Voltstorage strebt nach Iron-Redox-Flow-Speicher mit Gestehungskosten von fünf Cent pro Kilowattstunde

Teilen

Es soll nichts weniger als der „Weltspeicher“ werden, den Voltstorage und die Hochschule Landshut in einem Forschungsprojekt entwickeln wollen, wie die Partner im vergangenen Sommer ankündigten. Doch es gibt noch ein zweites Forschungsprojekt: Bei „FERRUM“ soll mit Hilfe von Fördermitteln des Bundeswirtschaftsministeriums die Iron-Redox-Flow (IRF)-Technologie entwickelt werden. Sie soll die Stromspeicher noch kostengünstiger machen sowie für den Einsatz bei sehr hohen Temperaturen rüsten, wie Voltstorage am Montag mitteilte. Im ersten Schritt des  Projekts gehe es um die Entwicklung eines Speichersystems mit einer Kapazität von acht Kilowattstunden, das sowohl mit Solarstrom- als auch Windkraftanlagen kompatibel ist. Anschließend werde die Weitentwicklung zu einem Großspeicher mit einer Kapazität von 50 Kilowattstunden für Industrie und Gewerbe. Das Forschungsprojekt „FERRUM“ endet Ende Februar 2022.

Als Vorteile des Eisen-Elektrolyts benennt Voltstorage, dass es größtenteils aus reinem Wasser bestehe und deshalb auch bei extremen Einflüssen oder Störungen nicht entflammbar sei. Eisen lasse sich zu 100 Prozent recyclen, sei weltweit in großen Mengen verfügbar und daher besonders günstig. Zudem könnten die Speichersysteme auch bei hohen Temperaturen, etwa im subtropischen und tropischen Raum, installiert werden. Damit das Ziel des Projekts auch erreicht wird, müssen natürlich auch die Kosten stimmen. Es würden Speichergestehungskosten (LCOS) von fünf Cent pro Kilowattstunde angestrebt, womit die Iron-Redox-Flow-Technologie auch die günstigste am Markt wäre. „Aufgrund der geringen Gesamtkosten schafft die IRF-Technologie daher eine ökologische Alternative besonders für größer skalierbare Gewerbe- und Industriespeichersysteme“, heißt es von Voltstorage weiter.

Zur Iron-Redox-Flow-Speichersystem heißt es weiter, dass es aus zwei durch eine Membran voneinander getrennten Batteriehalbzellen besteht, durch die in separaten Kreisläufen eine Elektrolytflüssigkeit gepumpt wird. Die Elektrolytflüssigkeit sei mit Eisensulfat angereichert. Beim Laden und Entladen komme es zu einem Transfer von Ionen und Elektronen zwischen den beiden Halbzellen, die Energie wird so im Elektrolyt gespeichert. Im ungeladenen Zustand herrscht in beiden Zellen eine identische Oxidationsstufe – erst beim Laden erfolgt in einer Halbzelle die Reduktion und in der anderen die Oxidation des Elektrolyts. In der nun negativ geladenen Halbzelle löst sich dabei das Eisen aus der Flüssigkeit und heftet sich an die Elektrode. Je mehr Eisen hier gebunden werden kann, desto höher ist die Kapazität der Batterie, wie Voltstorage zu seiner Technologie erklärte.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel ist am 17. März 2021 nach Rückmeldungen von Voltstorage und der Hochschule Landshut präzisiert worden. Es handelt sich bei „Weltspeicher“ und „FERRUM“ um zwei verschiedene Forschungsprojekte ohne direkten Zusammenhang.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.