Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin hat in dieser Woche die Ergebnisse der ersten „Wallbox-Inspektion 2025“ veröffentlicht. Die Wallbox „connect.solar“ von Amperfied erzielt demnach mit 94,8 Prozent den höchsten sogenannten „Wallbox-Performance-Index“ und erreicht damit Einsparungen von jährlich 443 Euro durch solares Überschussladen. Dahinter folgen Fronius‘ Wallbox „Wattpilot Flex Home 22 C6“ mit 94,4 Prozent und 441 Euro an jährlichen Einsparungen und Kostals Produkt „Enector AC“ mit 92,7 Prozent, das 433 Euro erzielt. Die SMA Wallbox „EV Charger“ kommt auf 87,5 Prozent und damit noch auf 409 Euro an jährlichen Einsparungen. Ein getestetes System, dessen Hersteller nicht genannt werden wollte, kam der HTW Berlin zufolge auf 83,3 Prozent und damit noch 390 Euro. Zwischen den Modellen ergibt sich der Studie zufolge damit über zehn Jahre ein Kostenunterschied von bis zu 540 Euro.
Erstmals haben die HTW Berlin, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und der ADAC ein vollständiges Prüfverfahren speziell für Wallboxen mit Überschussladen entwickelt. Grundlage der Bewertung ist der „Wallbox-Performance-Index“, der angibt, wie nah reale Wallboxen an die maximal möglichen Einsparungen eines idealen, verzögerungsfreien Referenzmodells herankommen. Dieses kommt zu dem Ergebnis, dass durch reines Photovoltaik-Überschussladen jährlich 467 Euro gegenüber Netzstrombezug eingespart werden könnten.
Reaktionszeit und Phasenumschaltung prägen die Effizienz
Die Tests zeigen deutliche Unterschiede bei der Reaktionsgeschwindigkeit: Während die Wallboxen von Amperfied und Fronius ihre Ladeleistung im Mittel nach 9,2 Sekunden neu einstellen, benötigt SMA dafür 127 Sekunden. Große Differenzen zeigen die getesteten Geräte auch bei der automatischen Phasenumschaltung. Je nach Gerät dauerte ein Wechsel zwischen ein- und dreiphasigem Betrieb 44 bis 505 Sekunden – entscheidend, um kleinere Überschüsse mitzunehmen, wie die Berliner Forscher weiter mitteilen. Längere Umschaltphasen führen in der Praxis oft zu unnötigem Netzbezug. Während Amperfied und Fronius zügig umschalteten, blieb Kostal teilweise bis zu fünf Minuten im alten Modus, ehe ein Phasenwechsel erfolgte. Die Studie kommt zu der Erkenntnis, dass Systeme mit einphasiger Ladeoption häufiger kleine Überschüsse nutzen können. Geräte mit minutenbasierter Optimierung passten bei starken Schwankungen der Überschussleistung dagegen ihre Ladeleistung zu träge an.
Ein weiterer Hebel ist der Stand-by-Verbrauch. Wallboxen befinden sich zu rund 91 Prozent im Bereitschaftsbetrieb. Das entspricht etwa 8200 Stunden pro Jahr. Die sparsamste Wallbox „Kostal Enector AC“ kommt der Studie zufolge auf einen Stand-by-Verbrauch von 3,2 Watt, während das verbrauchsstärkste System – die Kombination aus Wallbox, „Sunny Home Manager 2.0“ und „Energy Meter“ von SMA – 9,3 Watt benötigt. Das entspricht fast dem dreifachen Wert.
Für Installateure kann die neue „Wallbox-Inspektion 2025“ klare Vergleichswerte zum Praxisverhalten von Wallboxen beim Photovoltaik-Überschussladen liefern. Damit erhalten Installateure eine belastbare Grundlage, um Kunden bei der Auswahl einer geeigneten Ladelösung gezielt zu beraten.
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Der gesamte Test macht wenig Sinn. Ich stelle in Frage, dass es dem ca. 8.000 Euro teuren Onboard-AC Lader eines E-Autos gut tut ständig umzuschalten zwischen einer oder drei Phasen sowie dem Ladestrom. Der Opel Corsa E hat uns bereits gezeigt, dass es besser wäre da nicht zu viel rumzustellen.
Bei welchem Auto kostet der Onboard-Lader denn 8000€?
Haben Sie meinen Kommentar gelesen? Ich habe das Auto bereits geschrieben. Opel ist bekannt dafür teure Reparaturen am AC Lader zu haben. Wartezeit auf Ersatzteile dauerte teilweise viele Monate.
Ergänzung: Das Teil kostet einzeln ohne Einbau 3.800,- Euro. Einbau dauert ca. 3-4 Stunden. Wurde aber bei vielen Corsa E zwei mal getauscht. Wer Glück hatte auf Kulanz.
„[…] Wallboxen von Amperfied und Fronius ihre Ladeleistung im Mittel nach 9,2 Sekunden neu einstellen, benötigt SMA dafür 127 Sekunden“ – Wenn sich der Hochpreis-Hersteller aus Nordhessen nicht langsam an die Optimierung seiner Systeme macht, wird´s zukünftig noch dünner in der Belegschaft. Eine signifikante Verschlankung der hauseigenen Software und die Implementierung längst überfälliger „smarter“ Energie-Management-Funktionen als Alleinstellungsmerkmal, welche den Preis der Produkte rechtfertigen, müssen schnellsten ins Produktportfolio. Schlechte Software macht die Anlageninbetriebnahme unnötig langwierig und (auch) das neue Ennex-Online-Portal zeigt sich unerträglich langsam.
Überschussladen mit Phasenumschaltung klappt auch super mit dem e-Charge II von ise. Prima klappt das auch mit mehreren Wallboxen.
Das ununterbrochene Ändern der Leistung ist sehr ineffizient. Ob Musicman recht hat, dass es gar schädlich ist, weiß ich nicht, aber definitiv kommt weniger Strom in der Batterie an, als wenn man den Ladestrom konstant lässt. Es ist deutlich effizienter, die „Feinregelung“ über die DC-Batterie laufen zu lassen. Der Test ist lächerliches Marketing.
Das Ladeverhalten bestimmt zudem die DC-Ladeinfrastruktur des jeweiligen EAutos, da steht die Wallbox in zweiter Stelle. Wenn die Wallbox wie beschreiben im Jahr ca. 8.200 Stunden (das könnte sogar stimmen) in Ladebereitschaft steht, dann wäre der Tipp „einfach einen Ausschalter“ mit installieren lassen sicher gut, dann erübrigt sich doch der Stand-by-Verbrauch komplett. Kostal, SMA, Fronius, insgesamt nur 5 Wallboxen bei so vielen Akteuren am Markt, da kann ich dem Fazit „lächerliches Marketing“ nur zustimmen.
„Kostal, SMA, Fronius, insgesamt nur 5 Wallboxen bei so vielen Akteuren am Markt“. Das ist nicht Stiftung Wartentest. Hier können die Hersteller selbst entscheiden ob sie mitmachen. Und nach der Messung wurden die Messergebnisse den Herstellern vorgelegt, da konnten sie nochmal entscheiden, ob die Ergebnisse anonymisiert oder mit Hersteller- und Produktnamen veröffentlicht werden.
Gerne selbst Geld in die Hand nehmen und alle Wallboxen testen und die Ergebnisse veröffentlichen.