2026 und zum 8. Dezember 2026 will die Bundesregierung den Neubau von Erzeugungsanlagen mit jeweils insgesamt 4,5 Gigawatt ausschreiben. Das sieht das „Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz“ (StromVKG) vor, das am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Teilnehmen dürfen allerdings nur Anlagen, die mindestens zehn Stunden lang ohne Unterbrechung mit konstanter Leistung Strom liefern können und eine Stunde nach Ende dieser Zeitspanne erneut mindestens zehn Stunden lang zur Verfügung stehen – also Gaskraftwerke. An der Ausschreibung von weiteren zwei Gigawatt zum 18. Mai 2027 sollen auch Batteriespeicher teilnehmen können.

„Noch immer fehlt ein klarer Plan dafür, wie der Ausstieg aus fossilem Gas konkret gelingen soll. Gleichzeitig werden Speicher und andere klimafreundliche Lösungen weiterhin ins Hintertreffen gedrängt“, kritisiert Katrin Uhlig (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie im Haushaltsausschuss. Das Gesetz komme zudem viel zu spät, das Verfahren bleibe wenig transparent und zentrale Fragen seien weiterhin ungeklärt. Angesichts der jüngsten Energiekrisen sei es fahrlässig, weiter auf fossile Abhängigkeiten ohne konkreten Ausstiegsplan zu setzen. Dass die SPD diesen Kurs mittrage, obwohl sie zuvor immer wieder Änderungen an Reiches Energiepolitik eingefordert habe, sei ein tragischer Offenbarungseid.

„Das StromVKG kann ein zentraler Baustein für Versorgungssicherheit werden. Dafür muss es Investitionen tatsächlich ermöglichen, Kosten begrenzen und eine Vielfalt von Akteuren erhalten“, sagte BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Entscheidend sei, dass die Ausschreibungen von Beginn an Rechts- und Investitionssicherheit bieten. „Unklarheiten führen zu Risikoaufschlägen, höheren Finanzierungskosten oder dazu, dass Projekte gar nicht erst teilnehmen“, so Andreae. „Die endgültige beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission sollte daher vor Ausschreibungsbeginn vorliegen.“ Zudem müssten Sicherheiten und Pönalen verhältnismäßig ausgestaltet sein, um kleine und mittlere Marktakteure nicht faktisch auszuschließen. Gerade bei Kapazitätsmechanismen sei Akteursvielfalt ist ein wichtiges Ziel.

„Das StromVKG zementiert den Bau neuer Gaskraftwerke, statt Wettbewerb um die besten Lösungen zu ermöglichen. Versorgungssicherheit lässt sich technologieoffen und marktbasiert organisieren – etwa über eine Absicherungspflicht, bei der Stromlieferanten ihre Versorgung eigenverantwortlich absichern müssen. Das wäre effizienter und deutlich kostengünstiger“, sagt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne).

Auch aus Sicht von Sebastian Bolay, DIHK-Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie, schlägt die Bundesregierung mit dem StromVKG einen falschen Weg ein. „Die geplante staatliche Technologielenkung in Richtung Gaskraftwerke vergrößert Abhängigkeiten und damit Preisrisiken durch geopolitische Ereignisse, bremst Innovationen im Strommarkt und erschwert durch steigende Stromkosten betriebliche Klimaneutralität. Anstelle reduzierter Stromkosten für die Breite der Wirtschaft durch eine Senkung der Stromsteuer für alle, legt die Politik jetzt nochmals eine neue Umlage obendrauf. Dies vergrößert die Wettbewerbsnachteile des Standorts Deutschland.“ Effizienter und günstiger als Subventionen für neue Gaskraftwerke wäre eine Pflicht für Stromversorger, Stromlieferungen am Markt abzusichern. So lasse sich Versorgungssicherheit technologieoffen zu den geringsten Kosten für die Wirtschaft gewährleisten.

