Deutschland wird auf absehbare Zeit Gaskraftwerke benötigen. Mit Batteriespeichern allein lässt sich eine sichere Stromversorgung über das gesamte Jahr nicht gewährleisten. Zu diesem Schluss kommen die Analysten der Thema Consulting Group in ihrer aktuellen Untersuchung „The Interplay Between Batteries and Gas in Dunkelflaute Events“. Sie haben dabei auch untersucht, wie sich verschiedene installierte Kapazitäten von Gaskraftwerken und Batteriespeichern in Zeiten von Dunkelflauten auf die Strompreise und CO2-Emissionen im Jahr 2035 auswirken.
In ihrem Ausgangsszenario haben die Thema-Analysten dabei angenommen, dass nach 2027 keine neuen Investitionen in Batteriespeicher oder Gaskraftwerke mehr erfolgen. Dann würden sich 2035 an der Strombörse an etwa 400 Stunden Preisspitzen von 1000 Euro pro Megawattstunde zeigen. Gerechnet wurde dies mit den Wetterdaten aus dem Jahr 1985. Diese Preisspitzen würden dabei zwischen Januar und Anfang März sowie Ende Oktober bis Dezember auftreten.
Für ihre Untersuchung haben die Analysten dann weitere Szenarien angenommen, um die Auswirkungen auf die Strompreisentwicklung zu berechnen. So haben Sie einmal den Zubau von Gaskraftwerken von bis zu 30 Gigawatt – jeweils in 5 Gigawatt-Schritten – bis 2035 angenommen. Zudem haben sie einen Zubau von bis zu 90 Gigawatt Leistung aus Batteriespeichern simuliert, wobei sie von 50 Prozent 2-Stunden-Speichern sowie je 25 Prozent 4- und 6-Stunden-Speichern ausgegangen sind. Für die Berechnung haben sie 10-Gigawatt-Schritte implementiert.
Ihre Berechnungen zeigen, dass regelbare Kapazitäten in Form von Gas- oder anderen fossilen Kraftwerken benötigt werden, um die Anzahl der Preisspitzen am Strommarkt deutlich zu reduzieren. „Batteriespeicher können dazu beitragen, die Anzahl der Preisspitzen zu senken, aber Batterien allein reichen nicht aus. Ab einem Level von 70 Gigawatt haben mehr Batterien keinen zusätzlichen Einfluss auf die Versorgungssicherheit“, so die Analysten. Nach ihren Berechnungen würden 20 Gigawatt zusätzlicher Gaskraftwerksleistung die Anzahl der Preisspitzen von knapp 400 auf etwa 100 reduzieren, während zusätzliche Investitionen in 90 Gigawatt Batteriespeicher diese Zahl auf nur etwa 200 senke. Der Batteriespeicher-Effekt ist also deutlich begrenzt, obwohl die Analyse von einer Batteriespeicherdauer von 6 Stunden ausgeht. Wenn man einen größeren Effekt auf die Preisspitzen erreichen wolle, müsse somit die Speicherdauer deutlich erhöht werden.
Mit zusätzlich 30 Gigawatt Gaskraftwerken und mindestens 50 Gigawatt Speichern ließen sich die Preisspitzen nach der Thema-Berechnung auf 0 im Jahr 2035 reduzieren. Allerdings merken die Analysten auch an, dass die Gaskraftwerke nur zu wenigen Zeiten gebraucht werden, da sie nur in Zeiten der Knappheit wie Dunkelflauten zum Einsatz kämen. Ihre Auslastung würde Thema zufolge bei etwa 8 bis 14 Prozent liegen. 30 Gigawatt Gaskraftwerke würden eine zusätzliche Erzeugung von etwa 22 Terawattstunden erbringen. Wenn zugleich 90 Gigawatt an Batteriespeichern bis 2035 entstünden, würde sich der Gasverbrauch um 14 Terawattstunden reduzieren, um die Preisspitzen abzufangen.
Beim Strompreis würden sich die zusätzlichen Gaskraftwerke auch bemerkbar machen. Eine Preissteigerung von 1 Euro pro Megawattstunde beim Gas würde den Strompreis um deutlich mehr als 1 Euro pro Megawattstunde ansteigen lassen. Allerdings zeigen sich in den Berechnungen auch saisonale Unterschiede. Im Zeiten hoher Erneuerbaren-Erzeugung wären die Auswirkungen marginaler. Auch zusätzliche Batteriespeicher würden in dem Fall die Stunden, in denen die Preissetzung durch Gaskraftwerke erfolgt, reduzieren.
