Insider: RWE prüft Verkauf von Belectric

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2001 war das Gründungsjahr von Belectric. 2017 dann wurde der Photovoltaik-Projektentwickler zu einer 100-prozentigen Tochter von Innogy und seit 2020 gehört er zu RWE Renewables. Jetzt könnte ein weiterer Entwicklungsschritt folgen: Wie das „Handelsblatt“ am Donnerstag berichtete, denkt RWE über den Verkauf von Belectric nach. Das Blatt beruft sich auf eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters vom Mittwoch, wonach „zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen“ – als Insider bezeichnet – die Prüfung des Verkaufs bestätigt haben. Demnach befindee sich der Prozess in einem fortgeschrittenen Stadium. Der Verkauf sei Teil der Pläne des Energiekonzerns, seine Aktivitäten im Bereich der erneuerbaren Energien zu straffen. Offiziell bestätigten wollte dies keines der Unternehmen. Auch Anfragen von pv magazine zu dem möglichen Verkauf blieben bislang unbeantwortet.

Belectric selbst hat sich in letzter Zeit bereits von einigen Beteiligungen getrennt, etwa seinem Photovoltaik-Geschäft in den USA und dem Komponentenhersteller Jurchen Technology. Nach eigenen Angaben gehören zur bisherigen Belectric-Bilanz eine installierte Photovoltaik-Leistung von 3856 Megawatt, 2140 Megawatt in der Betriebsführung und 729 Megawatt in der Bauphase. Bisher hat das Unternehmen demnach mehr als 460 Freiflächen-Photovoltaik-Kraftwerke sowie Speichersysteme mit insgesamt 3,85 Gigawatt Leistung schlüsselfertig errichtet.

EBITDA für Segment Onshore Wind/Solar massiv eingebrochen

RWE hat am Donnerstag in Essen die Zahlen für die ersten neun Monate des laufendes Jahres präsentiert. Demnach lag das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 2,4 Milliarden Euro leicht über dem Ergebnis der Vorjahresperiode. Das bereinigte EBITDA im Segment Onshore Wind/Solar sackte von 373 auf 36 Millionen Euro ab. Als Grund führte RWE die Jahrhundertkälte in Texas sowie unterdurchschnittliche Windverhältnisse an den nord- und mitteleuropäischen Onshore-Windkraftstandorten an.

Trotzdem hält der Energiekonzern am Erneuerbaren-Ausbau fest: In den ersten drei Quartalen 2021 hat der Konzern insgesamt 2,5 Milliarden Euro brutto in neue Photovoltaik- und Windkraft-Anlagen sowie Batterieprojekte investiert, rund 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Aktuell sind demnach Projekte mit 3,8 Gigawatt im Bau, die bis Ende 2022 in Betrieb gehen und das Portfolio von heute 9,5 auf dann 13 Gigawatt vergrößern sollen.

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