Der Think Tank Ember und die Initiative Klimaneutrales Deutschland weisen darauf hin, dass das Gesetz die Weichen dafür stellt, ob kosteneffiziente, saubere und wettbewerbsfähige Technologien zum Einsatz kommen oder langfristige Importabhängigkeiten von fossilen Energieträgern verstetigt werden. „Batteriespeicher senken die Energiekosten, stabilisieren die Netze und ermöglichen eine stärkere Nutzung heimischer erneuerbarer Energien. Damit die Gesamtkapazität von Speichern im System wachsen kann, braucht es einen fairen Zugang zu Kapazitätsausschreibungen und einen verlässlichen politischen Rahmen“, sagt Beatrice Petrovich, Senior Analystin bei Ember. Clara Mewes, Referentin für Wissenschaft, Daten und Analyse bei der Initiative Klimaneutrales Deutschland, ergänzt: „Wir sehen eine stark wachsende Nachfrage nach Batteriespeichern bei Kommunen und Privathaushalten. Jetzt geht es um die richtigen Rahmenbedingungen, dass aus Investitionsplänen auch Realität werden kann – im Sinne von Kosteneffizienz, Flexibilisierung und Versorgungssicherheit.“

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Kommentare

Klaus Reuter
May 18, 2026

Würde man 1500000 E-Auto-Besitzer motivieren, einen Tag alle 10 Tagen 30KWh abrufbereit an seine bidirektionalen Wallbox zu lassen, könnte man einige Gaskraftwerke einsparen.

Opto-Klaus
May 18, 2026

Würde man 1500000 E-Auto-Besitzer motivieren, einen Tag alle 10 Tagen 30KWh abrufbereit an seine bidirektionalen Wallbox zu lassen, könnte man einige Gaskraftwerke einsparen.

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Tom Iltmann
May 18, 2026

Das wäre schlau, würde aber kein Gas verbrauchen. Also wird es von der aktuellen Gas-Ministerin erstmal nicht weiter verfolgt und in eine nächste Studie verschoben. Und wenn da etwas positives rauskommt, wird sie nur sehr versteckt veröffentlicht. Hauptsache erstmal Zeit schinden, denn der Wechsel zu erneuerbaren Energien kommt schneller als von einige gewünscht. Und das nicht mehr nur aus „grünen“ Gründen (was auch immer das ist), sondern aus rein wirtschaftlichen Gründen. Und die Logik des Geldes lässt sich schwer verhindern. Aber die aktuelle Regierung steckt gerade viel Energie in das Verhinderungsprojekt.

peter Rentfort
May 16, 2026

Herr Schiller, was schreiben Sie?? Wenn also Wärmepumpen vom Staat vorgeschrieben werden und/oder die PV, dann ist das nicht gut? Oder nur wenn es gas-KW sind?
Der Staat hat natürlich auch nicht für PV- und Windstrom bezahlt, sondern schon immer der Kunde.
Bzw. jetzt sogar wirklich der Staat, oder sehen sie nicht mehr auf ihre Rechnung?
Sie sind albern. Die Bereithaltung des Stromes wird bezahlt werden müssen, egal ob für Gas oder Akku. Und der Kunde wird zahlen.
Der Unterschied ist nur, dass ein gas-KW notfalls einen Monat in Dauer erzeugen kann. Und was ein Akku kann, weiß jeder von seinem Auto.

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Dirk Schiller
May 18, 2026

Aus irgendeinem „merkwürdigen“ Grund sind die Geisterstromdaten für Deutschland nicht öffentlich verfügbar.

Aber du kannst die Dimensionen und die Struktur trotzdem als vergleichbar betrachten:

https://wastedwind.energy/2026-05-15

Da siehst du dann auch, dass das Abregeln nur einen Bruchteil der Kosten verursacht. Der teure Teil ist, die Energie dann trotzdem zur Verfügung zu stellen. Denn gebraucht wird sie ja doch.

Wenn Kraftwerke, insbesondere der Bestand, das tun, was sie halbwegs beherrschen, und die Regelung bzw der Ausgleich den Speichern überlassen wird, dann können die Assets auch wieder sinnvoll betrieben werden, statt sinnlos Milliarden für etwas auszugeben, was niemand braucht und zeitgleich kein Geld zu haben für die Dinge, die dringend gebraucht werden.

Dirk Schiller
May 18, 2026

peter Rentfort moserte:
„Wenn also Wärmepumpen vom Staat vorgeschrieben werden und/oder die PV, dann ist das nicht gut? Oder nur wenn es gas-KW sind?“

Sind denn Wärmepumpen und PV vorgeschrieben oder aber sind das nur die am einfachsten zu erstellenden Lösungen für die derzeitigen Probleme?

Welches Wärmepumpenbeschleunigungsgesetz fällt dir denn ein? Irgendein PV-Beschleunigungsgesetz?

Aber bei Gas sind derlei Eingriffe ja ganz nach deinem Sinn, offensichtlich. Aus welchem Grund denn?