Mit Blick auf die europäischen CO2-Emissionen erwarten die Analysten kaum Auswirkungen durch den Zubau neuer Gaskraftwerke. Zumal neue Gaskraftwerke in Deutschland auch die Erzeugung aus weniger effizienten und CO2-intensiveren Kraftwerken in den Nachbarländern ersetzen würden. In ihrer Betrachtung kommen die Analysten zu dem Schluss, dass die Batteriespeicher die CO2-Emissionen um etwa 10 Millionen Tonnen CO2 reduzieren könnten. Dies bedeutet 140 bis 200 Tonnen pro installiertem Megawatt an Batteriespeichern. Auch hier ist ein abnehmender Grenznutzen von mehr Batteriespeichern zu beobachten.
Letztendlich gehen die Analysten in ihren Berechnungen davon aus, dass die Gaskraftwerke genutzt würden, um die Batteriespeicher in Zeiten von Dunkelflauten zu laden. Allein deshalb sei ein sinnvoller Mix beim Zubau notwendig.
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Ich verstehe die Überschrift nicht. Wer stellt denn ernsthaft in Zweifel, dass wir noch Gaskraft brauchen?
… wenn man den Bericht dann liest, ist völlig klar, was so oder so jetzt passieren muss. Maximal Speicher ausbauen, sodass minimal Gas „verbraucht“ wird. Dass Gas „gebraucht“ wird, ist keine Frage… die entscheidende Frage ist nur, in welchen Mengen und vor allem, ob es noch für die tägl. Spitzenlast benötigt wird. Das hat direkten Einfluss auf die Preise. Wenn dann am Ende die Gasleistung 30 GW statt 20 GW beträgt, ist das aus meiner Sicht nur sekundär relevant… viel wichtiger wäre hier aus meiner Sicht der Aufbau einer schlanken und effizienten dezentralen Struktur.
Trotzdem denke ich, für mehr als die geplanten 12 GW Gaszubau sollte man noch 5-6 Jahre in der Planung abwarten, ggf. auch alte Kraftwerke noch verlängern. Man sollte die Entwicklung von Batteriespeicher und dezentralen Backup-Strukturen nicht unterschätzen und ihnen diese Zeit noch geben. Größere Batterie-Speichermengen bzw. Speicherdauern, als heute prognostiziert, halte ich eher für wahrscheinlich. Disruptive Entwicklungen werden fast immer falsch vorhergesagt, sehr beeindruckend bei der IEA in Sachen Fotovoltaik seit 25 Jahren zu beobachten.
Im Sommer vielleicht, im Winter nie. Und was man eh im Winter braucht, nutzt man im Sommer nicht, nur weil man zu blöd ist, Gas billig einzukaufen? Wer heute billige Energie hat, sollte das gesparte Geld in die Entwicklung einer gesicherten Versorgung in der Zukunft investieren. WEA und PV sind das vielleicht zu 20 %. China machts vor!!
Das fragen wir uns alle.
Diese Streitereien sind längst hinfällig. Die kommenden Natriumspeicher aus z.b. Bad Staffelstein und ein paar Tage im Jahr Kohle. Fertig.
Nein, bis 2035 wird das über Batterien noch nicht vollständig funktionieren. Aber der Bau von Gaskraftwerken ist keine Lösung, schon gar nicht eine ökonomische Lösung.
Es ist „spannend“ wie sehr eine offenkundig nötige Debatte nicht geführt werden kann. Was war denn der Hauptgrund, warum wir uns in Deutschland vor Jahren dafür entschieden haben, Kohlekraftwerke abzuschalten und stattdessen auf Gaskraftwerke als Brückentechnologie zu setzen? Wie Kohlekraftwerke nutzen wie Gaskraftwerke fossile Energie, sind dabei aber deutlich klimafreundlicher als Kohlekraftwerke. Das gilt aber nur, wenn wir von Pipeline-Gas reden, wie es früher eben Standard war. Ist es aber nicht mehr. Mit LNG betrieben sind Gaskraftwerke in der Gesamtrechnung nicht klimafreundlicher als Kohlekraftwerke. Das gilt umso mehr, wenn immer größere Teile des LNGs aus den USA kommen, wo sich zu den negativen Effekten von LNG noch die negativen Effekte von Fracking addieren.
