Meyer Burger baut weitere 100 Stellen ab und verlagert Photovoltaik-Geschäft nach Asien

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Die Meyer Burger Technology AG hat am Dienstag ein neues Transformationsprogramm veröffentlicht. Darin enthalten seien strukturelle Änderungen, die die Kundennähe erhöhen, die globalen Produktionsstätten und Fixkosten weiter optimieren sowie die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gegenüber dem volatilen Photovoltaik-Markt verbessern sollen. Hinter diesen Worten verbergen sich eine Reihe von Maßnahmen, in deren Zuge auch weitere Arbeitsplätze abgebaut und Stellen verlagert werden.

So ist Meyer Burger zufolge der Abbau von weiteren 100 Vollzeitstellen in der Schweiz geplant. Diese kommen noch zu den bereits angekündigten Streichungen am Standort Thun hinzu. Es betreffe nochmals rund neun Prozent der dann geplanten 1100 verbliebenen Mitarbeiter. Die Umsetzung solle möglichst sozialverträglich erfolgen. Im Zuge des neuen Transformationsprozesses sind auch Anpassungen auf der Ebene der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats geplant, wie Mayer Burger weiter erklärte.

Da die Photovoltaik-Fertigungsindustrie mittlerweile überwiegend in Asien angesiedelt sei, werde auch Meyer Burger einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Vertriebs- und Servicefunktionen für Standard-Photovoltaik-Lösungen nach Asien verlagern. Der Fokus liege dabei vor allem auf China. Zudem prüft Meyer Burger nach eigenen Angaben für diese Produkte weitere Outsourcing- und Kooperationspartnermodelle. Damit wolle der Schweizer Technologiekonzern das Geschäft näher zu den Kunden bringen, auf lokale Gegebenheiten eingehen, Fertigungskosten reduzieren und Margen optimieren. Im Zuge einer weiteren Anpassung der Photovoltaik-Geschäftsaktivitäten wolle sich Meyer Burger künftig vor allem auf die Standorte im deutschen Hohenstein-Ernstthal und im chinesischen Wuxi und Shanghai konzentrieren.

Auch bei der Technologie will der Anlagenbauer weiter optimieren. So konzentriere sich Meyer Burger im Photovoltaik-Bereich künftig vor allem auf Heterojunction, Smart Wire Connection Technology (SWCT) sowie attraktive Zell- und Modultechnologien der nächsten Generation. Hier sei ein verstärktes Interesse zu verzeichnen. Die Anfragen kämen dabei auch von Photovoltaik-Herstellern außerhalb Chinas. Angesichts des aktuellen Marktumfelds sei es aber schwierig, konkrete Zeitpunkte für entsprechende Auftragseingänge abzusehen.

Bezüglich seiner Forschung und Entwicklung plant das Unternehmen die Aktivitäten in Asien weiter auszubauen. Mit der gleichzeitigen Repositionierung des Standard-Photovoltaik-Geschäfts und Fokussierung auf bestimmte Zell- und Modultechnologien sowie die vielversprechendsten Produkte will das Unternehmen seine Forschungsausgaben um zehn Millionen Schweizer Franken senken. Bislang lagen sie Meyer Burger zufolge bei jährlich etwa 50 Millionen Schweizer Franken. Zudem sei geplant, allgemeine und administrative Jobs zu straffen, um so weiter Betriebskosten einzusparen.

Die Umsetzung des Transformationsprozesses ist bis 2021 vorgesehen. Dann erwartet das Unternehmen einen positiven Einfluss auf EBITDA-Ebene von rund 25 Millionen Schweizer Franken jährlich. Zuvor rechnet Meyer Burger mit einmaligen liquiditätswirksamen Aufwendungen von rund elf Millionen Schweizer Franken für Personal- und Produktetransfers sowie in Personalkosten, wovon etwa vier Millionen Schweizer Franken bereits in der Bilanz von diesem Jahr verbucht würden. Etwa drei Viertel der Maßnahmen sollen voraussichtlich bis Ende kommenden Jahres umgesetzt sein.

Meyer Burger CEO Hans Brändle betonte, dass das Unternehmen im ersten Halbjahr 2018 erfolgreich in die Gewinnzone zurückgekehrt sei. „Allerdings waren wir in der gleichen Zeitperiode mit einer hohen Marktvolatilität konfrontiert, die sich auf die Kundennachfrage nach unseren Photovoltaik Produkten und Lösungen auswirkte“, bergründete er die neuen Maßnahmen. „Wir haben ein ambitiöses Transformationsprogramm lanciert, das Meyer Burger noch schlanker und fokussierter macht.“