Zum 1. September 2026 und zum 8. Dezember 2026 will die Bundesregierung den Neubau von Erzeugungsanlagen mit jeweils insgesamt 4,5 Gigawatt ausschreiben. Das sieht das „Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz“ (StromVKG) vor, das am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Teilnehmen dürfen allerdings nur Anlagen, die mindestens zehn Stunden lang ohne Unterbrechung mit konstanter Leistung Strom liefern können und eine Stunde nach Ende dieser Zeitspanne erneut mindestens zehn Stunden lang zur Verfügung stehen – also Gaskraftwerke. An der Ausschreibung von weiteren zwei Gigawatt zum 18. Mai 2027 sollen auch Batteriespeicher teilnehmen können.
„Noch immer fehlt ein klarer Plan dafür, wie der Ausstieg aus fossilem Gas konkret gelingen soll. Gleichzeitig werden Speicher und andere klimafreundliche Lösungen weiterhin ins Hintertreffen gedrängt“, kritisiert Katrin Uhlig (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie im Haushaltsausschuss. Das Gesetz komme zudem viel zu spät, das Verfahren bleibe wenig transparent und zentrale Fragen seien weiterhin ungeklärt. Angesichts der jüngsten Energiekrisen sei es fahrlässig, weiter auf fossile Abhängigkeiten ohne konkreten Ausstiegsplan zu setzen. Dass die SPD diesen Kurs mittrage, obwohl sie zuvor immer wieder Änderungen an Reiches Energiepolitik eingefordert habe, sei ein tragischer Offenbarungseid.
„Das StromVKG kann ein zentraler Baustein für Versorgungssicherheit werden. Dafür muss es Investitionen tatsächlich ermöglichen, Kosten begrenzen und eine Vielfalt von Akteuren erhalten“, sagte BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Entscheidend sei, dass die Ausschreibungen von Beginn an Rechts- und Investitionssicherheit bieten. „Unklarheiten führen zu Risikoaufschlägen, höheren Finanzierungskosten oder dazu, dass Projekte gar nicht erst teilnehmen“, so Andreae. „Die endgültige beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission sollte daher vor Ausschreibungsbeginn vorliegen.“ Zudem müssten Sicherheiten und Pönalen verhältnismäßig ausgestaltet sein, um kleine und mittlere Marktakteure nicht faktisch auszuschließen. Gerade bei Kapazitätsmechanismen sei Akteursvielfalt ist ein wichtiges Ziel.
„Das StromVKG zementiert den Bau neuer Gaskraftwerke, statt Wettbewerb um die besten Lösungen zu ermöglichen. Versorgungssicherheit lässt sich technologieoffen und marktbasiert organisieren – etwa über eine Absicherungspflicht, bei der Stromlieferanten ihre Versorgung eigenverantwortlich absichern müssen. Das wäre effizienter und deutlich kostengünstiger“, sagt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne).
Auch aus Sicht von Sebastian Bolay, DIHK-Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie, schlägt die Bundesregierung mit dem StromVKG einen falschen Weg ein. „Die geplante staatliche Technologielenkung in Richtung Gaskraftwerke vergrößert Abhängigkeiten und damit Preisrisiken durch geopolitische Ereignisse, bremst Innovationen im Strommarkt und erschwert durch steigende Stromkosten betriebliche Klimaneutralität. Anstelle reduzierter Stromkosten für die Breite der Wirtschaft durch eine Senkung der Stromsteuer für alle, legt die Politik jetzt nochmals eine neue Umlage obendrauf. Dies vergrößert die Wettbewerbsnachteile des Standorts Deutschland.“ Effizienter und günstiger als Subventionen für neue Gaskraftwerke wäre eine Pflicht für Stromversorger, Stromlieferungen am Markt abzusichern. So lasse sich Versorgungssicherheit technologieoffen zu den geringsten Kosten für die Wirtschaft gewährleisten.
