Baywa re beginnt Bau von 170 Megawatt-Solarpark in Spanien ohne Förderung

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Baywa re hat mit Statkraft einen Stromabnahmevertrag für einen Solarpark mit 170 Megawatt in Spanien geschlossen. Die Laufzeit betrage 15 Jahre, teilte der Münchner Konzern am Dienstag mit. Damit stehe einer zügigen Realisierung des Photovoltaik-Kraftwerks südlich von Sevilla nichts mehr im Wege. Es sei eines der größten Projekte in Europa, dass ohne staatliche Förderung auskommen soll. Für Statkraft ist es der Eintritt in den spanischen Markt, wie es weiter hieß.

Das Münchner Photovoltaik-Unternehmen habe bereits mit den Vorarbeiten für den Bau des Solarparks begonnen. Zum Jahresende wird Baywa re die Photovoltaik-Anlage voraussichtlich in Betrieb nehmen. Sie soll jährlich knapp 300 Gigawattstunden Solarstrom erzeugen. Genauere Angaben zum Abnahmepreis für den Solarstrom wollte Baywa re auf Nachfrage von pv magazine nicht machen. Auch zur Höhe der Investitionskosten machte das Unternehmen keine Angaben.

„Die Realisierung eines der ersten förderunabhängigen Solarprojekte dieser Größenordnung in Europa ist ein wegweisender Meilenstein – sowohl für uns als internationales Erneuerbare-Energien-Unternehmen als auch für die Zukunft des europäischen Photovoltaik-Markts “, sagte Benedikt Ortmann, Geschäftsführer der BayWa re Solar Projects GmbH. Die Umsetzung ohne staatliche Förderung sei möglich, da die Systemkosten für Photovoltaik-Anlagen stetig optimiert worden seien.

Baywa-Energievorstand Matthias Taft sprach von einer „neuen Phase der Energieerzeugung“. Die Photovoltaik sei auf Augenhöhe mit der Erzeugung aus konventionellen Kraftwerken angekommen. „Unser Projekt zeigt zugleich das große Potenzial von neuen Finanzierungsmodellen in einem sich wandelnden Marktumfeld“, so Taft.

Der norwegische Energiekonzern wiederum verfügt nach eigenen Angaben über ein Portfolio von 15.000 Megawatt an Erneuerbaren-Anlagen und ist damit europaweit einer der größten Vermarkter. Mit seinen Stromabnahmeverträgen wolle er den weiteren Ausbau der Erneuerbaren in Europa ermöglichen und die langfristige Finanzierung solcher Projekte sichern, sagte Statkraft-Vorstandsmitglied Hallvard Granheim.

Bereits seit 2016 bemüht sich Baywa re um die Realisierung des Großprojektes. Dabei wurden auch bereits 3,8 Cent pro Kilowattstunde als möglicher Preis für den erzeugten Solarstrom genannt. Was mit dem Solarstrom nach den 15 Jahren passiert, dafür gibt es mehrere Optionen. Baywa re werde dann aber nicht mehr der Betreiber sein, da es seine Projekte nach der Fertigstellung verkauft, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Prinzipiell gebe es drei Optionen. So könnte der Stromabnahmevertrag mit Statkraft verlängert werden oder ein neuer Abnehmer gesucht werden. Zudem sei denkbar, dass der neue Betreiber den Solarstrom selbst an der Börse vermarktet.