Photovoltaik zieht weltweit bis Ende 2017 mit Atomkraft gleich

Die Analysten von GTM Research erwarten in diesem Jahr einen Photovoltaik-Zubau von mindestens 81 Gigawatt. Erst am Donnerstag hatte IHS Markit auf Grundlage der extrem hohen Nachfrage in China in diesem Jahr seine Prognose auf 90 Gigawatt angehoben. In beiden Fällen gehen die Analysten jedoch von einem neuen Rekordwert bei den weltweit installierten Photovoltaik-Anlagen aus.

Nach Berechnungen von GTM Research dürfte die kumulierte Photovoltaik-Leistung dann auch die vorhandenen Kapazitäten der AKW übertreffen. „Dies ist ein Meilenstein“, schreiben die Analysten. Bis 2022 sei zu erwarten, dass die installierte Photovoltaik-Leistung global auf 871 Gigawatt anwachse. Damit würde sie jede der Windkraft um 43 Gigawatt übertreffen und doppelt so hoch liegen wie die der heutigen Kernkraftwerke, hieß es weiter.

Nach Angaben des Nuclear Energy Institute verfügen die weltweiten AKW über einer Gesamtleistung von 391,5 Gigawatt. Bis zum Jahresende schätzt GTM Research die kumulierte Photovoltaik-Leistung auf rund 390 Gigawatt. Dabei sei davon auszugehen, dass es eher über diesem Wert liege, heißt es bei den Analysten mit Verweis auf die Marktentwicklung in China.

Zumindest nach den reinen installierten Kapazitätszahlen könnte die Photovoltaik damit bis zum Jahresende gleichziehen. Der Anteil beider Technologien an der weltweiten Stromerzeugung ist damit aber immer noch nicht auf einem Niveau. Nach den Erwartungen von GTM Research werden die AKW knapp 2,5 Millionen Gigawattstunden Strom produzieren und damit einen Anteil von rund elf Prozent an der globalen Erzeugung erreichen. Die Photovoltaik-Anlagen werden dagegen etwa 375.000 Gigawattstunden Solarstrom in diesem Jahr erzeugen. Ein Anteil von etwa 1,8 Prozent an der weltweiten Erzeugung.