EU-Kommission genehmigt 902 Millionen Euro Beihilfe für Northvolt-Batteriewerk in Schleswig-Holstein

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Grünes Licht für die Förderung der geplanten Batteriezellen-Fabrik von Northvolt: Die EU-Kommission hat die Beihilfe für den Bau des Werks im schleswig-holsteinischen Heide abgesegnet. Der schwedische Hersteller erhält vom Bund und vom Land insgesamt 902 Millionen Euro. Die Fertigung von Batteriezellen für E-Autos soll 2026 starten und 2029 ihre volle Kapazität erreicht haben.

Das Werk im Kreis Dithmarschen soll auf die Fertigung von Zellen für 800.000 bis einer Million Elektroautos pro Jahr ausgelegt werden. Insgesamt 3.000 Jobs sollen entstehen. Northvolt will insgesamt 2,5 Milliarden Euro investieren. Das Projekt gilt als das größte Industrievorhaben in Schleswig-Holstein seit Jahrzehnten.

„Die Beihilfe wird Northvolt die Investition in eine Gigafabrik ermöglichen, in der Batteriezellen für Elektrofahrzeuge in Europa statt in den USA hergestellt werden sollen“, sagt die Vizepräsidentin der EU-Kommission Margrethe Vestager (Liberale). Es handele sich dabei um die erste Einzelmaßnahme, die im Einklang mit der Ausnahmemöglichkeit des befristeten Krisen- und Transformationsrahmens TCTF genehmigt wurde. „Sie ermöglicht die Gewährung höherer Beihilfebeträge, wenn die Gefahr besteht, dass die Investition aufgrund der Verfügbarkeit ausländischer Subventionen aus Europa abgezogen wird.“

Northvolt hatte die Entscheidung für den Standort Heide zuvor unter anderem damit erklärt, dass hier wegen des zur Verfügung stehenden Windstroms Batterien mit dem geringsten ökologischen Fußabdruck in Kontinentaleuropa produziert werden könnten. Ein weiterer Vorteil sei die zentrale Lage zwischen Skandinavien und Kontinentaleuropa. Zudem gebe es genügend Fläche für die Errichtung der Gigafabrik.

Zwei tödliche Unfälle in einem schwedischen Northvolt-Werk

Derweil kam es Ende letzten Jahres in einer schwedischen Batteriefabrik von Northvolt zu zwei schweren Unfällen: Nach einer Explosion an einer Produktionslinie im November erlag ein 25-jähriger Techniker seinen Verbrennungen, ein im Werk tätiger Mitarbeiter des Bauunternehmens NCC wurde von einem herabfallenden Gabelstapler erschlagen. Die beiden Vorfälle stehen nicht miteinander in Zusammenhang.

„Die offiziellen Untersuchungen sind noch im Gange, um festzustellen, was genau zu dem Unfall im November geführt hat. Aber nach unserem derzeitigen Kenntnisstand kam es zu einer Staubexplosion in einer Maschine, die nicht direkt Teil des Batterieherstellungsprozesses ist“, sagte Matti Kataja, Northvolt Director of Communication and Public Affairs Nordics, im vergangenen Dezember gegenüber pv magazine. „Es wurden gründliche Risikobewertungen vorgenommen und Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen.“

Beim zweiten Vorfall kam ein etwa 60 Jahre alter Bauarbeiter ums Leben, nachdem ein Gabelstapler auf ihn und einen 20-jährigen Mann gefallen war. Die jüngere Person erlitt schwere Verletzungen. Sie waren dabei, ein Betonfundament für die Erweiterung der Batteriefabrik von Northvolt zu errichten, als sich der Unfall ereignete.

„Der Unfall am vergangenen Donnerstag ereignete sich im Freien während der Bauarbeiten. Die genauen Umstände und Ereignisse, die zu dem Unfall geführt haben, werden derzeit untersucht. Northvolt steht im Dialog mit allen Beteiligten“, sagte Kataja im Dezember.

Die Fabrik im nordostschwedischen Skelleftea, auch bekannt als Northvolt Ett, ist die erste Gigafactory des Herstellers. Die Anlage soll auf eine jährliche Produktionskapazität von 60 Gigawattstunden hochgefahren werden – genug, um Batterien für eine Million Elektrofahrzeuge pro Jahr zu produzieren.

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