Österreich schafft Sonnensteuer auf Photovoltaik-Eigenverbrauch ab

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Wer in Österreich eine Photovoltaik-Anlage betreibt und deren Strom selbst verbraucht, wird darauf wahrscheinlich ab 2020 keine Eigenstromsteuer mehr zahlen müssen. Das meldet der Branchenverband Photovoltaic Austria (PVA) nach Auswertung der am Dienstag präsentierten Eckpunkte der Steuerstrukturreform. Damit setze die Reform eine langjährige PVA-Förderung um. 2014 war es dem Verband gelungen, für die ersten 25.000 Kilowattstunden Eigenverbrauch einen Freibetrag zu erzielen. Auf jede weitere Kilowattstunde muss zurzeit eine Elektrizitätsabgabe von 1,5 Cent entrichtet werden.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass die Bundesregierung erste Ankündigungen in die Tat umsetzt und die Eigenstromsteuer für selbst produzierten und verbrauchten Photovoltaik-Strom nun endlich streicht“, sagt PVA-Geschäftsführerin Vera Immitzer. Das sei eine wichtige Chance für den weiteren Photovoltaik-Ausbau, „vor allem da aktuelle Förderungen verstärkt auf Eigenverbrauch abzielen.“ Zudem stamme die Eigenstromsteuer aus einer Zeit, in der Eigenverbrauch noch kein Thema war. Dies habe sich jedoch im vergangenen Jahrzehnt maßgeblich verändert. Der Verband appelliert an die österreichische Regierung, nun auch weitere Punkte umzusetzen, beispielsweise ein umfassendes 100.000-Dächer-Photovoltaik und -Kleinspeicher-Programm, die Ausweitung von Anlagen auf Freiflächen sowie die technologiespezifische Ausschreibungen zur Ermittlung der Marktprämie für eingespeisten Strom.

Das in diesem Jahr 4,3 Millionen Euro umfassende Förderpaket für Photovoltaik-Kleinanlagen wurde laut PVA in Österreich bereits zur Hälfte abgerufen – nach nur knapp sieben Wochen und obwohl der Förderzeitraum bis Ende November angelegt ist. Der Verband geht davon aus, dass bis zum Sommer das gesamte Budget vergeben und damit die Realisierung vieler Anlagen gefährdet sein wird. Das sei eine Gefahr für Österreichs Ausbauziele.