Frankreich schafft Platz für Photovoltaik – Total kündigt zehn Gigawatt-Plan an

Teilen

„Dank @SebLecornu für den Start der #PlaceAuSoleil-Initiative: Es ist wichtig, dass der Staat die Entwicklung von #Photovoltaik in Frankreich fördert. @Total will wesentlich dazu beitragen, da wir bereit sind, in zehn Gigawatt an Kapazität innerhalb von zehn Jahren zu investieren“, twitterte Patrick Pouyanné, Vorstandschef des französischen Öl- und Energiekonzerns Total. Er bestätigt damit die Ankündigung seines Unternehmens während einer Präsentation der Initiative „#PlaceAuSoleil“ am Donnerstag. Bei „#PlaceAuSoleil“ handelt sich dabei um einen weiteren Plan des französischen Umweltministeriums, die bestehenden Rahmenbedingungen für Photovoltaik zu verbessern und den Zubau zu beschleunigen. Nähere Details, wie Total sein Vorhaben umsetzen will, gab es zunächst nicht.

https://platform.twitter.com/widgets.js

Allerdings gab es verschiedene andere Ankündigungen während des Events, die es ebenfalls in sich haben. EDF-CEO Jean-Bernard Levy bekräftigte, dass sein Unternehmen seinen 30-Gigawatt-Plan umsetzen will, um „Frankreich zu helfen, seine Lücke bezüglich des Photovoltaik-Ausbaus zu reduzieren“. Auch die französische Einzelhandelsgruppen Auchan und Carrefour haben angekündigt, 60 und 20 Hektar Solarmodule auf ihren Gebäuden im Land zu installieren. Die Einzelhändler Magasins U und Les Mosquetaires haben sich zu jeweils 50 Hektar verpflichtet.

Frankreichs Verteidigungsministerium hat die Veranstaltung ebenfalls für ein große Ankündigung genutzt. Es will 2000 Hektar für Photovoltaik-Anlagen nutzbar machen. Diese sollen bis 2025 installiert werden. Anfang Mai hatte pv magazine bereits berichtet, dass die französische Regierung über den Bau von Solarparks auf landesigenen Flächen nachdenkt.

Der französische Staatssekretär im Umweltministerium, Sébastien Lecornu, erklärte, dass der „#PlaceAuSoleil“-Plan insgesamt 30 Maßnahmen umfasse. Sie sollten vor allem die Bedingungen dafür schaffen, damit Flächen für den Bau von Solarparks freigegeben werden. Auch gehe es darum, für Investoren gewinnbringende Geschäftsmodelle zu definieren, die soziale Akzeptanz großer Photovoltaik-Projekte zu verbessern, den bürokratischen Aufwand und den Zeitrahmen für das Genehmigungsverfahren zu rationalisieren, die Ausschreibungsverfahren zu beschleunigen sowie bessere Bedingungen für Photovoltaik-Anlagen auf Carports und Gewächshäusern zu schaffen. Teil des Pakets ist zudem, das Ausschreibungsvolumen für Photovoltaik-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu verdoppeln und es um 50 Prozent bei Photovoltaik-Dachanlagen zu steigern.

Die neuen Maßnahmen sollen jene ergänzen, die bereits vom französischen Umweltminister Nicolas Hulot Ende vergangenen Jahres implementiert wurden. Damals war das jährliche Ausschreibungsvolumen, der Ende 2016 durch die französische Regierung angekündigten Auktionen, von 1,45 auf 2,45 Gigawatt erhöht worden. Mit dieser Maßnahme will die Regierung Marcon ihr Ziel einer installierten Photovoltaik-Leistung von 20 Gigawatt bis 2023 erreichen. Ende März 2018 lag die kumulierte Leistung im Land bei 8,3 Gigawatt. Eine Beschleunigung des Zubaus ist jedoch im 4. Quartal 2017 und 1. Quartal 2018 erkennbar. Die neu installierte Leistung lag in diesem Zeitraum bei rund 650 Megawatt. Ein Grund für das Anziehen des Zubau ist, dass die in der zweiten Hälfte 2016 gestarteten Ausschreibungen nun Früchte tragen.

Erstes europäisches Gigawatt-Projekt geplant

Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass Europas erste Gigawatt-Freiflächenanlage in Frankreich entstehen könnte. Die Solarmodule für das 1,2 Gigawatt-Kraftwerk sollen auf 1800 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in den vier südfranzösischen Gemeinden Allons, Boussès, Sauméjan und Pompogne entstehen, die sich alle im Departement Lot-et-Garonne befinden. Auf Nachfrage von pv magazine erklärte der Initiator des Projekts, Eco Solution Energie, dass derzeit fünf Entwickler an der Umsetzung interessiert seien. Dies seien die französischen Energiekonzerne Engie und Total, letztere über seine irische Tochter Amarenco sowie die heimischen Projektentwickler Neoen, Reden Solar und Valeco. Eco Solution Energy selbst ist assoziierter Entwickler von Neoen und beteiligt sich an der globalen Projektkoordinierung.