Auch BVES widerspricht Agora-Speicherstudie

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Die am Montag vorgestellte Studie „Stromspeicher in der Energiewende“ sorgt weiter für Kritik. Nachdem Eurosolar bemängelte, dass Agora Energiewende von falschen Voraussetzungen ausgehe, um die Notwendigkeit von Speichern richtig analysieren zu können, hat sich jetzt auch der Bundesverband Energiespeicher (BVES) zu Wort gemeldet. Zwar stelle der Think Tank in seiner Studie zu Recht klar, dass der geltende Rechtsrahmen Speicher diskriminiere und ihren Marktzugang blockiere. Das Studienergebnis, dass neue Stromspeicher erst bei einem sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien gebraucht würden und daher die Energiewende in den kommenden 20 Jahren nicht auf neue Speicher angewiesen sei, beruhe jedoch auf fehlerhaften Grundannahmen.

„Die Studie der Agora Energiewende eignet sich nicht als Handlungsempfehlung für die Politik. Die Notwendigkeit der Speicherung von zunehmenden Mengen volatiler Energien wird aufgrund fehlerhafter Grundannahmen, wie zum Beispiel ein engpassfreies Stromnetz, nicht aufgezeigt“, sagte BVES-Präsident Eicke R. Weber. Weber zufolge leisten Energiespeicher wie Pumpspeicherkraftwerke, Batteriespeicher und stromgeführte Kraftwärmekopplung in Verbindung mit Wärmespeichern schon heute einen wichtigen Beitrag zu einer stabilen Stromversorgung – und damit zur Energiewende. Energiespeicher würden aufgrund zweifelhafter Kostenannahmen negativ beurteilt, so Weber weiter, Agora Energiewende vergleiche die sprichwörtlichen Äpfel mit Birnen. „In der Studie werden Kosten für konventionelle Kraftwerke, Netzausbau, Demand Side Management und andere Möglichkeiten der Flexibilisierung von Stromangebot und -nachfrage nicht oder nicht vollständig eingerechnet. So ist es nicht verwunderlich, dass Speicher im Vergleich als zu teuer und wenig effizient erscheinen.“

Der BVES plädiert für eine ganzheitliche Betrachtung des Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarktes. Nur so könnten Synergie- und Kosteneffekte, die sich aus der verstärkten Nutzung verschiedener Speichertechnologien ergeben, hinreichend betrachtet und berücksichtigt werden. In der Studie würden essentielle Kernaufgaben für Speicher außer Acht gelassen und stattdessen Anwendungen untersucht, in denen die Stärken und der Nutzen von Speichertechnologien nicht voll zur Geltung kämen. Hinzu komme, dass die Studie Annahmen zu Energieimporten einbeziehe. Darauf eine Planung aufzubauen, sei jedoch fahrlässig, da es hierzu kein international abgestimmtes Vorgehen gebe. (Petra Hannen)

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