Übrigens gibt es in den letzten Jahren nicht einen einzigen Tag, an dem Solar bei mir nicht produziert hat. Geschweige denn Wochen.

Und mit jedem zusätzlichen Modul, jeder Batterieerweiterung bzw.
Batterieoptimierung schrumpft die Menge, die ich an Tagen an denen die Eigenversorgung nicht ausreicht, einkaufen muss.

Dementsprechend schrumpft auch die Menge, die von Gaskraftwerken erzeugt werden muss.

Das Gleiche passiert im Netz, mit jeder neuen Solaranlage steigt die Menge an verfügbarem Strom. Auch an Tagen, an denen Solar noch nicht ausreicht. Zeitgleich steigt die Menge, die zu Spitzenzeiten eingelagert werden kann/sollte.

Wenn du dir mal den Spass machst, und auf https://www.energy-charts.info/ mal „Load“ einblendest, dann sollte dir ein Licht aufgehen. Dann kannst du nämlich sehen, dass der Lastverlauf jeden einzelnen Tag im Jahr Spitzen und Täler aufweist. So zum Beispiel im Winter 25/26 sind die Niedriglastphasen bei 50-55GW während die Lastspitzen bei 75-80GW an Arbeitstagen und 60-65GW and Wochenenden liegen.

Und das passiert tagtäglich. Ohne Fehl und Tadel. Da ist nichts mit Wochen. Und an den meisten Tagen fahren wir für diese Tagesschwankungen nicht Gas und Kohle herunter, sondern Wind und teilweise Solar, statt zu speichern und/oder zu nutzen.

Gas wird so gut wie nie an der Kapazität gefahren. Und schon gar nicht den ganzen Tag, an keinem einzigen Tag im Jahr.

peter.rentfort
May 15, 2026

Wenn Batterien die gleiche Sicherheit über min. zwei Wochen Flaute ohne Einschränkung der elektr. Leistung bringen und gleichermaßen garantieren, dann bitte sollen sich doch die Firmen melden.
Die Gaskraftwerke werden nicht vom Staat gebaut. Und sie werden genau wie die EE über AFA abgeschrieben. Die Bereitstellung wird für beide bezahlt werden müssen.
Nur mit dem Unterschied dass hier nicht der erzeugte Strom direkt, sondern über einen Umweg zum Verbraucher fließt. Und Umwege sind selten gut.

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Dirk Schiller
May 16, 2026

peter.rentfort schrieb:
„Die Gaskraftwerke werden nicht vom Staat gebaut. Und sie werden genau wie die EE über AFA abgeschrieben. Die Bereitstellung wird für beide bezahlt werden müssen.“

Diese Gaskraftwerke werden aber vom Staat finanziert und quasi vorgeschrieben. Also genauer gesagt werden natürlich Dinge nicht vom Staat finanziert, sondern von den Rechnungs- und Steuerzahlern (in Personalunion).

Und nein, für die Bereitstellung von Solar und Batterien zahlt der Staat schon lange nichts mehr. Und in der Vergangenheit hat er das auch nicht getan. EEG war Rechnungsbestandteil und nicht steuerlich finanziert.

Dabei fliessen die EEG-Gelder bei den Solar- und Windkraftwerken nur durch. Diese werden lediglich bis circa der Hälfte der tatsächlichen Marktpreise (Futures) aufgestockt. Der Gewinn aus dem gestützten Verkaufspreis wird aber von thermischen Kraftwerksbetreibern und Spekulanten gemacht.

Dabei werden Wind- und Solarkraftwerke nebst Batterien dringend gebraucht. Heute. Aber wir bauen diese nicht einmal morgen, denn das ist für Gaskraftwerke reserviert. Wir bauen sie möglicherweise in einer unbestimmten Zukunft, welche nach der Legislaturperiode von Gas-Kathi liegt.

Gas-Kathi muss sich nur um den Anschub der Gaskraftwerke kümmern. Und zwar so schnell wie möglich, bevor es öffentlich wird, dass wir da mal wieder über den Tisch gezogen werden.