Norwegens Gasvorkommen sind in etwa 15 Jahren erschöpft, dann wird der LNG-Anteil noch mal drastisch steigen. Wir tun aber weiter so, als wäre die alte Prämisse noch gegeben.
Warum begreifen wir nicht endlich, was China tut? Massiv Erneuerbare zubauen. Gigantisch Batteriekapazität ans Netz bringen und als Backup auf Kohlekraftwerke setzen. Wie China gewinnen wir Kohle im Inland und es entfallen damit die geostrategischen Abhängigkeiten. Wollen wir noch 3 Jahrzehnte mit regelmäßig explodierenden Gas-/Strompreisen verbringen, weil wieder irgend Depp meint, einen sinnlosen Krieg anfangen zu müssen?
2025 erreichten die deutschen Kohlekraftwerke im Schnitt 3.100 Volllaststunden. Wenn wir bis 2035 500 GWh Batteriekapazität ans Netz bringen, brauchen wir Backupkraftwerke nur noch bei längeren Dunkelflauten. Dann laufen die Kohlekraftwerke noch 500 Stunden im Jahr. 500 GWh Batteriekapazität kosten ca. 100 Mrd. Den großen Stromerzeugern schwebt für ihren Gaskapazitätsmarkt mit 20-30 GW eine Vergütung von 430 Mrd. über 20 Jahre vor. Aber wir setzen auf Gas? Kohleausstieg um 10 Jahre verschieben und massiv Erneuerbare + Batterien zubauen, um schnellstmöglich die Zahl der Volllaststunden für Kohlekraftwerke zu minimieren.
„Aber wir setzen auf Gas?“
… vlt. sind damit gesamteuropäische Backup-Strategien eingeplant und jede Umwelt-/Energie-/Wirtschaftsministerin bzw. -minister kommuniziert das nur für die jeweils eigene Zuständigkeit im jeweiligen Land?
… die d. Interkonnektoren (leistungsflussgesteuert) haben gesamt etwa 25-30GW in die Nachbarländer(?)
„Ausbauziele: Um die Klimaneutralität zu erreichen, wird in Szenarien für 2045 ein Ausbau auf bis zu 70 GW Interkonnektoren-Leistung in das europäische Ausland angestrebt.“
(Wie hat die Studie ‚Dunkelflaute‘ definiert?)
bspw. ein geplanter Interkonnektor zwischen Dahlem und Gramme (Belgien, Elia) wird (geplant) ca. 2038 in Betrieb genommen (NetzEP Strom 2037/2045, 1-2GW)
„Mit LNG betrieben sind Gaskraftwerke in der Gesamtrechnung nicht klimafreundlicher als Kohlekraftwerke.“
vlt. dazu interessant:
Windkraftanlagen auf Tankerschiffen (o. a. ‚Lastensegler‘) werden nicht so schnell auf den Ozeanen unterwegs sein (Anteil Schiffsweg: ca. 10-15% der GesamtprozessEmissionen) …
Bis ca. 2045 (als ca. 20 Jahreszeitraum des Vergleichs): Mit Methanleckagen über 3-4% ist LNG generell nicht emissionsunschädlicher als lokale Kohlenutzung.
(ein Ansatz)
Extraktion und Vorprozesse (Bohrungen, Ausfackeln von Überschussgasen, Methanleckagen an der Bohrung): ~15–30%
Verflüssigung (CO2-Anteil aus Elektrizität/Brennstoffanteil): ~20–25%
Transport (Schiffsweg, Wegstrecke u. Transportseffizienz): ~10–15%
Regasifizierung (lokale Pipelines): ~5–10%
Verfeuerung LNG (direkte CO2-Emissionen, vgl. mit Kohleverbrennung): ~40–50%
Summe: 90-130% (verglichen mit Kohlekraftwerksemissionen, ca.)(?)
Ein Gaskraftwerk kann nur für 2 Wochen im Jahr vorgehalten werden. Ein Speicher natürlich auch.
