EU PVSEC: Ulrike Jahn mit dem Becquerel-Preis der Europäischen Kommission ausgezeichnet

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Die Photovoltaik ist „der rote Faden, der sich durch die Klimapolitik der EU zieht“ – mit dieser Botschaft hat die EU-Energiekommissarin Kadri Simson die digital stattfindende 38th European PV Solar Energy Exhibition and Conference (EU PVSEC) eröffnet.

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der EU PVSEC ist Ulrike Jahn, derzeit als Senior Expert bei VDE Renewables beschäftigt, mit dem Becquerel-Preis der Europäischen Kommission ausgezeichnet worden – eine der international wichtigsten Auszeichnungen im Bereich der Erneuerbaren.

Jahn engagiert sich seit mehr als 30 Jahren im Bereich der Photovoltaik-Qualitätssicherung. Besonders die Empfehlungen zur Leistungsbewertung und Risikoanalyse von Solaranlagen haben der Expertin internationale Anerkennung in der gesamten Branche eingebracht. Von ihrer Arbeit profitieren nicht nur die Unternehmen der Photovoltaik-Industrie, sondern auch Investoren und Versicherungen.

Jahn wurde wegen ihres „herausragenden und kontinuierlichen Beitrags zu dem äußerst wichtigen und in seiner Schwierigkeit manchmal unterschätzten Bereich der Qualitätssicherung von Photovoltaik-Modulen und -systemen“ ausgezeichnet, erklärte Christophe Ballif, Vorsitzender des Preiskomitees, bei der Verleihung.

Jahn leitet Arbeitsgruppe beim Photovoltaic Power Systems Programme der IEA

Seit der Veröffentlichung ihrer ersten Arbeit im Jahr 1992 arbeitet Jahn daran, Degradationsmechanismen, die Photovoltaik-Systeme beeinträchtigen, besser zu verstehen – und Methoden zu entwickeln, sie abzumildern. Der Schweizer Photovoltaik-Pionier Thomas Nordmann hob bei der Preisverleihung unter anderem die Rolle Jahns beim Photovoltaic Power Systems Programme (PVPS) der Internationalen Energie-Agentur IEA hervor, wo sie seit mehr als 25 Jahren eine Gruppe leitet, die sich mit der Leistung, dem Betrieb und der Zuverlässigkeit von Photovoltaik-Systemen befasst.

„Für mich war die Auswahl als Preisträgerin dieses ganz besonderen Preises natürlich eine große Überraschung“, sagt Jahn. „Ich freue mich sehr über diese große Anerkennung der Europäischen Kommission und bedanke mich bei allen Beteiligten. An dem Erfolg sind viele meiner langjährigen Mitstreiter beteiligt, ohne die ich diesen Preis sicher nicht erhalten hätte. In meiner Position bei VDE Renewables setzen wir die Aktivitäten konsequent mit vielen Beteiligten in Europa und internationalen Netzwerken wie auch der Internationalen Energie Agentur fort.“

In ihrer Dankesrede wies Jahn auf die Bedeutung von Big Data und Digitalisierung für die langfristige Sicherung der Zuverlässigkeit von Solaranlagen hin. „Die Bankability von Solaranlagen muss datengesteuert sein. Große Datenmengen sind vorhanden, aber sie müssen besser organisiert und digitalisiert werden und sich auf vernetzte Plattformen stützen“, erklärte sie dem Publikum. „Die Digitalisierung ist die treibende Kraft, um eine kosteneffiziente Steigerung der Qualität zu gewährleisten.“

Mit dem Alexandre-Edmond-Becquerel-Preis werden wissenschaftliche, technische oder verwaltungstechnische Verdienste bei der Entwicklung der Photovoltaik gewürdigt.

EU PVSEC diskutiert Zukunftsfragen der Branche

Die erste Podiumsdiskussion des Eröffnungstages der EU PVSEC befasste sich mit der Frage, wie die enorme Zunahme der Rechenleistung die Modellierung von Solarzellen, die Herstellung, Wartung, Standortwahl und Prognosen sowie die Modellierung ganzer Energiesysteme beeinflusst. Thema der zweiten Diskussionsrunde war die Ressourceneffizienz der Photovoltaik mit Blick auf Produktion, Nutzung und Entsorgung.

Am Dienstag befasst sich das Expertentreffen mit dem Thema „Towards ultimate single-junction silicon cells – industry perspective“. Vertreter der chinesischen Konzerne Longi und TrinaSolar, des deutschen Herstellers von Photovoltaik-Produktionsmitteln RCT-Solutions sowie der schweizerischen und taiwanesischen Universitäten EPFL und NTU werden unter anderem über die Zukunft der Single-Junction-Technologie diskutieren. Damit bezeichnen Experten die Solarzellen, die wie die heutigen Standardzellen nur einen Halbkleiterübergang für die Konversion des Sonnenlichts zu elektrischer Energie haben. Tandem-Zellen, die vor allem mit den Perovskit-Technologien im Gespräch sind, nutzen zwei Übergänge und haben dadurch theoretisch eine höhere Effizienz.  In der Diskussion wird es unter anderem darum gehen, wie lange Perc-Zellen (passivierte Emitter- und Rückseitenzellentechnologie) auch im Multi-Terawatt-Solarzeitalter die vorherrschende Technologie bleiben werden und ob sich 182-mm- oder 210-mm-Wafer durchsetzen werden. Die Podiumsdiskussionen können auf der EU PVSEC-Website verfolgt werden.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion am Mittwoch gehen der Frage nach, wie ein Photovoltaik-gestützter Übergang zu einem vollständig erneuerbaren Energiesystem erreicht werden kann. Am Donnerstag geht es unter anderem um das Potenzial von Tandem-Solarzellen.

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