Michael
May 15, 2026

Technologieoffenheit ist halt nur gut wenn es einem ins Konzept passt.
Ausstieg aus Verbrenner-Verkehr: geht nicht, weil nicht Technologieoffen.
Aber Ausschreibung zugeschnitten auf Gas: klar, kein Problem, steht ja nicht Gas drin.
Gibt es dafür eine vernünftige Grundlage, die das erforderlich macht? „Teilnehmen dürfen allerdings nur Anlagen, die mindestens zehn Stunden lang ohne Unterbrechung mit konstanter Leistung Strom liefern können und eine Stunde nach Ende dieser Zeitspanne erneut mindestens zehn Stunden lang zur Verfügung stehen…“

RGS
May 15, 2026

Ich bin immer noch der Meinung, dass es volkswirtschaftlich und aus Gründen der Sicherheit der Energieversorgung besser wäre, wenn wir keine Gaskraftwerke bauen würden und stattdessen die abgeschriebenen bestehenden Kohlekraftwerke weiterlaufen lassen und ihnen Batteriespeicher zur Seite stellen mit denen sie dann auch spitzenlastfähig und eine hohe Flexibilität erhalten fürs Hoch- und Runterfahren.
Leider steht uns da der dusselige Kohleausstiegsbeschluss im Weg, der aufgehoben werden müsste.
Warum hat dieses Szenario eigentlich noch kein „Thinktank“ und kein Kraftwerksbetreiber mal durchgerechnet?
Aktuell haben wir mit dem aktuellen Kraftwerkspark kein Versorgungsproblem egal wie die die Sonne scheint und der Wind weht.
Mit LNG aus Frackinggas aus USA haben wir beim CO2 Ausstoß mit neuen Gaskraftwerken keinerlei Vorteil gegenüber Kohlekraftwerken.

Vielleicht sind sie in Polen mal so schlau das durchzurechnen und umzusetzen.

niranbunmi.mt
May 14, 2026

Was schreibt den der Herr Klaus Müller, welcher noch vor 12 Monate zum Tream Team Habeck in Verbindung gebracht wurdem zum Thema auf X:

Der heutige Kabinettsbeschluss zur #Kraftwerksstrategie ist ein Meilenstein für die #Versorgungssicherheit in Deutschland. Die #Energiewende braucht dringend eine korrespondierende Ergänzung für Zeiten der #Dunkelflaute. Die @BNetzA
steht bereit für die Ausschreibungen. #StromVKG

Bernd
May 14, 2026

Hallo Niranbunni,

mich interessiert welcher Ideologie Sie nacheifern oder ob Sie gar von Externen bezahlt werden? Wenn ja von wem und in welcher Höhe? Welche TV Youtuber meinen Sie und welches Video in Minute 10:30 zitieren Sie??? Oder einfach nur frustriert und daher öfters mal blubbern?
Der kausale Zusammenhang fehlt leider zu oft in ihren Beiträgen. Da ist bestimmt noch Luft nach oben.

niranbunmi.mt
May 14, 2026

Und die PV Youtuber sind auch am Start und was ich falsch finde:
1.) Es schwingt immer mit Akkus werden verboten, stimmt doch nicht Akkus dürfen weiter am Stromhandel mitmachen nur nicht am Kapazitätsmarkt in den ersten 2 Runden.
2.) Das Habeck den gleichen Plan hatte, wird wieder nicht gesagt.
Und auch Habeck hat gesagt, es wird Geld kosten, daran kann sich scheinbar GewaltigNachaltig
bei Minute 10:30 im Video Fossile Lobby feiert neue Gesetzes…. nicht erinnern.
3.) Bei Minute 11.30 wird behauptet, Akkus für den Kapazitätsmarkt würden durch Investoren gebaut.
NAJA: Die Investoren holen sich das Geld von den Stromkunden wie auch immer zurück:
Aber der größte der Denkfehler ist doch bei der Aussage, Investoren bauen Akkuparks welche nur 1 bis 3 Zyklen im Jahr fahren. Nein werden sie nicht tun!

Kapazitätsmarkt, es geht nicht um die laufende Erzeugung sondern darum für lange Zeit Stromerzeugungsanalgen zu 95% nichts erzeugen und nur rumstehen.
Ob Akku oder Gaskraftwerke, diese sind eine stille Reserve eine Art Versicherung, deswegen müssen diese Speicher immer gefüllt sein, wenn es für 1 bis 2 Wochen, kein Wind und Sonne gibt.
Kohleausstieg wo der Abbau jetzt schon beginnt und nicht erst kurz vor 2038 wie GewaltigNachhaltig berichtet. Die Probleme können schon weit vor 2038 beginnen.

