Spanien plant weitere Drei-Gigawatt-Ausschreibung

Das spanische Industrieministerium hat bekanntgegeben, dass es noch eine Drei-Gigawatt-Ausschreibung an einem nicht näher genannten Datum „vor Beginn des Sommers“ abhalten will. Die Regierung in Madrid erklärte, dass ein erheblicher Anteil der Windkraft- und Photovoltaik-Projekte, die bei der ersten Ausschreibungsrunde mit drei Gigawatt vor gut zwei Wochen, nicht zum Zuge kamen, in der neuen Runde nun wahrscheinlich einen Zuschlag bekommen. In der ersten Runde war nur ein Photovoltaik-Projekt mit 1,5 Megawatt bezuschlagt worden; die restlichen knapp drei Gigawatt gingen an die Windenergie.

Das Ministerium betonte, dass die eingereichten Projekte bei der letzten Auktion, die Zuschlagsmenge um das Dreifache überschritten hätten. Zudem habe das Ergebnis der ersten Runde gezeigt, dass Marktpreise für Windkraft und Photovoltaik wettbewerbsfähig seien. Die Regierung erklärte zudem, dass Photovoltaik und Windkraft „auf wettbewerblicher Basis konkurrieren, so dass eine Auswahl der Projekte nach der Rangfolge ihrer Kosteneffizienz erfolgen“ könne. Allerdings machte sie keine konkreten Angaben zum Prozedere der neuen Ausschreibungsrunde, wenn Solar und Windkraft eng beieinander liegen. In der ersten Ausschreibung war dann der Windkraft Priorität eingeräumt worden.

Genaue Details zur neuen Auktion gab die Regierung zunächst nicht. Die erfolgreichen Projekte aus der ersten Runde müssen ab 2020 Strom liefern. Die Betreiber erhalten für ihren Strom 43 Euro pro Megawattwattstunde; einer der niedrigsten Preise für Onshore-Windparks die bislang in Europa erzielt worden. Nach den Ergebnissen der ersten Runde hatte der spanische Photovoltaik-Verband UNEF kritisiert, dass die Photovoltaik gegenüber der Windkraft benachteiligt worden sei und ihre Wettbewerbsfähigkeit habe nicht zeigen können. Daher habe der Verband auch Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission gegen das Ergebnis eingereicht.

Übersetzt und bearbeitet von Sandra Enkhardt.