Photovoltaik-Anlagen können die Energieversorgung von Flüchtlingscamps deutlich verbessern

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Vor Ort installierte Erneuerbare-Energien-Anlagen eignen sich hervorragend, um Flüchtlingscamps auf kostengünstige, zuverlässige Weise mit Strom zu versorgen. Das zeigt eine neue Studie, die die internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) zusammen mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR erstellt hat. Die beiden Organisationen wollen ihre Zusammenarbeit nun ausweiten.

Derzeit sind weltweit mehr als 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Oftmals fehlt es ihnen an einem verlässlichen, nachhaltigen Zugang zu Elektrizität. Erneuerbare Energien können diese Lücke füllen, heißt es in der Studie – und so die Lage der Geflüchteten deutlich verbessern: Sie erhöhen Lebensqualität und den Gesundheitsstandard, sorgen für mehr Sicherheit in den Unterkünften, ermöglichen Bildungsprogramme und schaffen eine Basis für soziale und unternehmerische Aktivitäten.

Die Studie untersucht die Anforderungen Geflüchteter an die Energieversorgung sowie den möglichen Beitrag erneuerbarer Energien in vier Flüchtlingscamps im Irak und in Äthiopien. In den irakischen Einrichtungen haben die Bewohner sehr häufig mit Blackouts zu kämpfen, trotz Anschluss an das allgemeine Stromnetz. Deshalb sind die Geflüchteten und die Hilfsorganisationen auf teure, viele Schadstoffe emittierende Diesel-Generatoren angewiesen. In den untersuchten äthiopischen Camps wiederum haben die meisten Bewohner gar keinen Zugang zu Elektrizität.

Die Studie zeigt, dass solare Insellösungen mit Batterien bestens geeignet sind, die Situation in allen untersuchten Fällen deutlich zu verbessern. Mini-Grids machen die Arbeit der Hilfsorganisationen effizienter und wirksamer, vermeiden hohe Ausgabe für Diesel und steigern die Lebensqualität der Geflüchteten. Größere Solarparks sind in der Lage, ganze Camps zu versorgen. Davon können auch Siedlungen Einheimischer in der Umgebung profitieren.

Als Beispiele für einen sinnvollen Einsatz der Photovoltaik nennen die Studienautoren die Stromversorgung von Wasserpumpen durch lokal installierte Module sowie die nächtliche Beleuchtung der Camps mit solaren Straßenlaternen. Allerdings habe sich in den untersuchten Einrichtungen auch gezeigt, dass das Fehlen routinemäßiger Wartungsmaßnahmen zu Ineffizienzen führt: Anlagen gehen kaputt oder liefern weniger Energie als eigentlich möglich.

„Erneuerbare Energien können das Leben von Geflüchteten schnell und wirksam zum Besseren verändern“, sagt IRENA-Generaldirektor Francesco La Camera. „Netzunabhängige und -gekoppelte kleine und mittelgroße Solaranlagen sind in der Lage, Millionen von Menschen auf der Flucht weltweit zuverlässig mit Strom versorgen – zu niedrigen Kosten. Wir freuen uns darauf, das UNHCR bei seinem Engagement zu unterstützen.“