Younicos liefert smarte Batterie für schwimmenden Windpark

Der norwegische Energieriese Statoil baut vor Schottland den ersten schwimmenden Windpark der Welt. Das intelligente Batteriesystem mit einem Megawatt Leistung (1,3 Megawattstunden speicherbare Energie) liefert der Berliner Speicher-Spezialist Younicos, wie beide Unternehmen am Dienstag bekannt gaben. Der Speicher – Projektname „Batwind“ – solle künftig dabei helfen, den Strom aus dem Windpark „Hywind“ verlässlich in das britische Stromnetz zu integrieren.

Younicos liefert zwei Batterie-Container zum ersten schwimmenden Windpark nach Schottland

Foto: Younicos

“Mit Younicos‘ intelligenter Y.Q-Software stellen wir sicher, dass sich der Speicher so verhält, wie wir es uns wünschen“, sagt Sebastian Bringsværd, Projektleiter bei Statoil. So wisse die Batterie automatisch, wann sie Strom speichern muss und wann sie ihn ins Netz einspeisen soll. „Wenn uns also Wetterdaten sagen, dass der Wind in zwei Stunden zunimmt oder dass die Preise in drei Stunden wegen des überlasteten Netzes sehr niedrig sein werden, wird ‚Batwind‘ auf der Grundlage dieser Informationen handeln”, erklärt Bringsværd. Das Speichersystem schaffe so einen Mehrwert, indem es die Fluktuation des Windes ausgleicht – und den Wind zu einer zuverlässigeren Stromerzeugungsquelle zu machen.

Grafik: Statoil

Grafik: Statoil

Das System bestehe aus zwei sogenannten Y.Cubes, den von Younicos entwickelten modularen Speicher-Containern. Diese werden in der „Hywind“-Onshore-Umspannstation im schottischen Peterhead aufgestellt. Das Gehirn sei eine intelligente Softwareplattform, die das gesamte System vollautomatisch steuere. Die Batterie kann damit nach Unternehmensangaben mehrere Aufgaben parallel erfüllen: sie kann die Einspeisung der Windenergie an die Auslastung des Netzes anpassen und die Frequenz des Netzes konstant bei 50 Hertz halten.

Beim Speicher-Projekt „Batwind“ arbeitet Statoil zusammen mit Masdar. Die Anlage solle im ersten Halbjahr 2018 in Betrieb gehen. Basierend auf den Erfahrungen und Tests werden Statoil und Masdar nach eigenen Angaben im Anschluss eine Weiterentwicklung der Lösung bewerten. Younicos-Geschäftsführer Jayesh Goyal ist indes jetzt schon stolz, Teil einer „Premiere – dem ersten schwimmenden Windpark der Welt – sein zu dürfen“.