Der Think Tank Ember und die Initiative Klimaneutrales Deutschland weisen darauf hin, dass das Gesetz die Weichen dafür stellt, ob kosteneffiziente, saubere und wettbewerbsfähige Technologien zum Einsatz kommen oder langfristige Importabhängigkeiten von fossilen Energieträgern verstetigt werden. „Batteriespeicher senken die Energiekosten, stabilisieren die Netze und ermöglichen eine stärkere Nutzung heimischer erneuerbarer Energien. Damit die Gesamtkapazität von Speichern im System wachsen kann, braucht es einen fairen Zugang zu Kapazitätsausschreibungen und einen verlässlichen politischen Rahmen“, sagt Beatrice Petrovich, Senior Analystin bei Ember. Clara Mewes, Referentin für Wissenschaft, Daten und Analyse bei der Initiative Klimaneutrales Deutschland, ergänzt: „Wir sehen eine stark wachsende Nachfrage nach Batteriespeichern bei Kommunen und Privathaushalten. Jetzt geht es um die richtigen Rahmenbedingungen, dass aus Investitionsplänen auch Realität werden kann – im Sinne von Kosteneffizienz, Flexibilisierung und Versorgungssicherheit.“
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







Ich zahl einfach den BKZ für 20 MWh bzw. 0,5 C Entladerate (z.B. 10 MW) und kann dann 0,05C 10 h (1 MW) liefern. Wär schon lustig wenn das jemand machen würde. Dann würde auch Batterie wieder gehen. Wirtschaftlich wär das mal interessant. Denke aber bei den Kapitalkosten aktuell werden das leider negative Renditen.
Fakt ist wir werden von Lobbyisten regiert. Das schadet dem Ansehen der Demokratie gleichermaßen wie dem Wohlstand und der Gesundheit der Bevölkerung.
#WirHättenHabeckHabenKönnen
Meine Info: Es gibt doch drei Kapazität-Ausschreibungsrunden, oder? In der dritten Runde dürfen auch Akkus mitmachen.
Und sorry, aber wir brauchen eine Technik, die über mehrere Tage hinweg Leistung bringen kann.
Diese Gaskraftwerke nur laufen, wenn die EE und Regelkraftwerke nicht ausreichen.
Manche Leute haben wohl keine anderen Sorgen und sind nicht in der Lage, normal zu bewerten.
Wir sind doch auf dem Weg wie es auch Habeck wollte..
Schlagzeile „Softbank, möchte 100Mrd an Rechenzentren in Frankreich bauen, warum wohl“
Wege den AKWs möglicherweise!
Grüner: „Wir müssen weg vom Gas!“
Jeder: „Aber was ist die Alternative?“
Grüner: „Batteriespeicher, ganz viele davon.“
Jeder: „Ist enorm teuer, hilft nur für kurze Zeiträume und kann nur speichern, nicht erzeugen.“
Grüner: „Müssen wir trotzdem weiter vorantreiben, alles hilft.“
Jeder: „Aber eine Dunkelflaute kann damit nicht abgedeckt werden.“
Grüner: „Das behauptet ja auch keiner.“
Jeder: „Also was machen wir in Dunkelflauten?“
Grüner: „Wir nutzen Backup-Kraftwerke.“
Jeder: „Also Kohlekraftwerke?“
Grüner: „Quatsch, aus der Kohle müssen wir sofort raus.“
Jeder: „Also müssen wir Gaskraftwerke bauen.“
Grüner: „Nein, wir müssen weg vom Gas!“
Jeder: „Aber was ist die Alternative?“
Grüner: „Batteriespeicher, ganz viele davon.“
Jeder: „Ist enorm teuer, hilft nur für kurze Zeiträume und kann nur speichern, nicht erzeugen.“
Grüner: „Müssen wir trotzdem weiter vorantreiben, alles hilft.“
Jeder: „Aber eine Dunkelflaute kann damit nicht abgedeckt werden.“
Grüner: „Das behauptet ja auch keiner.“
Jeder: „Also was machen wir in Dunkelflauten?“
Grüner: „Wir nutzen Backup-Kraftwerke.“
Jeder: „Also Kohlekraftwerke?“
Grüner: „Quatsch, aus der Kohle müssen wir sofort raus.“
Jeder: „Also müssen wir Gaskraftwerke bauen.“
Grüner: „Nein, wir müssen weg vom Gas!“
Danke für diesen Beitrag!!! Und ich dachte schon, hier sind alle verblendet. 🙂
Genau!
Jeder: und wir zahlen zig Milliarden an Steuern oder zusätzlichen Stromkosten an die freundlichen neuen Gaskraftwerke und verschrotten die abgeschriebenen Kohlekraftwerke um dann dadurch beim CO2 einen Nulleffekt zu erzielen.
Volkswirt: das ist Wahnsinn!
😉