Sonnen baut Fertigung und virtuelle Großbatterie aus Photovoltaik-Heimspeichern in Down Under auf

Teilen

Sonnen baut sein Geschäft in Australien massiv aus. Es sei in einer ehemaligen Autofabrik in Adelaide nun der Grundstein für den Bau einer Produktionsstätte gelegt worden, teilte das Allgäuer Unternehmen am Dienstag mit. Mehr als 430 Mitarbeiter sollen dort künftig jährlich rund 10.000 Photovoltaik-Heimspeicher produzieren. Der Start der Fertigung sei noch im Herbst, voraussichtlich November, geplant.

Hintergrund für die Fabrik ist die großzügige Speicherförderung in dem australischen Bundesstaat. So stellt die dortige Regierung 100 Millionen Australische Dollar – umgerechnet knapp 61,3 Millionen Euro – für bis zu 40.000 Haushalte bereit. Maximal bis zu 6000 Australische Dollar (3675 Euro) an Förderung könnten für die Anschaffung eines Photovoltaik-Heimspeichers mit zehn Kilowatt Leistung beantragt werden. Nach eigenen Angaben ist Sonnen bisher der einzige Partner in diesem Förderprogramm, das die Herstellung der Batteriespeicher in dem Bundesstaat zur Voraussetzung hat. Zudem gebe es die Bedingung, dass die Photovoltaik-Heimspeicher in der Lage sein müssten, sich an einem virtuellen Netzwerk zu beteiligen.

Mit der Vernetzung tausender Heimspeicher könnte eines der größten virtuellen Kraftwerke entstehen. Mit der Vernetzung der Haushalte in unserem virtuellen Kraftwerk sorgen wir gleichzeitig für den Ausgleich von Angebot und Nachfrage im Stromnetz. Damit schaffen wir Versorgungssicherheit nicht nur für den einzelnen, sondern für alle“, sagt Sonnen-Geschäftsführer Christoph Ostermann. Nach seiner Aussage erfolgt die Energiewende in Südaustralien derzeit „im Zeitraffer“ und wird vor allem von den Privathaushalten vorangetrieben. Anfang des Jahres war das letzte Kohlekraftwerk des Bundesstaates abgerissen worden, der stark auf den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft setzt.

Mit der virtuellen Großbatterie sei es dann auch möglich am Stromhandel teilzunehmen und Energie zu verkaufen, wenn die Nachfrage und Preise am höchsten seien, hieß es weiter. Zugleich könnten Spitzenlasten im Stromnetz gepuffert und so das Netz entlastet werden. Der Stromhandel und die Frequenzregulierung ermöglichten zudem zusätzliche Einnahmen, von denen die Haushalte profitieren könnten. Erst im vergangenen Jahr hatte Sonnen seine Flat in Australien gestartet. Nach Unternehmensangaben nehmen die ersten vernetzten Heimspeicher bereits am Stromhandel teil.

Mehr zur Speicherförderung in Südaustralien finden Sie auf pv-magazine-australia.com