Energetiker
May 13, 2026

Reiches Plan ist mit kleinen Unterschieden „Habeck reloaded“. Der wusste genau wie Frau Reiche, das Gaskraftwerke fehlen und hatte auch keine Batterien im Gepäck.
Dass jetzt die Grünen hier „scheinbar“ unter Amnesie leiden, ist schon reichlich verlogen, anders kann man es leider nicht sagen.
Es geht hier wohl bei der Kritik aus Lobby und Grünen einzig und allein darum die Wirtschaftsministerin zu desavouieren.
Dazu werden gebetsmühlenartig völlig ungeeignete Batteriespeicher angeführt, siehe auch oben.

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Dirk Schiller
May 14, 2026

Da ich zahlendes Mitglied einer grünen Partei bin, kann ich hier wohl als Angesprochener antworten, dass ich nie damit einverstanden war, dass unter Habeck eine ganze Reihe von Gasbeschleunigungsgesetzen verabschiedet worden sind und kein einziges Wind- oder Solarbeschleunigungsgesetz.

Was glaubst du wohl, warum es da zu keiner Wiederholung kam? Wer grün gewählt hatte und dann statt dessen Flüssigerdgas links und rechts um die Ohren gehauen bekam, der fragt nicht nach Nachschlag. Warum sollte Jemand Rot oder Grün (wieder) wählen, wenn man weiss, dass man dafür dann statt dessen nur Schwarz Gelb bekommt, die man vorher schon nicht gewählt hatte?

Die Menschen wählen eigentlich Vertreter (siehe Repräsentative Demokratie) damit sie vertreten werden. Oel- und Erdgasfirmen hingegen können gar nicht wählen. Doch schau, wessen Interessen hier tatsächlich vertreten werden.

Dazu hatte ich mich hier oft genug kritisch geäußert (Gas-Robert). Den Vorwurf der Amnesie kann ich nicht stehen lassen.

Ebensowenig kann ich es stehen lassen, dass Batteriespeicher ungeeignet wären, du ignorierst nur hartnäckig jegliche Erklärungen zum Thema.

Andreas Scholz
May 13, 2026

Nein, diese Darstellung ist falsch. Robert Habeck hatte zu seiner Zeit eine große Anzahl Wissenschaftler in sein Ministerium geholt und ausarbeiten lassen, welche Lösung die beste Backup-Lösung ist. Dies waren zu diesem Zeitpunkt die Gaskraftwerke und er hat dies (zähneknirschend) akzeptiert. Das war Technologieoffenheit.

Katherina Reiche übergeht die Wissenschaftler ihres Ministeriums und fragt stattdessen Lobbyisten und Gasversorger aktiv nach Lösungen, wie sie die Ausschreibungen so gestalten kann, dass nur Gaskraftwerke teilnehmen können und Batteriespeicher nicht (war ja prominent in den Schlagzeilen). Das ist fossile Ideologie.

Das wird zurecht von verschiedenen Parteien (nicht nur den Grünen) und Verbänden kritisiert, denn es ist Verschwendung von Steuergeldern, wenn man nicht die günstigste Lösung aussucht, sondern die, die der eigenen Ideologie entspricht.

Wären Batterien so völlig ungeeignet, wie von Ihnen behauptet, dann hätte man sie doch einfach an der Ausschreibung mit teilnehmen lassen können. Sie hätten doch keine Chance gehabt. Da sich die Technik und die Kosten aber immer weiter verbessern, hat Frau Reiche anscheinend gemerkt, dass ihre Wunschlösung Gas wohl nicht gewonnen hätte. Also hat sie ihre Macht missbraucht und die Ausschreibung manipuliert.

niranbunmi.mt
May 13, 2026

Meine Info: Es gibt doch drei Kapazität-Ausschreibungsrunden, oder? In der dritten Runde dürfen auch Akkus mitmachen.
Und sorry, aber wir brauchen eine Technik, die über mehrere Tage hinweg Leistung bringen kann.
Diese Gaskraftwerke nur laufen, wenn die EE und Regelkraftwerke nicht ausreichen.
Manche Leute haben wohl keine anderen Sorgen und sind nicht in der Lage, normal zu bewerten.
Wir sind doch auf dem Weg wie es auch Habeck wollte..

Schlagzeile „Softbank, möchte 100Mrd an Rechenzentren in Frankreich bauen, warum wohl“
Wege den AKWs möglicherweise!

