Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) hat das Marktstammdatenregister für das erste Quartal 2026 ausgewertet und dabei eine konträre Entwicklung beim Zubau von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern festgestellt. So sei der Photovoltaik-Zubau um sechs Prozent auf rund 3,51 Gigawatt in den drei ersten Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Spürbar rückläufig sei dabei vor allem das Heimsegment gewesen. Der Zubau von privaten Photovoltaik-Dachanlagen sank um 21 Prozent auf rund 850 Megawatt – nachdem er auch im ersten Quartal 2025 schon rückläufig war. Auch im Photovoltaik-Gewerbesegment sei ein Rückgang um etwa ein Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Ein Plus von 20 Prozent gab es hingegen bei Freiflächenanlagen, die mit rund 1,97 Gigawatt auch deutlich mehr als die Hälfte des Zubaus im ersten Quartal ausmachten.
Gut läuft es hingegen beim Zubau von Batteriespeichern. So seien Speicher mit mehr als zwei Gigawattstunden Kapazität im ersten Quartal hinzugekommen. Nach Angaben des BSW-Solar 67 Prozent mehr als im ersten Quartal des Vorjahres. Besonderer Treiber dabei sind die großen Batteriespeicher mit mehr als einer Megawattstunde Kapazität. Sie legten um rund 270 Prozent auf mehr als eine Gigawattstunde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Im Gewerbesegment stieg die installierte Speicherkapazität um rund 42 Prozent auf 0,16 Gigawattstunden. Bei den Photovoltaik-Heimspeicher mit einer Leistung zwischen 5 und 20 Kilowattstunden verzeichnete der BSW-Solar einen weitgehend konstanten Zubau mit 0,74 Gigawattstunden. Insgesamt liegt der Bestand an stationären Batteriespeichern in Deutschland bei etwa 28 Gigawattstunden, verteilt auf rund 2,5 Millionen Anlagen. Dem stehen fast 5,9 Millionen Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt mehr als 121 Gigawatt Leistung gegenüber.
Auch wenn der Speichermarkt in Deutschland wächst, so forderte der Verband dennoch, dass die bestehenden Marktbarrieren weiter abgebaut werden sollten. Dazu zählten insbesondere vereinfachte Rahmenbedingungen für Co-Location-Speicher, beschleunigte Netzanschlussverfahren sowie Netzentgeltregelungen, die den Batteriespeicherbetrieb nicht verteuern. Zudem sollten Photovoltaik-Anlagen bei Netzengpässen und negativen Strompreisen nicht mehr abgeregelt werden, sondern der Solarstrom in lokalen Batterien zwischengespeichert werden.
Bei der Photovoltaik warnte der BSW-Solar das Bundeswirtschaftsministerium erneut vor den angedachten Einschnitten, wie eine Abschaffung der Solarförderung für kleine Anlagen. In den nächsten Wochen rechnet der Verband mit einer leichten vorübergehenden Belebung der Nachfrage. Dies seien zum einen eine Reaktion auf die jüngste Energiekrise, zum anderen Vorzieheffekten wegen der anstehenden EEG-Novelle. „Eine vorübergehende solare Sonderkonjunktur, sollte sie kommen, ersetzt keine verlässlichen Investitionsbedingungen“, sagte BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.
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