Der Energiewechsel auf der Ebene der Weltpolitik angekommen. Es wird jetzt ernst. Es entpuppt sich, dass der Übergang zu erneuerbaren Energien zurecht „Revolution“ genannt wird.
Die Öl- und Gasmultis merken, dass ihr Sein auf der Kippe steht. Dass sie einen Typen wie Donald Trump zum US-Präsidenten gemacht haben, zeigt, wie verzweifelt sie schon sind. Dass diese Figur heute das eine und morgen das Gegenteil davon sagt, so dass sie sich lächerlich machen, nehmen sie in Kauf. Denn in einem Punkt ist Trump verlässlich: dass der Klimawandel Schwindel und die Energiewende folglich dummes Zeug sei. Das ist seine Konstante, darauf kann man sich verlassen, und diese Art von Verlässlichkeit brauchen die Fossil-Konzerne.
Auf verworrenen Wegen hat dieser Präsident Krieg in den Nahen Osten gebracht. Hinter seinen fragwürdigen Begründungen und Rechtfertigungen hat Hans-Josef Fell als eigentliches Motiv Folgendes aufgedeckt: Bedingt durch die Ausbreitung der erneuerbaren Energien und insbesondere der chinesischen Elektroautos war der Rohölpreis in den USA gesunken und damit der Gewinn der Konzerne, die Trump auf seinen Sessel gehievt hatten. Trump zählte nun 1 und 1 zusammen und kam zu dem Ergebnis, dass Krieg im Nahen Osten eine Verknappung des Öl-Angebots herbeiführen und die Preise nach oben treiben würde.
Anfangs ging die Rechnung auch auf. Das animierte Trump, noch weiter gehende Zerstörungen einzukalkulieren, um den Ölpreis in noch extremere Höhen zu bringen. Damit allerdings hätte er den Ölproduzenten einen Bärendienst erwiesen,, denn die Verbraucher hätten sich massenhaft den viel günstigeren erneuerbaren Energien zugewandt.
So weit hatte Trump nicht gedacht – was man angesichts seiner Weltanschauung auch nicht von ihm erwarten konnte. Stattdessen kam es zu einem außerordentlichen Treffen im Weißen Haus zwischen hochrangigen Managern der Giganten Exon Chevron und Phillips 66 sowie den obersten Vertretern der Trump-Administration berichtet der „Frum Report“. Die Wirtschaftsbosse klärten die US-Regierung auf: „Ölgesellschaften profitieren von Preissteigerungen nur bis zu einem ganz bestimmten Punkt. […] Oberhalb dieser kritischen Schwelle beschleunigen extrem hohe Preise die Abkehr von fossilen Brennstoffen drastisch.“ Die Manager warnten „eindringlich davor, dass sich die Preise rasant einem Niveau nähern, bei dem das gesamte strukturelle Fundament der auf fossilen Brennstoffen basierenden Wirtschaft dauerhaft und irreversibel zu bröckeln beginnt“.
„Die bittere Ironie, die die Ölbosse im Weißen Haus bei ihrem Treffen implizit anerkannten, ist, dass dieser Konflikt [im Nahen Osten] genau die harten Bedingungen schafft, die das Ende des fossilen Wirtschaftsmodells extrem beschleunigen – eines Modells, das Amerika mit seiner Militärpräsenz eigentlich um jeden Preis schützen wollte. Trumps erklärte Strategie der ‚Energiedominanz‘ erzeugt paradoxerweise genau den Preisschock, der die Welt um Jahre schneller vom Öl wegbringt. Der Krieg um das Öl macht das Öl für die zukünftige Wirtschaft weniger relevant. Und die Unternehmen, deren Führungskräfte diese drastische Warnung überbracht haben, verstehen diese Dynamik besser als jeder Politiker“, heißt es bei „Frum Report“.
Damit kommen wir bruchlos zu der deutschen Politikerin, die vom Sessel des Wirtschaftsministeriums aus das Rad der Geschichte zurückdrehen will. Der Intelligenz Trumpschen Typs steht sie in nichts nach. Zu Beginn ihrer Amtszeit kündigte Katherina Reiche eine Senkung der Energiekosten an. Wodurch? Mit Gaskraftwerken! Gaskraftwerke waren schon damals die teuerste Art, Strom zu erzeugen. Und jetzt?!
Die fossilen Energien waren eine Stufe in der Menschheitsentwicklung. Heute ist ihre Zeit vorbei. Sie sind umgeschlagen in Destruktion. Sie zerstören das Klima und die Umwelt und erodieren das Denkvermögen derjenigen, die an ihnen festhalten wollen.
Doch keine Sorge: den Ausbau der Erneuerbaren Schritt für Schritt, Dach für Dach autonom und unaufhaltsam voranbringen! Je gewaltiger die Explosionen im Nahen Osten sind, die gezündet werden, umso mehr manifestiert sich gerade darin die Schwäche und das definitive Auslaufen dessen, was sie verteidigen sollen.
— Der Autor Christfried Lenz, politisiert durch die 68er Studentenbewegung, Promotion in Musikwissenschaft, ehemals Organist, Rundfunkautor, Kraftfahrer und Personalratsvorsitzender am Stadtreinigungsamt Mannheim, Buchautor. Erfolgreich gegen CCS mit der BI „Kein CO2-Endlager Altmark“, nach Zielerreichung in „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ umbenannt und für Sanierung der Erdgas-Hinterlassenschaften, gegen neue Bohrungen und für die Energiewende aktiv (https://bi-altmark.sunject.com/). Mitglied des Gründungsvorstands der BürgerEnergieAltmark eG (http://www.buerger-energie-altmark.de/). Bis September 2022 stellvertretender Sprecher des „Rates für Bürgerenergie“ und Mitglied des Aufsichtsrates im Bündnis Bürgerenergie (BBEn). Seit 2013 100-prozentige Strom-Selbstversorgung durch Photovoltaik-Inselanlage mit 3 Kilowattpeak und Kleinwindrad. —
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Spätestens seit 2014 schön zu erkennen (wenn man nicht gerade AfD (oder hier in Norge FRP) hinter her rennt und ein kleinwenig Hirnschmalz hat.
Und mag man zum Kinesen stehen, wie man will.
Er hatte 2014 eine Strategie. Und diese zukunftsorientierte Strategie wird immer mehr sichtbar.
Hier in N schön sichtbar seit 2014 am Kaufkraftverlust der NOK ( in ca 10 Jahren -> ca 50%!!!)
Das kommt davon, wenn das BIP sich nahezu von Öl und Gas „ernährt“
Wie ich kürzlich zu einem anderen Artikel bemerkte:
Die ca 1,6 Billionen € sind dann schnell „verbrannt“ und man steht mit leeren Händen da.