Deutsche Bahn mit Rückenwind

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Die Deutsche Bahn (DB) setzt auf Ökostrom. Davon konnte schon Enerparc profitieren. Es baut neue Photovoltaik-Kraftwerke entlang der Schienenwege und der Solarstrom fließt dabei ins Bahnnetz. Dafür schlossen beide Seiten langjährige Stromabnahmeverträge (PPAs) . Nun gab Statkraft, dass es seit 1. Januar die Deutsche Bahn mit Strom aus Onshore-Windparks versorgt, die am 1. Januar 2021 nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung gefallen sind. Der dazu geschlossene PPA habe eine Laufzeit von einem Jahr.

Der Vertrag mit der Deutschen Bahn umfasst dabei einer voraussichtlichen Erzeugung von fast 40.000 Megawattstunden Windstrom und sichert den wirtschaftlichen Weiterbetrieb der Anlagen, wie es weiter hieß. Insgesamt 70 Windkraftanlagen in Niedersachsen werden den Ökostrom für die Bahn erzeugen, die damit auch ihre Nachhaltigkeitsambitionen unterstreichen will. „Für unser ehrgeiziges Ziel, bis 2038 komplett mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs zu sein, gehen wir auch neue Wege. Unseren Energiebedarf decken wir ökologisch nachhaltig, ökonomisch sinnvoll und ausgewogen in der Risikostruktur“, erklärte DB Energie-Geschäftsführer Torsten Schein.

„Wir sind sehr froh, dass die Vereinbarung mit der Deutschen Bahn gerade jetzt zustande gekommen ist“, sagte Patrick Koch, Leiter des Kundengeschäfts in Deutschland bei Statkraft. „Sie beweist, dass Erneuerbare-Energie-Anlagen, deren Förderung ausgelaufen ist, eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung der Industrie spielen. Anders als die im EEG 2021 beschlossene Anschlussförderung ermöglichen PPAs sowohl eine langfristige Preisgarantie als auch die Vermarktung des grünen Mehrwerts.“

Nach eigenen Angaben bietet der norwegische Energiekonzern individuelle Lösungen für Betreiber und industrielle Abnehmer bei der Ausgestaltung der PPAs. So unterschieden sich oftmals deren Erwartungen in puncto Vertragslaufzeit, Vergütungsmodell und weiteren Vertragsdetails. So auch in diesem Fall. Der PPA mit der Bahn hat eine Laufzeit von einem Jahr, während Statkraft den Betreiber der Windkraftanlagen gleichzeitig mehrjährige Preissicherheit biete. Wie lang die Verträge mit den Betreibern sind, erklärte Statkraft nicht.

Vor rund zwei Wochen hatte auch Naturstrom erklärt, dass es über PPAs den Weiterbetrieb von 250 ausgeförderten Windkraftanlagen mit insgesamt 180 Megawatt Leistung gesichert habe. Gemeinsam mit dem Solarstrom aus neuen Photovoltaik-Kraftwerken mit 75 Megawatt Gesamtleistung, die ohne EEG-Förderung errichtet werden, sollen die Ökostrom-Haushaltskunden künftig versorgt werden. Die Erzeugung der Wind- und Solarparks von jährlich voraussichtlich 345 Millionen Kilowattstunden reiche für die Belieferung von 110.000 durchschnittlichen Drei-Personenhaushalten. Dies sind etwa 60 Prozent der Naturstrom-Haushaltskunden. Das Geschäft will der Ökostromversorger gerade mit Blick auf förderfreie Solarparks noch ausbauen. Dann könnten perspektivisch auch Gewerbekunden beliefert werden.

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