Hamburger Energienetze ändern Vergabepraxis bei neuen Netzanschlüssen stromintensiver Anlagen

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Wie viele andere Verteilnetzbetreiber verzeichnet auch Hamburger Energienetze eine stark steigende Zahl von Netzanschlussbegehren für besonders stromintensive Anlagen wie Batteriespeicher oder Rechenzentren. Bislang hat das städtische Unternehmen solche Anschlüsse nach dem Windhundprinzip vergeben, also nach Eingang der Anträge. Das ändert sich nun: Hamburger Energienetze wendet bei neuen Netzanschlüssen und flexiblen Anschlussvereinbarungen (FCA) künftig das Repartierungsverfahren an. Damit folgt das Unternehmen anderen Netzbetreibern wie etwa Stromnetz Berlin oder Westfalen Weser Netz.

Beim Repartierungsverfahren werden Netzanschlussverträge bis zu einem bestimmten Stichtag gesammelt. Übersteigt die Summe der beantragten Anschlussleistungen die verfügbare Netzkapazität, wird letztere auf die Antragsteller verteilt, unabhängig von der beantragten Leistung.

Die Änderung betrifft ausschließlich Anschlüsse im Bereich der Hoch- und Mittelspannung mit einem Leistungsbedarf mehr als 1,5 Megavoltampere (MVA). Für Privathaushalte und Gewerbebetriebe, die neue Anschlüsse benötigen oder auf Wärmepumpen und Wallboxen für Elektroautos setzen, ändert sich nichts. Auch bestehende Netzkunden mit hohem Verbrauch, etwa aus der Industrie, können die bestehende Netzleistung weiter nutzen. Das neue Verfahren soll im zweiten Halbjahr 2026 starten.

Verdreifachung des Leistungsbedarfs in Hamburg

Hamburger Energienetze erwartet eine Verdreifachung des Leistungsbedarfs der Hansestadt in den kommenden 20 Jahren. Denn Gasheizungen würden nach und nach durch elektrische Wärmepumpen ersetzt, und auch im ÖPNV und in der privaten Mobilität spielten Elektrofahrzeuge eine immer größere Rolle. Dazu kämen neue Rechenzentren für KI-intensive Anwendungen sowie eine Vielzahl von Großbatteriespeichern.

„Unsere Kunden, ganz gleich, wie viel Strom sie benötigen, brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und eine hohe Versorgungssicherheit“, sagt Peter Wolffram, Geschäftsführer der Hamburger Energienetze, Ressort Unternehmen und Kunde. „Mit dem Fair Grid-Projekt und den Möglichkeiten, besonders hohe Leistungen in lastarmen Zeiten zu beziehen, schaffen wir für unsere Netzkunden eine solide und gerechte Übergangslösung, die Planungssicherheit schafft.”

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