VDMA: Deutsche Photovoltaik-Zulieferer profitieren von Investitionen in Asien

Die Photovoltaik-Hersteller in Asien haben zu Jahresbeginn massiv in neue Produktionskapazitäten investiert. Die Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland hätten davon profitiert, teilte der VDMA am Dienstag mit. So haben sich in den ersten drei Monaten 2017 dem Verband zufolge die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahresquartal um 151 Prozent erhöht. Die Umsätze hätten sieben Prozent unter dem Niveau des 1. Quartals 2016 und 40 Prozent unter dem des Vorquartals gelegen. Dies sei nicht ungewöhnlich und entspreche dem Muster der Vorjahre. Nach Angaben des VDMA sei das Verhältnis von Bestellungen zu ausgelieferten Anlagen („Book-to-Bill“) mit 4,4 im ersten Quartal sehr hoch gewesen. Die Auftragsbücher der deutschen Photovoltaik-Zulieferer seien gut gefüllt. Die Auftragsreichweitere der Photovoltaik-Maschinenbauer habe mit 6,6 Produktionsmonaten leicht über dem Wert des Gesamt-Maschinenbaus gelegen.

„Die hohe Investitionstätigkeit der Solarzellenhersteller in den Ausbau bestehender und neuer Produktionskapazitäten hält an, die Produktion ist ausgelastet, jedoch wirken sich die niedrigen Preise negativ auf die Umsätze aus“, erklärte Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Die neuen Aufträge seien dabei verstärkt für PERC- und Black-Silicon-Anlagen sowie aus dem Dünnschichtbereich gekommen. „Die vollen Auftragsbücher sind ein klares Zeichen, dass man global weiterhin und ungebremst auf Technologie und Maschinen Made in Germany setzt. Dies sichert Arbeitsplätze in der Solarindustrie in Deutschland“, so Fath weiter.

Mit 95 Prozent hat die Exportquote dem VDMA zufolge in den ersten drei Monaten ein neues Rekordhoch erreicht. Allein aus Ostasien stammten dabei 86 Prozent des Umsatzes. Nach Angaben des Verbands machen die deutschen Anlagenbauer 68 Prozent ihres Gesamtumsatzes in China. Korea, Japan und Indien steuerten nur ein Prozent bei. Europa komme auf einen Anteil von sechs Prozent, Deutschland von fünf Prozent und die USA auf nur drei Prozent im ersten Quartal.

Am gefragtesten sei weiterhin Equipment für die Produktion von kristallinen Solarzellen mit 39 Prozent, gefolgt Maschinen für die Silizium-, Ingot- und Waferfertigung mit 22 und kristalline Modulproduktion mit 21 Prozent. Dünnschichtlösungen kämen immerhin auf 18 Prozent im ersten Quartal.

Der VDMA berichtet weiter, dass gegenüber dem vierten Quartal 2016 der Auftragseingang um 328 Prozent angestiegen sei. 93 Prozent der Bestellungen seien dabei aus Asien gekommen. Auf europäische Photovoltaik-Hersteller entfielen drei Prozent und auf Produzenten aus Deutschland und den USA jeweils zwei Prozent. „Der extrem hohe Auftragseingang im letzten Quartal ist vor allem darauf zurückzuführen, dass im asiatischen Raum eine Replikation und Hochskalierung bestehender Dünnschichttechnologie zur Massenproduktion angestrebt wird“, sagte Jutta Trube, Geschäftsführerin VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Für die kristallinen Anwendungen sei in den nächsten Monaten hingegen mit einer weiteren Verlagerung in neue Märkte außerhalb Chinas zu rechnen. Zudem setze sich hier der Trend zu Investitionen in Effizienz steigernde Technologien wie PERC, PERT oder für bifaziale Module fort.