Grüner: „Wir müssen weg vom Gas!“
Jeder: „Aber was ist die Alternative?“
Grüner: „Batteriespeicher, ganz viele davon.“
Jeder: „Ist enorm teuer, hilft nur für kurze Zeiträume und kann nur speichern, nicht erzeugen.“
Grüner: „Müssen wir trotzdem weiter vorantreiben, alles hilft.“
Jeder: „Aber eine Dunkelflaute kann damit nicht abgedeckt werden.“
Grüner: „Das behauptet ja auch keiner.“
Jeder: „Also was machen wir in Dunkelflauten?“
Grüner: „Wir nutzen Backup-Kraftwerke.“
Jeder: „Also Kohlekraftwerke?“
Grüner: „Quatsch, aus der Kohle müssen wir sofort raus.“
Jeder: „Also müssen wir Gaskraftwerke bauen.“
Grüner: „Nein, wir müssen weg vom Gas!“
Jeder: „Aber was ist die Alternative?“
Grüner: „Batteriespeicher, ganz viele davon.“
Jeder: „Ist enorm teuer, hilft nur für kurze Zeiträume und kann nur speichern, nicht erzeugen.“
Grüner: „Müssen wir trotzdem weiter vorantreiben, alles hilft.“
Jeder: „Aber eine Dunkelflaute kann damit nicht abgedeckt werden.“
Grüner: „Das behauptet ja auch keiner.“
Jeder: „Also was machen wir in Dunkelflauten?“
Grüner: „Wir nutzen Backup-Kraftwerke.“
Jeder: „Also Kohlekraftwerke?“
Grüner: „Quatsch, aus der Kohle müssen wir sofort raus.“
Jeder: „Also müssen wir Gaskraftwerke bauen.“
Grüner: „Nein, wir müssen weg vom Gas!“

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Dirk Schiller
May 16, 2026

khk, ruinier jetzt bitte nicht die Stimmung mit Logik und Vernunft! 😉

khk
May 15, 2026

Es ist unbegreiflich, welcher immer gleiche Nonsens von n.mt wieder und wieder verbreitet wird – die massenhaften Beiträge lassen auf einen KD-Bot schließen (Künstliche Dummheit).

Die Energiewende und der Umstieg auf Erneuerbare Ernergien ist kein Wunschkonzert, sondern die verfassungsgemäße Vorgabe an unsere Regierenden in Bund, Ländern und Kommunen, zum Erhalt der Lebensbedingungen für unsere Kinder und Enkel. Es ist deshalb vollkommen inakzeptabel, dass sich der Kanzler und seine Minister*in sogar über Urteile des Bundesverfassungs- (BVG 24.3.21) und Oberverwaltunggerichts (B-B 16.5.24) sowie des Internationalen Gerichtshofs (IGH 24.7.25) hinwegsetzen und die selbst bisher nicht ausreichenden CO2-Minderungsmaßnahmen noch weiter zu sabotieren.

Geradezu schizophren ist aber, statt Sofortmaßnahmen im Verkehrs- und Gebäudesektor einzuleiten, jetzt sogar Gas massiv zu subventionieren. Umweltschädliches Gas des orangen Fracking-Frankensteins, vom russischen Kriegsverbrecher (alleine 4,5 Milliarden Euro in 2024) und arabischen Menschenrechtsverhöhnern. Das ist, um es mit den Worten von Frau Reiche auszudrücken, „so simpel wie bekloppt“:
– denn PV und Wind sind defacto die günstigsten Energieformen, Gas dagegen neben Kernkraft (insbesonders von neuen AKWs) die mit Abstand teuerste und asozialste.
– die EEG-Umlage ist keine Subvention an private PV-Besitzer, sondern tatsächlich an die Netzbereiber für „nicht durchgeführte eigene Investionen, d.h. entgangene Gewinne“ (die sie ironischerweise selber errechnen dürfen)
– gerade Westenergie/EON (Frau Reiche war dort im Vorstand) hat bereits in den vergangenen Jahren rechtswidrig den Anschluss von PV-Anlagen so stark behindert, dass sich sogar die Bundesnetzagentur zu einem Verfahren genötigt sieht
– dagegen fehlt es an Anreizen sowie verbindliche einfache Regeln für die netzdienliche Nutzung von Speichern, E-Mobilität, flexible Netze und Energy Sharing
– Konkludent müsste deshalb nicht die Vergütung bei privaten Kleinst-PV-Anlagen gekappt werden, sondern bei allen trägen fossilen KWs, die nicht entsprechend der Volatilität des Strommarkts regelbar sind und auch über keine Speicher verfügen.

