Die Ausschreibung ist offiziell eröffnet. Sie wird auch eine „ultraschnelle“ Quote von 600 Megawatt für kleine Projekte beinhalten.
Der Bundesverkehrsminister hat die Ausschreibung für das sogenannte Deutschlandnetz freigegeben und dabei auch die Idee einer atmenden Preisobergrenze von aktuell 44 Cent pro Kilowattstunde vorgestellt. Rund zwei Milliarden Euro werden in den Aufbau der 1000 Schnellladestandorte durch den Bund investiert.
Die jüngsten Ausschreibungen waren erneut deutlich überzeichnet und die Preise für große Photovoltaik-Anlagen bleiben dabei stabil um 5,00 Cent pro Kilowattsunde. Daher fordert der Verband die Anhebung der Volumina sowie den Abbau weiterer Hemmnisse für einen beschleunigten Photovoltaik-Zubau.
Die Spanne bei den Zuschlägen reichte von 5,35 bis 7,89 Cent pro Kilowattstunde. Bei der parallel stattfindenden Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen, deren Ergebnisse die Bundesnetzagentur ebenfalls veröffentlichte, lagen die Zuschlagswerte zwischen 4,59 und 5,09 Cent pro Kilowattsunde. Der Bundesverband Solarwirtschaft begrüßt zwar die getrennten Ausschreibungen von Freiflächen- und Dachanlagen, dennoch sollte die Ausschreibungspflicht bei Dachanlagen erst ab einer Leistung von einem Megawatt greifen.
Die Bundesnetzagentur bezuschlagte alle elf eingereichten Gebote für Kohlekraftwerke mit 2130 Megawatt Gesamtleistung. Wann die Ergebnisse der Photovoltaik-Ausschreibungen für Freiflächen und Dachanlagen mit Stichtag 1. Juni veröffentlicht werden, ist indes noch offen.
Es ist das bislang größte Projekt, das mit Zuschlägen aus Photovoltaik-Ausschreibungen realisiert wurde. Rund 200.000 Solarmodule sind dafür auf der Fläche eines ehemaligen Kiestagebaus installiert worden.
Etwa die Hälfte der Kapazität wird durch einen Zuschlag aus den Ausschreibungen refinanziert. Für die restliche Leistung soll ein Corporate PPA geschlossen werden.
Die Energiepolitiker haben sich in koalitionsinternen Verhandlungen über weitere Punkte aus dem Entschließungsantrag zum EEG 2021 verständigt. Demnach soll das Ausschreibungsvolumen im kommenden Jahr auf sechs Gigawatt für Photovoltaik-Anlagen erhöht werden. Jeweils zwei Gigawatt zusätzlich für Freiflächen- und Dachanlagen sowie 100 Megawatt für Agro- und Floating-Photovoltaik sind geplant.
Der rekordverdächtig niedrige Preis wurde für das 600 Megawatt Photovoltaik-Projekt „Al Shuaiba PV IP“ geboten. Er war in der zweiten Runde des Ausschreibungsprogramms des Landes für erneuerbare Energien enthalten.
Kommentar: Man mag es als Kollateralschaden der EEG-Novelle 2021 bezeichnen, dass ab dem 1. April Dachanlagen größer 300 Kilowatt nur noch für 50 Prozent des Stromes die Marktprämie erhalten oder dass sie sich für die volle Förderung um Zuschläge in Ausschreibungen bemühen müssen. Die Erlöse einer Anlage mit 30 Prozent Eigenverbrauchsanteil sinken so um rund sechs Prozent, gleichzeitig steigen die Risiken. Diese jetzt eingebaute Ausbaubremse ist unnötig, nicht kohärent und behindert die Energiewende.