EuPD Research-Umfrage: Installateure erwarten massiven Photovoltaik-Markteinbruch 2020 in Deutschland

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Nach einem Anstieg des Photovoltaik-Zubaus auf rund vier Gigawatt im vergangenen Jahr könnte es in diesem Jahr wieder einen drastischen Einbruch der Nachfrage geben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Photovoltaik-Installateuren durch EuPD Research. Als Hauptgrund werden weniger die Auswirkungen der Corona-Krise als vielmehr die falsche Gesetzgebung für den deutschen Photovoltaik-Markt angegeben.

Während sich im ersten Quartal die positive Entwicklung des deutschen Photovoltaik-Marktes zunächst weiter fortsetzte, droht insbesondere bei gewerblichen und industriellen Photovoltaik-Anlagen im weiteren Jahresverlauf ein drastischer Rückgang, wie die Befragung ergab. Dies liegt vor allem am noch bestehenden 52 Gigawatt-Deckel, bei dessen Erreichen die Solarförderung für alle Photovoltaik-Anlagen bis 750 Kilowatt automatisch enden würde. So werde in den verbleibenden Monaten von den Installateuren von einer weiter steigenden Nachfrage nach Kleinanlagen bis 10 Kilowatt Leistung ausgegangen, doch bei größeren Gewerbeanlagen erwarten sie einen Rückgang um 31 Prozent und bei Industrieanlagen sogar um 53 Prozent. Dies werde sich besonders drastisch auf den Photovoltaik-Markt in Deutschland auswirken. Nach der Analyse von EuPD Research machten Gewerbeanlagen rund 1,1 Gigawatt und Industrieanlagen etwa 1,7 Gigawatt des Zubaus und damit mehr als 70 Prozent aller Neuinstallationen 2019 aus.

Die Ergebnisse der Befragungen zeigten dabei deutlich, dass der Einfluss des Photovoltaik-Deckels gegenüber den Effekten der Corona-Virus Pandemie in den Segmenten der Gewerbe- und Industrieanlagen doppelt so stark wahrgenommen werde. Einzig bei den Kleinanlagen für private Haushalte wird von den befragten Installateuren lediglich eine geringfügig stärkere Auswirkung der aktuellen EEG-Gesetzgebung im Vergleich zum Einfluss des Corona-Virus festgestellt (siehe Grafik unten).

„Der politische Stillstand in der Abschaffung des Solardeckels ist ein weiterer Schritt zum Ende der deutschen Energiewende“, sagte Markus Hoehner, CEO von EuPD Research. Er forderte, den Klimaschutz ebenso wie die Corona-Pandemie als globale Herausforderung anzunehmen und zu handeln. Dies erwarten auch Vertreter von Photovoltaik-Unternehmen.

„Das seit Monaten andauernde taktische Verhandlungsspiel innerhalb der Koalition darf nicht länger auf dem Rücken des Solarhandwerks fortgesetzt werden“, sagte Alexander Schütt, Geschäftsführer von Baywa re Solar Energy Systems. Die Abschaffung des 52-Gigawatt-Deckels würde den Handwerksbetrieben eine langfristige Perspektive geben. Peter Thiele, President bei Sharp Energy Solutions Europe und Vorstandsmitglied im Bundesverband Solarwirtschaft, ergänzte, dass die Entscheidung für die Streichung des Photovoltaik-Deckels wichtig sowohl die Industrie und Mittelständler als auch die Gesellschaft sei.

„Mit dem PV-Deckel wird eine heimische Branche abgewürgt, die zu den Wachstumsmotoren der deutschen Industrie gehört und mehr als 100.000 Menschen Lohn und Brot verschafft. Unsere Auftragsbücher sind auch trotz Corona voll, wir benötigen keine Rettungspakete von der Politik, sondern fordern nur, dass diese ihr bereits gegebenen Zusagen auch einhält“, betonte Detlef Neuhaus, Geschäftsführer von Solarwatt. Die drei Unternehmen und der Speicheranbieter E3/DC kooperierten für die Umfrage mit EuPD Research.