Solarworld Americas schließt sich Suniva-Petition an

Solarworld Americas hat sich der Suniva Petition nach einem sogenannten „global safeguard“-Verfahren bei der USITC angeschlossen. Die Photovoltaik-Hersteller hätten einen gemeinsamen Brief eingereicht, wonach Solarworld nun Co-Beschwerdeführer in dem Fall sei, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Bereits im April hatte Suniva die ursprüngliche Petition nach Section 201 des US-Handelsgesetzes von 1974 an die ITC gesendet. Anfang der Woche entschied die Kommission, dass die Untersuchungen in dem Fall aufnehmen werde. Es werden die Einführung von Mindestimportpreisen von 78 US-Dollarcent pro Watt für Solarmodule und 40 US-Dollarcent pro Watt für Solarzellen für alle kristallinen Photovoltaik-Produkte gefordert. Dies soll für alle Produkte gelten, die in die USA eingeführt werden.

„Wir haben auf ernsthafte Vorschläge gehofft und gewartet, die zur Beilegung der allgemeinen Spannungen zwischen der US-Solarindustrie und China führen. Doch wir haben keinen erhalten“, erklärte Juergen Stein, Präsident von Solarworld Americas, die Entscheidung. Der US-Photovoltaik-Markt werde weiterhin durch die staatlich geförderten Überkapazitäten sowie Exporte aus China und anderen Ländern stark verzerrt.  Mit dem neuen ITC-Verfahren würden nun hoffentlich Wege gefunden, um einen fairen Wettbewerb in den USA wiederherzustellen sowie die Zukunft der Solarindustrie in dem Land zu sichern, so Stein weiter.

Einige Marktbeobachter zeigten sich über die Entscheidung von Solarworld Americas überrascht, da der Photovoltaik-Hersteller zuvor doch eher zurückhaltend auf die Suniva-Petition reagiert habe. Die Meinungsänderung erklärte das Unternehmen auf Anfrage von pv magazine damit, dass es den erheblichen Importanstieg sehe, der die US-Industrie ernsthaft gefährde. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Suniva, um den Fall zu klären und zu gewinnen“, sagte Tim Brightbill, Partner der Kanzlei Wiley Rein LLP und Anwalt in Handelsfragen von Solarworld Americas. „Wir wollen ebenso die Regierung drängen, eine Schutzlösung zu finden, die gleichzeitig die Photovoltaik-Herstellung in den USA bewahrt und die US-Wertschöpfungskette stärkt.“

Trotz der beiden Anti-Dumping- und Anti-Subventionsverfahren gegen Importe aus China und Taiwan, haben sich die weltweiten Einfuhren von Solarzellen und Solarmodulen in den USA weiter erhöht. Dies liege vor allem in den Überkapazitäten der chinesischen Photovoltaik-Hersteller begründet, die vor allem außerhalb des Heimatlandes mittlerweile neue Produktionen aufgebaut haben, um die Einfuhrzölle zu umgehen, hieß es bei Solarworld Americas weiter. Die deutschen Solarworld-Gesellschaften hatten vor rund zwei Wochen Insolvenz anmelden müssen. Sie arbeiten wie die nicht betroffene US-Tochter zunächst aber weiter.

Suniva begrüßte die Entscheidung von Solarworld Americas, sich der Petition anzuschließen. Die ITC wird voraussichtlich im September oder Oktober die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichen. Ein offizieller Bericht soll bis zum 13. November an US-Präsidenten Donald Trump gehen, der dann über die möglichen Maßnahmen zum Schutz der US-Solarindustrie entscheiden wird.