50Hertz präsentiert Open-Source-Software zur Bewältigung von Netzengpässen

Die Software berechnet Lastflüsse im Stromnetz. Auf dieser Basis schlägt sie Schalthandlungen vor. 50Hertz will sie Netzbetreibern, Forschern und anderen Parteien zur freien Nutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung stellen.
Axpo, Stromnetz
Die neue Software ist in der Lage, eine Milliarde Lastflüsse pro Sekunde zu berechnen. | Foto: Axpo

Die Elia Group, Muttergesellschaft von 50Hertz, will mit einer neuen Open-Source-Software Netzbetreibern helfen, Netzengpässen effizient und wirtschaftlich zu bewältigen. Das soll unter anderem helfen, Redispatchkosten zu reduzieren. 50Hertz wird das Tool namens ToOp Netzbetreibern, Forschungseinrichtungen und Entwicklern zur freien Nutzung zur Verfügung stellen. Sie sollen es zudem an ihre jeweiligen Anforderungen anpassen können.

Kern der neuen, mit anderen Open-Source-Instrumenten kombinierbare Lösung ist eine Software, die Lastflüsse im Stromnetz berechnet. Sie wurde speziell für hochleistungsstarke Grafikkarten programmiert. Damit ist ToOp in der Lage, eine Milliarde Lastflüsse pro Sekunde zu berechnen. So kann die Software eine Vielzahl an Lastflussszenarien durchspielen. Auf dieser Basis schlägt ToOp Schalthandlungen vor, mit denen der Stromfluss im Netz besser verteilt werden kann. Die Empfehlungen lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien filtern.

Die Elia Group verfolgt eigenen Angaben zufolge eine unternehmensweite Open-Source-Strategie. Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern ein Open-Source-Ökosystem für den Übertragungsnetzbetrieb aufzubauen. Weitere eigene Tools sollen als Open Source veröffentlicht werden. Bei der Entwicklung von ToOp hat die Elia Group unter anderem mit den deutschen Übertragungsnetzbetreibern Tennet Germany und Amprion sowie mit weiteren Netzbetreibern aus anderen europäischen Ländern zusammengearbeitet.

Kommentare

Detlef K
May 17, 2026

Nur berechnen? … mit welcher Grundlage bei Live-Ereignissen? … zumindest ein rudimentäres Echtzeit-Netz an Messungen müsste da doch schon als Basis für Hochrechnungenen gegeben sein … oder habe ich da einen Denkfehler?

Uwe Dyroff
May 13, 2026

Merkwürdig.
Bis vor kurzem war es (angeblich) nicht möglich, Lastflüsse im Stromnetz zu messen …

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Dirk Schiller
May 13, 2026

„Bis vor kurzem war es (angeblich) nicht möglich, Lastflüsse im Stromnetz zu messen …“

Naja, möglich wäre es seit mindestens Jahrzehnten, aber so viel Transparenz ist nicht wirklich gewünscht.

Bernd
May 13, 2026

https://github.com/eliagroup/ToOp

98% Python. Das ist Performanz.

Uwe Dyroff
May 13, 2026

@Guenther,
ob da was in dem Artikel etwas steht von Messen oder nicht.
In meinem „kranken“ Kopf ist das Messen (Bezug) eine fundamentale Voraussetzung für eine Berechnung.
(letztendlich hast Du es ja im Nachhinein selber erkannt.)

Guenther
May 13, 2026

Im Artikel steht auch nichts vom messen sondern von berechnen.
(Würde mich aber auch interessieren was wo gemessen werden kann und wo sich auf hoffentlich richtige Rechnungen verlassen werden muss)

Bernd
May 13, 2026

Chapeau! DAS hat mal Zukunft. Danke Elia.

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Hans Diehl
May 13, 2026

Die bei 50 Hertz waren der Zeit schon immer etwas voraus.

Siehe hier.

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/80-prozent-erneuerbare-sind-kein-problem-6619315.html