1 GW Gaskraftwerk würde also 336 GWh erzeugen, ein Speicher müsste 336 GWh Kapazität geladen vorhalten.
Die Wirtschaftlichkeit sollte also abschätzbar sein.
50 Euro für die KWh ? 336.000.000 kWh für 16,8 Mrd Euro… dafür gibt es dann 10-20 GW an Gaskraftwerken.
“ 16,8 Mrd Euro“
für 2*10Jahre (gew. Einsatz) ~35Mrd. Euro, inkl. Leistungselektronik/Stromnetzanpassung/Leistungsverteilung ~70-100Mrd. Euro(?)
für 30-50Jahre (Anfangsinvestition/Substanzaufbau, inkl. Wartung/Instandhaltung/Erneuerungen?, 20Jahresansatz)_2026: 430Mrd. €
Summe: 430Mrd.€ -150Mrd.€ =~ 250Mrd.€ (20J.) Personalkosten/Vorstandsgehälter(DAX?)/Dividendenerträge/Umstrukturierungs- bzw. Fusionierungskosten(?)
( … innovation&forschung )
reservekraftwerke braucht es, das versteh ich. nicht verstehen tu ich, dass man die mit energie betreiben will, welche importiert werden muss. unter reservekraftwerken versteh ich solche, auf welche im notfall garantiert zurückgegriffen werden kann und nicht abhängigkeiten von importen. warum nicht heimische kohle als notfallreserve, wie es beispielsweise auch china macht?
Stimme zu. Alleridngs ging es in dieser Studie nicht um Reservekraftwerke (bei denen es um die Netzstabilität geht), sondern um Kraftwerke, die Preisspitzen abfangen sollen (und das tun die aktuellen Reservekraftwerke nämlich nicht – sollen sie auch nicht). Wenn das Gasnetz inkl. Speicher gefüllt ist, kämen wir mit normalem Verbrauch etwa 3 Monate ohne Zufluss aus. D.h. wenn noch ein paar Leute auf Wärmepumpe umsteigen, reicht es in Zukunft für einen ganzen Winter. Da würde ich sagen: auch sicher genug. Natürlich, heimische Braunkohle wäre unabhängiger, aber die BK-Kraftwerke lassen sch nicht so gut dezentral verteilen – und zentrale Großkraftwerke sind eben auch anfällig, wenn man das unter Resilienzgesichtspunkten sieht.
Am besten: viel PV, Wind, E-Autos als Speicher, auf dem Land in jedem Häuschen ein Holzofen als Notreserve, bei jedem Ortsnetz-Trafo einen Batteriespeicher, bei den Firmen sowieso (um den vorhandenen Netzanschluss zu nutzen). Dann ist die Dunkelflaute zwar noch da, aber nicht mehr so schlimm… und ob es dann neue Gaskrfatwerke oder alte Kohlekraftwerke sind, ist vermutlich nicht tragisch. Die Kohlekraftwerke hätten wir aber ja schon. Und: 2035 ist schon in 9 Jahren… und in 2045 soll die netto-Null stehen.
Es ist richtig, dass Kohlekraftwerke deutlich träger regelbar sind als Gaskraftwerke. Nur wenn die Kohlekraftwerk mit Batteriespeicher kombiniert werden, dann können bei Dunkelflaute die Kohlekraftwerke die Batteriespeicher nachladen und die Batteriespeicher wiederum die Lastspitzen ausgleichen und dies über Wochen.
Wir müssen Oel und Gas aber auch Kohle in Deutschland fördern will. Ist auch dreckig und umweltschädlich. Die Zukunft ist schwer zu kalkulieren, da wir die Werte erst in der Zukunft hsaben werden. Ich glaube etwas ist klar, wir werden noch fossile Kraftwerke brauchen. Wir benötigen Speichertechnologien für den jahreszeitlichen Ausgleich.
Eine Möglichkeit, die die Kapazität von Batteriespeichern erweitern könnte, sind E-Autos, die bidirektional laden können, d.h., dass sie sowohl Strom beziehen, z. B. zu Zeiten, zu in denen überschüssige Energie aus Erneuerbaren vorhanden ist, als auch unmittelbar in den Akkus gespeichert Enegie bereitstellen, und in’s Netz einspeisen können.
Natürlich müsste diese Technik hierzulande noch ausgebaut werden.
In einigen Ländern gibt es Projekte, die diese Technik anwenden.
