Meyer Burger kauft Solarworld-Modulfabrik in Freiberg für zwölf Millionen Euro

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Die Entscheidung, sich von einem Maschinen- und Anlagenbauer zu einem integrierten Photovoltaik-Hersteller zu wandeln, fällte die Meyer Burger Technologies AG im Juni. Im Juli legte der Schweizer Technologiekonzern fest, wo er seine Produktionsstätten für die Heterojunction-Solarzellen und -Solarmodule aufbauen wird: in Bitterfeld-Wolfen und in Freiberg. Während Meyer Burger in Bitterfeld-Wolfen Gebäude des ehemaligen Solarzellenherstellers Sovello langfristig und kostengünstig anmietet, machte die Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren der Solarworld Industries GmbH am Donnerstag den Weg für den Kauf der in Freiberg/Sachsen angesiedelten früheren Solarworld-Modulfertigung frei.

Wie Insolvenzverwalter Christoph Niering mitteilt, beträgt der Kaufpreis zwölf Millionen Euro und umfasst die Modulfertigung sowie das Logistikzentrum am Standort Saxonia-Campus. Die dort vorhandenen vier Fertigungsstraßen sollen umgebaut und zukünftig in einen neuen Produktionsprozess integriert werden. Zudem habe die deutsche Tochtergesellschaft von Meyer Burger auch sämtliche geistigen Eigentumsrechte wie Marken, Patente und Domains erworben. „Wir haben mit Meyer Burger einen kompetenten Partner gefunden, der die hervorragende Infrastruktur am Standort Freiberg wieder mit Leben füllt“, so Niering. Auch für die Gläubiger sei das eine sehr gute Lösung, da der Kaufpreis weit höher sei, als bei einer Zerschlagung der Produktionsstätte zu erwarten gewesen wäre.

Mit der Genehmigung durch die Gläubigerversammlung sind dem Insolvenzverwalter zufolge alle vertraglichen Genehmigungsvorbehalte erledigt, so dass nun umgehend die Übergabe der operativen Verantwortung vorbereitet werde. Meyer Burger will in Bitterfeld eine Produktion für Heterojunction-Solarzellen mit einer Jahreskapazität von 400 Megawatt aufbauen, die Modulproduktion soll in Freiberg entstehen – ebenfalls zunächst mit einer Jahreskapazität von 400 Megawatt, die jedoch perspektivisch bis 2026 auf 5 Gigawatt ausgebaut werden soll. Beide Fertigungsstätten sollen im ersten Halbjahr 2021 den Betrieb aufnehmen.