Im ersten Quartal ist der Photovoltaik-Zubau in Deutschland nochmals kräftig gegenüber dem Vorjahreszeitraum angezogen. Nach Ansicht des Bundesverbands Solarwirtschaft sollte die Bundesregierung die Investitionsbereitschaft der Bürger und Unternehmen viel stärker nutzen.
Die Pläne der Regierungsfraktionen, zusätzlich 4,1 Gigawatt Photovoltaik im kommenden Jahr auszuschreiben, hält der Verband für unzureichend. Die installierte Photovoltaik-Leistung muss bis 2030 auf 200 Gigawatt vervierfacht werden, um den EU-Klimazielen und dem Kampf gegen den Klimawandel gerecht zu werden. Auch aus der Wissenschaft kommen Forderungen für einen deutlich stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Windkraft in den kommenden Jahren.
Rund die Hälfte der Eigenheimbesitzer, die im vergangenen Jahr eine Photovoltaik-Anlage angeschafft haben, haben auch eine Solarbatterie gekauft. Insgesamt wurden 2020 in Deutschland rund 88.000 neue Heimspeicher installiert.
Im vergangenen Jahr installierten Hausbesitzer fast doppelt so viele Anlagen mit einer Leistung von weniger als zehn Kilowatt wie 2019. Insgesamt kamen 2020 in diesem Segment 1131 Megawatt Leistung hinzu – so viel wie nie zuvor.
In den ersten elf Monaten summiert sich der Brutto-Zubau der Photovoltaik in Deutschland damit auf 4,4 Gigawatt. Zum Jahresbeginn sank die Solarförderung erneut um 1,8 Prozent.
Die Bundestagsfraktionen von CDU, CSU und SPD haben nachverhandelt und dabei sind zahlreiche Änderungen im bisherigen EEG-Entwurf geplant. Der Bundesverband Solarwirtschaft sieht in den Nachbesserungen nur eine Sammlung „klimapolitisch vollkommen unzureichender und unausgegorener Formelkompromisse“.
Im nächsten Jahr stehen Bundestagswahlen an und für den Ausgang könnte die Haltung der Parteien zu einem wichtigen Kriterium werden. Nach einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft ist für fast dreiviertel der Bürger die Klimapolitik wahlentscheidend.
In einer vom Bundesverband Solarwirtschaft in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage sprechen sich 59 Prozent der Befragten dagegen aus, selbst verbrauchten Solarstrom mit der EEG-Umlage zu belasten. Auch die Anhänger von Union und SPD lehnen dies mehrheitlich ab.
Der Bundesverband Solarwirtschaft spricht von einem Energiewende-Meilenstein. Gleichzeitig warnt er vor einem Ausbremsen des Photovoltaik-Zubaus durch die EEG-Novelle 2021.
Bereits in zwei Jahren könnte Deutschland Gefahr laufen, seinen Strombedarf nicht mehr ausreichend decken zu können, wie Marktforscher prognostizieren. Damit könnte eine Laufzeitverlängerung für fossile Kraftwerke möglich sein, weil nicht genug Ersatz über Photovoltaik, Windkraft und Speicher geschaffen wird, so die Befürchtung des Bundesverbands Solarwirtschaft.