Systemrelevante Infrastrukturen wie eine resiliente Energieversorgung gehören eben nicht in die Hand von privaten monopolartigen Großkonzernen – schon gar nicht, wenn diese Rohstoffe aus totalitären Verbrecherstaaten beziehen. Jede PV-, Windkraft- und Biogasanlage fördert dagegen unsere Unabhängigkeit und mit Mieterstrom auch die soziale Gerechtigkeit. Deshalb muss endlich der Mieterstrom erleichtert und vehement ausgebaut werden und genau deshalb sind für PV-Dachanlagen auch marktgerechte Vergütungen entsprechend der Stromgestehungskosten von elementarer Bedeutung.

Doch statt Verbesserungen des Zusammenspiels von Erzeugern, Netzbetreibern, Speichern und Kommunen, will Frau Reiche nur die Besitzstände der großen Konzerne sichern und dafür die Netzausbaukosten den privaten Verbrauchern und PV-Anlagenbetreibern aufbürden.

Dagegen hatten auch die preisgekrönten Wissenschaftler als wesentlichen Faktor identifiziert, das die Akzeptanz von immer neuen technologischen Innovationen für stetiges Wachstum notwendig sei.

Bei den Themen Batteriespeicher, E-Autos, Wärmepumpen und Windkraftanlagen erleben wir das Gegenteil – gerade nationalistische und erzkonservative Parteien propagieren „mehr Wirtschaftswachstum“ und sperren sich gleichzeitig gegenüber neuen Technologien. Statt ökonomischer Analytik und wissenschaftlicher Fakten versuchen sie selbst verfügbare neue Technik mit Angstmacher-Kampagnen zu verhindern.

Der Erhalt der Besitzstände und der Gewinne von Konzernen erscheinen wichtiger als eine kostengünstige Energieversorgung, die lokal, umweltfreundlich und sozial ist, sowie uns unabhängiger von globalen Krisen machen kann.

Die MissWirtschaftsMinisterin ist daher keine Problemlöserin, sondern wesentlicher Teil des Problems.

Carl0Z
May 14, 2026

Jeder: „Batterien können keine Dunkelflaute über Wochen lösen.“

Auch jeder: „Dann bringen Batterien gar nichts.“

Dabei nutzt niemand ernsthaft Batterien als alleinige Lösung. Sie ersetzen teure Spitzenlast, stabilisieren das Netz und verschieben Solarstrom in die Abendstunden und genau dafür sind sie extrem gut.

Und Gaskraftwerke als Backup widersprechen der Energiewende nicht. Sie sind Teil davon.
Aber das wissen Sie sicherlich.

Dirk Schiller
May 14, 2026

AK schrieb:
„Danke für diesen Beitrag!!! Und ich dachte schon, hier sind alle verblendet.“

Das war jetzt unnötig persönlich, darauf hinzuweisen, dass nur Wenige, wie niranbunmi.mt, hier solchen Unfug posten. Aber gut.

Uebrigens kannst du den gleichen Erguss von niranbunmi.mt unter fast jedem Artikel lesen, egal wie oft er schon darauf hingewiesen wurde, was das für ein Unsinn ist, den er da ständig wiederholt. Das kann man nicht einmal mehr als Polemik bezeichnen, ohne den Begriff in den Dreck zu ziehen.

Bisher hat er es noch nicht geschafft, zu erklären, wer denn dieser mysteriöse „Jeder“ ist. Wenn du mal genauer hinschauen willst, versuch mal eine Passage zu finden, welche nicht in der Systematik nach Damer (https://de.wikipedia.org/wiki/Typen_von_Argumenten#Fehlschluss-_und_andere_problematische_Argumente) definiert ist.

Die Wiederholung von „Jeder“ ist der Versuch eine Ad Populum – Argumentation zu erzeugen. Dabei erzeugt niranbunmi.mt eine scheinbar existierende Mehrheit, die sich nicht irren kann. Also die Basis der Argumentationskette beruht schon auf zwei Fehlschlüssen, bevor man sich auch nur das erste Argument vornimmt.

Prinzipiell kann man den Beitrag in den ersten Teil, Wiederholung von Lobbyismus-Phrasen, und den zweiten Teil, unreflektiertes Wiederkäuen von Fehlschlüssen einteilen.

Der Umstand, dass es sich hier stets um Wiederholungen, persistent und gänzlich ohne eigene Reflektion handelt, gepaart mit dem Ignorieren von jeglicher Gegenargumentation, macht es sehr schwer, niranbunmi.mt als natürliche Person wahrzunehmen.