Bei der z. Z. im Lande angemeldeten Anzahl von E-Fahrzeugen von ca. 2 Mio – mit steigender Tendenz – wäre die verfügbare zusätzliche Speicherkapazität, wenn 10% der Autoakkukapazität (Ann.: 5 KWH) genutzt würde:
2.000.000 × 5KWH = 10.000.000 KWH, also 10 GWH – immerhin.
Natürlich müssten entsprechende Anreize durch angemessene Vergütung dafür geschaffen werden.
Was wäre wenn man die 9 GW Biomasse Kraftwerke nicht verhungern lassen würde sondern denen das Geld für den Einbau von Brennstoff Speichern und Überbau der Generatoren bezahlen würde damit sie teilweise aus der Grundlast in die Reservelast übergehen könnten? Dann könnten die 8000+ stunden im Jahr fermentieren und Speichern und die wenigen hundert Stunden wo es knapp wird glänzen. Aber gewisse Leute mögen ja lieber Erdgas…
@ Christian B .
Die Speicherung derart riesiger Biogas Mengen ist
schlicht in den meisten Fällen unmöglich.
Das wäre auch viel zu teuer.
Dann kann man das Biogas lieber zu Biomethan aufbereiten und in das Erdgasnetz einspeisen , denn das Erdgasnetz ist ein riesiger Speicher .
Die Biogasaufbereitung ist für die meisten Bestandsanlagen nicht möglich weil :
Anlage zu alt
Betriebsleiter will nicht
Gasanschluss zu weit weg
Anlage hat nicht die erforderliche Mindestgröße
Usw.
Wie man es im Detail loest ist zu besprechen. Der Ansatz Biogas zur Speicherung zu nutzen ist es wert.
Die Leistungsreserven im Stromsystem werden nicht alle an einem Stück gebraucht. Biogasanlagen haben heute zwar nur einen sofort verfügbaren „Fertiggasvorrat“ von 50 GWh, aber einen mobilisierbaren Rohstoffvorrat (Substratlager) von über 80.000 GWh (th) im Herbst, was etwa 35.000 GWh (el) entspricht. Zum Vergleich: Die großen Erdgaskavernen werden mit bis zu 240.000 TWh (th) gefüllt. Bei Einspeicherung von Wasserstoff würde diese Kapazität auf ein Drittel schrumpfen. Deshalb: Biogas spielt hier in der ersten Liga, gewinnt die Energie im Land und ist sehr schnell verfügbar. Es lohnt sich, die Biogasanlagen zu Speicherkraftwerken zu machen!
Wetterdaten von 1985? Ziemlich fragwürdig. Auch die Annahme, dass ab 2027 keine Investitionen mehr in Batterien erfolgt, mag vllt unter Reiche richtig sein. Allerdings bleibt zu hoffen, dass diese wieder in der KraftNav landen. Dazu gibt es noch weitere Speichermöglichkeiten. Schwerkraftspeicher (genug Stollen haben wir in D.), Stülpspeicher wie zb in Haßfurt, oder.Druckluftspeicher (vorhandene Kavernen nutzen). Außerdem gibt ja auch die Betonkugeln, die im Bodensee getestet wurden und inzwischen in Kanada als Speicher installiert sind.
Nicht zu vergessen, thermische Speicher. Davon gibt es alleine in de Haushalten heute schon existierende GW/GWh. Alles, was man tun müsste, wäre, diese auch zu nutzen.
Zudem ist jedes Haus an sich schon ein thermischer Speicher, selbst ohne zusätzlichen Einbau.
Gaskraftwerke, die den Preis senken. Das ist ja mal ein Brüller. Das will ich sehen.
Die Datenauswahl der Studie, wie hier beschrieben, mutet doch sehr willkürlich an.
Welcher Zubau an Solar und Wind war noch einmal anvisiert worden? Das Witzige ist ja, dass je mehr Solar wir haben, desto weniger Dunkelflauten haben wir. Hat Jemand den Link zu dieser Studie, dass man sich das mal selber anschauen kann? Das, was ich hier gelesen habe, macht sehr eingeschränkt Sinn.
Die Argumentation ist doch falsch. Die oekologische Energieerzeugung fuehrt zur Abschaltung fossiler Kraftwerke. Erst dadurch sind Dunkelflauten entstanden und werden mit der weiteren Abschaltung konventioneller Kraftwerke verschaerft. Bei 20% Oekoenergie wie in China hat man noch kein Dunkelflauten Problem.
