Schletter schließt Übernahme und finanzielle Sanierung ab

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Der Verkaufsprozess der Schletter Group an den neuen Gesellschafter Golden Square Capital ist erfolgreich beendet. Das sogenannte Closing, also der Übergang der Geschäftsbetriebe und Anteile an den Investor seien in der vergangenen Woche erfolgt, teilte das bayerische Photovoltaik-Unternehmen am Dienstag mit. Bereits auf der Smarter E in München hatte Geschäftsführer Tom Graf im Gespräch mit pv magazine erklärt, dass die Banken dem Kaufvertrag zugestimmt hätten.

„Das Closing markiert den erfolgreichen Abschluss unserer finanziellen Sanierung“, sagte Graf nun. „Wir können jetzt befreit von Altschulden und unter dem Dach eines finanzstarken Partners wieder an den Märkten durchstarten und vor allem auch investieren.“ Der neue Investor, hinter dem die Avenue Capital Group steht, hat für den Neustart einen zweistelligen Millionenbetrag bereitgestellt. Dieses Geld will Schletter nach eigenem Bekunden in die Produktentwicklung und die fortschreitende Erschließung der Märkte in Asien und Amerika investieren. In München hatte Schletter ein neu entwickeltes Trackersystem für Photovoltaik-Anlagen vorgestellt. Graf sieht dafür gute Absatzchancen vor allem in den USA, Australien und dem Nahen Osten.

Die Kaufverträge zwischen Schletter und Golden Square Capital waren bereits Mitte Juni geschlossen und bekanntgeben worden. Zuvor hatte das bayerische Unternehmen für die finanzielle Sanierung ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Es war Mitte März eröffnet worden. Mit dem Closing lasse insbesondere auch der deutsche Standort Kirchdorf die Phase der Insolvenz nun hinter sich, hieß es am Dienstag. Der Geschäftsbetrieb der deutschen Schletter GmbH sei vollständig auf eine neue Gesellschaft übertragen worden, die künftig als Schletter Solar GmbH firmiert. Auch die US-Tochter des Unternehmens sei Teil der Kaufvereinbarung. „Eine entsprechende Übertragung wird demnächst auch in den USA erfolgen, wo das dortige Chapter 11-Verfahren kurz vor dem Abschluss steht“, hieß es dazu.

Mit der Übernahme wird auch ein Stellenabbau am Standort Kirchdorf verbunden sein. Auf der Smarter E erklärte Graf, dass die Gründung einer Transfergesellschaft für die betroffenen Mitarbeiter geplant sei. Die Zahl der Schletter-Beschäftigten am deutschen Hauptsitz soll nach seinen Aussagen bis zum Jahresende auf 140 bis 145 reduziert werden.