Falls jemand ein ein Körnchen fundierte Logik im Beitrag von niranbunmi.mt findet, bitte zitieren und auch loben.

Kara Oke
May 13, 2026

Nun mal von Ihrem Stammtisch in die Realität:
https://www.zfk.de/energie/strom/studie-batteriespeicher-kraftwerke-dunkelflaute-eco-stor
https://www.eco-stor.de/de/unternehmen/news/251020_Dunkelflaute

Also, Speicher zuerst – je schneller nun so besser, dann parallel den Rest noch mit Gas, nicht umgekehrt!

RGS
May 13, 2026

Genau!
Jeder: und wir zahlen zig Milliarden an Steuern oder zusätzlichen Stromkosten an die freundlichen neuen Gaskraftwerke und verschrotten die abgeschriebenen Kohlekraftwerke um dann dadurch beim CO2 einen Nulleffekt zu erzielen.
Volkswirt: das ist Wahnsinn!
😉

AK
May 13, 2026

Danke für diesen Beitrag!!! Und ich dachte schon, hier sind alle verblendet. 🙂

Musicman
May 13, 2026

Fakt ist wir werden von Lobbyisten regiert. Das schadet dem Ansehen der Demokratie gleichermaßen wie dem Wohlstand und der Gesundheit der Bevölkerung.
#WirHättenHabeckHabenKönnen

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khk
May 15, 2026

Leider wird das PV-Magazin immer wieder mit faktenfreiem Nonsens und motziger Stimmungsmache gegen EE von n.mt geflutet, sobald die fatalen Gaspläne kritisiert werden.
Die massenhaften Beiträge lassen auf einen KD-Bot schließen (Künstliche Dummheit), der sich aber für viel klüger hält, als wissenschaftliche Sachverständige und Ökonomen, wie die letztjährigen Nobelpreisträger. Solche als „Meinung“ verbreitete Hetze und propagierte AfD-Narrative gehören aber nicht in ein Fachmagazin. Es geht auch nicht um politische Meinungsmache oder die Kommentierung von Beiträgen aus anderen Medien, sondern um unsere zukunftsfähige Energieversorgung, das heißt die Umstellung auf eine CO2 freie Energieumwandlung.

Denn selbst dem Allerdümmsten sollte bei den eskalierenden Gaspreisen bewusst geworden sein, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoff-Importen ein volkswirtschaftliches Desaster ist und die gigantischen Gewinne der Öl- und Stromkonzerne die soziale Ungerechtigkeit weiter steigern.
EE sind die treibende Kraft für Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit, dies hat China seid langem erkannt und zur Export-Erfolgsgeschichte geführt.

Auch dem KD-Bot müßte klar sein, dass neue Gaskraftwerke betriebswirtschaftlich nicht marktfähig sind und ohne Milliarden Subventionen von keinem Energie-Unternehmen gebaut würden. Diese unsinnigen Milliarden-Geschenke an fossile Konzerne belasten zusätzlich zur Stromsteuer und den Netzentgelten die Arbeitnehmer und den Mittelstand, während Energieintensive Konzerne wieder ausgenommen werden.

Die Frage ist eben nicht, ob wir eine Energiewende brauchen, sondern nur wie schnell und mit welchen Maßnahmen sie umgesetzt werden kann. Die bestehenden Mißstände (Netzausbau, Stromhandel, Speicher), werden aber von Denjenigen geschützt, die sich bisher schon goldene Nasen verdient haben (s. Bilanzen und Aktienkurse), mit heimlicher, aber auch direkter Einflussname auf Frau Reiche, als auch auf die übrigen Regierungsmitglieder.

Ein Freund
May 13, 2026

Ich zahl einfach den BKZ für 20 MWh bzw. 0,5 C Entladerate (z.B. 10 MW) und kann dann 0,05C 10 h (1 MW) liefern. Wär schon lustig wenn das jemand machen würde. Dann würde auch Batterie wieder gehen. Wirtschaftlich wär das mal interessant. Denke aber bei den Kapitalkosten aktuell werden das leider negative Renditen.

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darwin-c
May 17, 2026

Eine Batterie muss geladen und am Netz sein damit sie beispielsweise 20 Stunden Strom liefern kann.

Also 20.000 kWh Kapazität für 1 MW.

Natürlich sind 20 Stunden nur eine geringe Zeit wenn ein Defizit in der Erzeugung ansteht.