Buerger57 schrieb:
„Die Argumentation ist doch falsch.“
Da kann ich nur empfehlen, einmal einen Blick auf die echten Daten zu werfen und damit zu argumentieren. Diese kannst du z.B. auf http://www.energy-charts.info finden. Ist schon erstaunlich, wie falsch man mit reinem Bauchgefühl liegen kann.
„2027 keine neuen Investitionen in Batteriespeicher oder Gaskraftwerke mehr erfolgen“
… eine interessante aber für mich nicht nachvollziehbar These. Zweiteres würde ich mir wünschen.
Welchen Grund gibt es über Batterien in GW zu schreiben? Ein Gaskraftwerk Leistet ja 24/7. Es müsste doch immer GWh sein, sonst ist der Vergleich ja nur theoretisch. Oder ist das bewusst so gemacht, um die Kosten und Schwierigkeiten Gas durch Batterien zu ersetzen, irgendwie zu verschleiern?
Dan,
der Grund ist die Funktion. Batterien selber erzeugen keinen Strom, sondern strenggenommen verbrauchen sogar welchen.
(Das können und tun Gaskraftwerke übrigens auch im Zuge der Spannungs-/Frequenzstabilisierung, da misst nur niemand).
Erzeugung (erneuerbar) haben wir heutzutage genug, um 100% zumindest teilweise decken zu können. Je mehr wir davon ausbauen, um so mehr schrumpfen die Zeiten, in denen das nicht möglich wäre.
Batterien können diese GW effizient aufnehmen und dann später wieder abgeben.
Gaskraftwerke hingegen verursachen die unnötige Abschaltung von Erneuerbaren (auf deine und meine Kosten). Wenn Gaskraftwerke Energie zur Netzstabilisierung aufnehmen, dann wird diese prinzipbedingt immer in umnutzbare Wärme umgewandelt.
Die GWh der Gaskraftwerke (eigentlich GVAh und GVArh) verursachen Emissionen und Kosten zum Nachteil Aller und blockieren die Netze. Das macht eigentlich nur Sinn, wenn gar keine andere Alternative da wäre. Also wenn es keine Batterien und Erneuerbaren gibt.
unnutzbar, nicht umnutzbar
Welcher Lobbyist hat diesen Müll geschrieben? Es liegen Anträge für Batteriespeicher von über 200Gigawatt vor. Würde die Regierung die Anträge endlich mal genehmigen, würden wir bereits 2030 keinerlei Gastkraftwerke im Norden mehr benötigen. Im Süden ist es was anderes, durch fehlende Trassen. Alles schuld der CDU Stillstandspolitik.
Die Regierung kann diese Anträge nicht genehmigen, sie liegen bei den Netzbetreibern…
Sandra Enkhardt schrieb:
„Die Regierung kann diese Anträge nicht genehmigen, sie liegen bei den Netzbetreibern…“
Und wer reguliert, was die Netzbetreiber tun (oder eben auch nicht tun) ?
Sandra Enkhadt schreibt
Die Regierung kann diese Anträge nicht genehmigen, sie liegen bei den Netzbetreibern…
@ Das ist das Problem unserer Energiewende. Es müsste dafür eine „Neutrale“ Sachverständigenkommission“ geben. Und die kann auch wiederum nur aus den Reihen der Fachleute kommen. Die andere Seite sitzt leider am längeren Hebel, und immer mit der Blackout Keule in der Hinterhand. Wenn man sich wundert, was bei uns Energiewende bezüglich so vermeintlich unsinniges geschieht, ist das nicht die Politik, sondern ihre Berater.
Schaut mal hier;
https://de.wikipedia.org/wiki/Externe_Mitarbeiter_in_deutschen_Bundesministerien
200 GW eine Sekunde, eine Stunde, einen Tag, eine Woche oder einen Monat lang? Das ist hier die grosse Frage.
Wahrscheinlich etwa 2-3 Stunden lang, wie bei Batteriespeichern üblich, weil sie darüber hinaus nicht sinnvoll, bzw. nicht finanzierbar sind.
