Schletter verzeichnet großes Investoreninteresse

Die Schletter GmbH, die sich seit dem 19. März in einer Sanierung in Eigenverwaltung befindet, hat vor wenigen Tagen einen strukturierten Investorenprozess gestartet. Dabei sollen potenzielle Geldgeber ermittelt und gezielt angesprochen werden, wie das Kirchdorfer Photovoltaik-Unternehmen am Montag erklärte. Schletter-Geschäftsführer Tom Graf bezeichnete das Interesse als „erfreulich hoch“. Mehr als ein Dutzend Interessenten aus dem In- und Ausland prüften bereits die Bücher des Unternehmens. Das Unternehmen will sich nach eigenem Bekunden durch den Einstieg eines Investors langfristig finanziell neu aufstellen.

Namen der potenziellen Kandidaten wurden nicht genannt, aber wohl dass es sich um Unternehmen aus der Branche sowie Finanzinvestoren handelt. Erste indikative Angebote seien noch im April zu erwarten. „Es haben sich auch einige Interessenten von sich aus gemeldet, was zeigt, dass Schletter mit seinen erstklassigen Produkten und seinem internationalen Footprint sehr gut im Markt positioniert ist“, erklärte Andreas Elsäßer. Der Anwalt von der Kanzlei Schultze & Braun war im Zuge der Verfahrens als Sanierungsgeschäftsführer (CRO) in die Geschäftsleitung eingetreten.

Seit der Beantragung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung laufe der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang weiter. Der vom Amtsgericht bestellte Sachwalter Christian Gerloff habe intensive Gespräche mit Lieferanten und Kunden zur Sicherstellung des Geschäftsbetriebs geführt. Alle Parteien seien „sehr konstruktiv“. Die Löhne und Gehälter der rund 280 Mitarbeiter sind zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.

Neben der Abarbeitung bestehender Aufträge habe Schletter in den vergangenen Wochen auch neue an Land ziehen können. So sei Verträge im Projektgeschäft mit einem Volumen von mehr als 20 Megawatt abgeschlossen worden. Dies betreffe Photovoltaik-Projekte unter anderem in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Ungarn, dem Senegal und Jordanien, hieß es weiter. Mit Blick auf die Intersolar Europe im Juni in München laufe zudem auch die Produktentwicklung auf Hochtouren.