Die Regelleistung durch Elektroautos soll 140GW und 80…100GWh besitzen – für Dunkelflautenleistung und Kapazität werden auch langsamere Speicher mit viel günstiger Kapazität attraktiv werden. – Mit den Preissignalen, die Smartmeter abgeben, wird auch hier der Verbrauch steuerbar. – Und ich habe gehört, es gibt auch noch das europäische Netz – oder wird das abgebaut? (In Gesamteuropa gibt es eigentlich gar keine Dunkelflauten!!!
Schauen wir gleich auf 2045:
– Stromverbrauch circa verdoppelt wegen Sektorkopplung
– PV etwa 500 GW (braucht auch Dächer, Frau Reiche), Wind 250 GW, oder vielleicht sogar 600 + 200 (begrenzte Akzeptanz an Land , Abschattung offshore)
Spitzenlast 150 – 200 GW
– Leistung thermischer Kraftwerke circa 100 GW, in Dunkelflauten erbringen Batteriespeicher den Ausgleich der Tag-Nacht und Werktag-Wochenend Lastkurve, zusammen mit flexiblem Lastmanagement
– thermische Erzeugung nur etwa 10 % des gesamten Stromverbrauchs
Was wird in den Kraftwerken verbrannt für null- CO2? H2, Biomethan, Syngas … Kohle (mit ccs) eher nicht.
Wie kommen wir dahin möglichst günstig? Sicher nur wenn alle neuen Gaskraftwerke H2-fähig gemacht werden können.
Wie viele, wann? Hängt nicht zuletzt davon ab, wie schnell wir mit der Sektorkopplung voran kommen. Da werden ja gerade allerorten die Bremsen angezogen…
Wenn wir auf 2045 schauen und eine Dunkelflaute, wie die vom 14.03.2026 bis 15.03.2026 nehmen und diese mit der dann verfügbaren Leistung skalieren, dann sehen wir, dass statt der derzeitigen ca. 40% Erneuerbaren während der Dunkelflaute, diese 100%+ erbringen.
Wir hatten richtig schlechte ca 24% am 14.02.2026, das der Fall für ca. 4 Stunden, bevor der Anteil wieder kletterte.
Was noch einmal genau machen wir dann mit den Gaskraftwerken?
Ich denke, es wird höchste Zeit, dass wir einmal Dunkelflauten mit echten Zahlen diskutieren, statt immer so zu tun, als ob in Dunkelflauten keine Erneuerbaren zur Verfügung stünden. Jedes zusätzliche Solarmodul erhöht die verfügbare Leistung während Dunkelflauten entweder direkt oder im Zusammenhang mit einem Batteriespeicher.
Der einzige Weg, in dem wir 2024 nicht ca. 100% der benötigten Energie aus Erneuerbaren decken können, ist, wenn wir den Ausbau der Erneuerbaren abwürgen und uns auf Gaskraftwerke verzetteln.
Sollte heißen:
Der einzige Weg, in dem wir 2045 nicht ca. 100% der benötigten Energie aus Erneuerbaren decken können, ist, wenn wir den Ausbau der Erneuerbaren abwürgen und uns auf Gaskraftwerke verzetteln.
… und wo bleibt als preisgünstige Lösung der viel gelobt und diskutierte Wasserstoff?
Mir scheinen die Annahmen der Studie nicht gut gewählt. Speicher mit einer max. Ausspeicherdauer von 6 Stunden zu begrenzen ist in meinen Augen „Kappes“. Wenn man auf Energiespeicher setzt, dann braucht man vermutlich eher Ausspeicherdauern mindestens von 2-3 Tagen. Dann benötigt man bei einem klugen Mix aus Sonnen- , Windkraft und Auslandsimporten aus Gunstzonen wie Südeuropa für Sonne und Nordeuropa für Wind vermutlich null Gaskraftwerke mehr. Bitte noch Mal rechnen und mehr Szenarien berücksichtigen. Es gilt – wie wohl immer – der Merksatz: „Glaube keiner Studie, die Du nicht selber gefälscht hast.“ 🙂
@Frau Enkhardt,
können Sie ggf. noch eine Quelle zur Studie angeben, leider hat auch der Studienautor auf seiner Homepage dazu keine Informationen.
Bitte nehmen Sie mit Lukas Feldhaus Kontakt auf: https://thema.no/en/person/lukas-feldhaus/